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Stromversorgung : Vorteile durch mehr Wettbewerb

Stromversorgung : Der Stand der Energiewende ist alarmierend

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Vorteile durch mehr Wettbewerb

Der Check von WirtschaftsWoche und A.T. Kearney ist der erste seiner Art, der ab sofort jährlich den Fortschritt der Energiewende in Deutschland misst. Im Zentrum der Analyse steht die Frage, inwieweit die vier wichtigsten Ziele der Energiewende, die die Bundesregierung vorgegeben hat, erreicht werden. Diese vier Ziele sind die Wirtschaftlichkeit der Stromversorgung, die Versorgungssicherheit, die Umweltverträglichkeit und die Akzeptanz bei der Bevölkerung.

Erklärung der Fußnoten:

1 - Daten jeweils Ende des Vorjahres

2 - nicht genutzte Stromerzeugungskapazität

3 - Das Soll basiert auf den 24 von der Bundesregierung als bevorzugt auszubauenden Netzstrecken (in km²)

Quelle: Studie A.T. Kearney/ Wirtschaftswoche

Einziges Trostpflaster vor allem für die privaten Haushalte dürfte der zunehmende Wettbewerb auf dem Strommarkt sein. So prognostiziert Dietrich Neumann, Leiter des Energie-Bereichs bei A. T. Kearney, der Energiewirtschaft "eine stärkere Dezentralisierung der Erzeugung". Eine Fülle neuer Marktteilnehmer würde in den kommenden Jahr auftreten, zum Beispiel Unternehmen aus der Telekommunikations- und der IT-Industrie. Diese würden Verkaufsplattformen für preisgünstigere Stromlieferverträge bieten.

Nicht viel besser als bei der Wirtschaftlichkeit der Energiewende sieht es bei der Versorgungssicherheit aus. Zwar mutet das Bild auf den ersten Blick eher freundlich an, da es 2011 im Großen und Ganzen nicht zu sehr viel mehr Netzausfällen als im Vorjahr gekommen ist.

Die Ursache, dass es in einzelnen Ballungszentren trotzdem zu häufigeren Störungen kam, sieht die Bundesnetzagentur allerdings nicht in der Energiewende. "Versorgungsgefährdungen aufgrund des Kernkraftausstiegs oder die Verlegung von der zentralen Kraftwerksproduktion auf dezentrale Erzeugung mittels regenerativer Energien hatten in keinem Fall einen erkennbaren Zusammenhang mit den Beeinträchtigungen", meldet die Behörde, "auch wenn dies seitens einzelner Unternehmer anders wahrgenommen werden mag."

Ausbau erneuerbarer Energien liegt im grünen Bereich

Dass die Prognose von WirtschaftsWoche und A. T. Kearney für die Versorgungssicherheit trotzdem negativ ist, hat andere Gründe. Zum einen erfüllt der Ausbau der Transporttrassen für Ökostrom zu weniger als 50 Prozent den Soll-Wert. Zum anderen ist die Kraftwerksreserve, die bei Versorgungsengpässen abgerufen werden muss, 2011 auf mickrige elf Prozent gegenüber 2010 gesunken. Ein beängstigender Wert, zumal Anfang Dezember ein österreichisches Ölkraftwerk aushelfen musste, damit in Süddeutschland nicht die Lichter ausgingen. Befürworter des Atomausstiegs interpretieren den Rückgang als Beweis für langjährige Überkapazitäten im Kraftwerkspark.

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Weit im grünen Bereich liegt die Energiewende aktuell beim Ausbau der erneuerbaren Energien. 35 Prozent des Stroms sollen bis 2020 aus grünen Quellen wie Sonne, Wind oder Wasser stammen. Mit 20 Prozent Ende 2011 liegen Solaranlagen, Wasserkraftwerke und Windmühlen voll im Plan. Um die sonnigen Pfingstfeiertage gab es sogar einen Rekord: Laut Angaben des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien steuerte Ökostrom in Deutschland mehr als 20 Gigawatt bei, das entsprach einer Leistung von 20 Atomkraftwerken. Im Jahresdurchschnitt tragen die Solaranlagen aber nur zu drei bis vier Prozent zum Strommix bei – ein krasses Missverhältnis zu den 100 Milliarden Euro Subventionen in Form der EEG-Umlage.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 20.06.2012, 18:13 UhrMalocher

    Nachdem der Bundespräsident sich erst jüngst auf einschlägige Studien berufend feststellte, dass jeder Einzelne hiesig ausschließlich in offener Gesellschaft lebt, die allein den freien Wettbewerb auf in gleicher Weise offenen Märkten kennt (Rede zur Eröffnung der Woche der Umwelt 2012 am 5. Juni 2012 in Schloss Bellevue), befremdet es über alle Maße, wenn ein angesichts dessen belangsloses Unternehmen wie A. T. Kearney aus der deshalb nicht anders als hohlen Hand heraus besagte inzwischen unumstößlich gewonnenen Befunde infrage stellt. Dass alle dadurch verfasste Wirklichkeit nicht folgenlos sein kann, bestreiten insofern lediglich der Welt abgewandte Zeitgenossen.

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