Ilulissat-Erklärung: UN soll Streit um Bodenschätze in der Arktis schlichten

Ilulissat-Erklärung: UN soll Streit um Bodenschätze in der Arktis schlichten

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Eisbrecher vor dem Nordpol: Die fünf Anrainerstaaten der Arktis haben sich verpflichtet, ihren Streit um Gebietsansprüche beizulegen

Rasches Ergebnis auf der Regierungskonferenz der fünf Arktis-Anrainerstaaten: Dänemark, Norwegen, Kanada, die USA und Russland verpflichteten sich heute Morgen, ihren Streit um Besitzansprüche am Nordpol mit UN-Hilfe beizulegen. Grund der Streitigkeiten sind mögliche riesige Rohstoffvorkommen. Doch Umweltschützer können der Einigung nur wenig abgewinnen.

Dänemarks Außenminister Per Stig Møller sagte am Donnerstag im Rundfunk zu diesem Ergebnis einer Regierungskonferenz im grönländischen Küstenort Ilulissat: „Damit kann sich wieder Frieden über den Nordpol senken.“

Unterzeichnerländer der Willenserklärung sind neben Dänemark auch die USA, Russland, Kanada und Norwegen. Die fünf Anrainer der Nordpol-Region erheben vor allem wegen gigantischer Bodenschätze unter dem Meeresgrund Anspruch auf teilweise identische Gebiete.

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Dass die Entscheidung über diese Ansprüche von der UN-Seerechtskommission getroffen wird, erkannte bei der Konferenz auf Grönland erstmals auch die US-Regierung durch Vize- Außenminister John Negroponte offiziell an.

In einer „Ilulissat-Erklärung“ hieß es dazu: „Das internationale Seerecht regelt wichtige Rechte und Pflichten bei der Bestimmung von Grenzen durch Festlandsockel sowie beim Schutz der maritimen Umwelt einschließlich von Eis bedeckter Gebiete, sowie auch bei der freien Schifffahrt, Forschungsaktivitäten und anderer Nutzung des Meeres. Wir bleiben auf dieses geltende internationale Recht und auf die geordnete Regelung möglicherweise überlappender Gebietsforderungen verpflichtet.“

Gigantische Bodenschätze unter der Arktis vermutet

Der Streit um die Gebietsansprüche in der Arktis entstand 2007, als Russland seine Flagge unter dem Nordpol anbrachte, um so ein großes Gebiet für sich zu reklamieren.

Um die Bodenschätze, die unterhalb des Arktis-Eises vermutet werden, ist ein veriabler Wettlauf zwischen den Anrainerstaaten entbrannt. Möglich wird deren Ausbeutung erst durch den Klimawandel: So schmilzt etwa das Eis vor Grönland. Dadurch wird das Anzapfen der Öllagerstätten billiger. Die hohen Erdölpreise tun ein übriges dazu, dass sich die Ölförderung im ewigen Eis erstmals rechnen dürfte. Wie die WirtschaftsWoche vor kurzem berichtete vermutet der US Geological Service allein vor Grönlands Nordostküste Erdöl und Erdgas, die zusammen so viel Energie speichern wie 31 Milliarden Barrel Öl. Das entspräche derzeit einem Wert von weit über drei Billionen US-Dollar.

Umweltschützer warnen vor "riesigem Bergwerk"

Umweltschützer kritisierten heute, dass die Anrainerstaaten die wirtschaftliche Nutzung der Polarregion gegenüber den akuten Umweltbedrohungen in den Vordergrund stellen. Der WWF erneuerte zum Abschluss der Konferenz auf Grönland seine Forderung nach neuen internationalen Regeln, um die Folgen des schon jetzt massiv spürbaren Klimawandels einzudämmen. „Wir haben nur noch wenig Zeit“, sagte WWF-Sprecher Neil Hamilton. Man müsse aufpassen, dass die fünf Anrainerländer nicht „das ganze Gebiet in ein einziges riesiges Bergwerk verwandeln“.

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