Lufthansa-Streik: BDA-Präsident warnt Piloten vor neuen Streiks

Streikfolgen: Deutsche Wirtschaft warnt Lufthansa-Piloten

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Am Donnerstag sollen nur noch 40 Flüge ausfallen.

Die Piloten der Lufthansa kehren an ihre Arbeitsplätze zurück. Doch warnt inzwischen die Wirtschaft die Flugkapitäne vor weiteren Streiks, die dem Ansehen der „Marke Deutschland“ schaden könnten.

Neue Streiks bei Deutschlands größter Fluggesellschaft könnten der Wirtschaft wachsende Schäden zufügen. Trotz der aktuellen Streikpause der Piloten der Lufthansa warnte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, vor weiteren Arbeitsniederlegungen und Flugausfällen in den nächsten Wochen. „Ein Streik soll einen Interessenausgleich hervorbringen, nicht Kunden vergraulen und damit Arbeitsplätze und die Existenz gefährden“, sagte Kramer der „Bild“-Zeitung.

Zuvor hatte bereits der Vorstandschef von Siemens, Joe Kaeser, die Piloten aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Die häufigen und andauernden Streiks bei der Lufthansa sind nicht nur eine Belastung für hunderttausende Passagiere. Die Streiks schaden auch zunehmend der deutschen Wirtschaft und der 'Marke Deutschlands', die für Verlässlichkeit und Qualität steht“, sagte Kaeser dem Blatt.

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Nach einer sechstägigen Streikwelle kehren die Piloten am Donnerstag vorerst an ihre Arbeitsplätze zurück. Auch am Freitag soll nicht gestreikt werden.

Immer wieder Streiks bei Lufthansa und ihren Töchtern

  • Frühjahr 2001

    Flugkapitäne der Lufthansa legen mehrmals die Arbeit nieder. Von dem Premieren-Streik sind mehrere tausend Verbindungen betroffen. Am Ende erstreitet die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ihren ersten Tarifvertrag.

  • Sommer 2008

    Das Boden- und Kabinenpersonal der Lufthansa streikt fünf Tage lang. Mehrere hundert Flüge fallen aus. Die Gewerkschaft Verdi und das Unternehmen einigen sich am Ende auf höhere Gehälter.

  • September 2012

    Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo verursacht den bis dahin größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, es trifft über 100.000 Passagiere. Beide Seiten beschließen eine Schlichtung.

  • April 2013

    Ein Warnstreik des Bodenpersonals legt den Flugverkehr der Lufthansa in Deutschland fast lahm. Der Airline zufolge sind rund 150.000 Passagiere betroffen. Im Mai verabreden Verdi und der Konzern anschließend gestufte Entgelterhöhungen und einen Kündigungsschutz.

  • 2. bis 4. April 2014

    Start einer Streikserie von mittlerweile 13 Runden der Lufthansa-Piloten. Anfangs fallen rund 3800 Flüge aus. Es geht um Übergangsrenten, Gehalt, Altersvorsorge und im Hintergrund auch immer um die Billigtochter Eurowings.

  • 6. Juli 2015

    Die Piloten erklären die im Mai begonnene Schlichtung für gescheitert. Drei Wochen später bieten sie Lufthansa Einsparungen von über 400 Millionen Euro an, um Job-Verlagerungen zu verhindern.

  • 8./9. September 2015

    Vorerst letzte Etappe des Pilotenstreiks: 16 Stunden Ausstand auf der Langstrecke sowie am folgenden Tag auch auf den Kurz- und Mittelstrecken. Das Landesarbeitsgericht Hessen erklärt den Ausstand für unrechtmäßig, weil tariffremde Ziele verfolgt würden. Seit April 2014 sind wegen der Pilotenstreiks mehr als 8500 Flüge ausgefallen, wovon rund eine Million Passagiere betroffen waren.

  • 6. November 2015

    Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo startet einen einwöchigen Ausstand des Lufthansa-Kabinenpersonals. Der Konflikt wird schließlich vom SPD-Politiker Matthias Platzeck geschlichtet.

  • 27. Oktober 2016

    Ufo ruft bei Eurowings und Germanwings das Kabinenpersonal zu einem 24-stündigen Streik auf. Der Konflikt dauert an.

  • 23. November 2016

    Nachdem Verhandlungen über die Vergütung von rund 5400 Piloten der Kerngesellschaft Lufthansa und der Tochter Germanwings gescheitert sind, ruft die VC erneut zum Streik auf. Die Gewerkschaft fordert - über fünf Jahre - ein Plus von 22 Prozent.

Am Mittwoch strich Lufthansa wegen des Pilotenstreiks noch einmal 890 Flüge, davon waren rund 98.000 Passagiere betroffen. Die Flieger der Töchter Eurowings und Germanwings hoben wie geplant ab. Am Donnerstag will die Airline wieder nahezu nach Plan fliegen. Rund 40 Flüge würden noch ausfallen.

4461 Flüge sind ausgefallen

Die Lufthansa hat inzwischen eine Erhöhung der Bezüge um 4,4 Prozent in zwei Stufen sowie eine Einmalzahlung angeboten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), die für einen Zeitraum von fünf Jahren Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent bis April 2017 fordert, will dieses Angebot prüfen und sich am Donnerstag äußern.

Im Einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Dieses Angebot sei nicht an weitere Bedingungen geknüpft. Die Lufthansa gehe damit auf eine zentrale Forderung der Pilotengewerkschaft ein, hieß es.

Lufthansa Wie der Pilotenstreik die Belegschaft spaltet

Trotz einigen Gegenwinds für den Pilotenstreik: Die Vereinigung Cockpit erhält im Kampf mit der Lufthansa unerwartete starke Rückendeckung der Kollegen. Die Scharmützel zeigen, wie sehr es bei der Lufthansa brodelt.

dpatopbilder - Lufthansa-Piloten nehmen am 30.11.2016 in Frankfurt am Main (Hessen) an einer Kundgebung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit vor der Lufthansa-Unternehmenszentrale teil. Im zugespitzten Arbeitskampf bei der Lufthansa kommt es zu einem öffentlichen Kräftemessen zwischen den streikenden Piloten und Teilen der übrigen Belegschaft. Foto: Uwe Anspach/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Laut Lufthansa waren an den sechs Streiktagen seit vergangenem Mittwoch mehr als 525.000 Passagiere von insgesamt 4461 Flugausfällen betroffen. Lediglich am Sonntag und Montag legten die Piloten eine Pause ein. Das Unternehmen geht von einem Schaden von 10 bis 15 Millionen Euro täglich aus.

Lufthansa und Cockpit streiten schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings.

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