Franz Fehrenbach im Interview: "Beim Klimaschutz gibt es kein Bremsen"

Franz Fehrenbach im Interview: "Beim Klimaschutz gibt es kein Bremsen"

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Bosch-Chef Franz Fehrenbach

Bosch-Chef Franz Fehrenbach über sein neues Verhältnis zum Auto, die Chancen der Ökowelle und die Jagd auf attraktive Technologieanbieter.

WirtschaftsWoche: Herr Fehrenbach, bei Bosch geht ein Gespenst um, das Gespenst UBX...

Fehrenbach: ...UBX, das ist kein Gespenst. UB steht bei uns schlicht für Unternehmensbereich, und derzeit haben wir drei: Kraftfahrzeugtechnik, Industrietechnik sowie Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik.

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Aber das geheimnisvolle X, was bedeutet das?

An dem X ist nichts Geheimnisvolles. Es ist eine Art Arbeitstitel. Unter der Bezeichnung UBX fassen wir alle Überlegungen, Aktivitäten und kreativen Ideen zusammen, die mit der Frage zu tun haben: Wo kann Bosch mit seinen Kernkompetenzen in Zukunft zusätzlich aktiv sein? Dazu zählen zum Beispiel unsere sämtlichen Ansatzpunkte rund um die erneuerbaren Energien.

Hat Bosch das Stadium der Überlegungen nicht längst hinter sich und ist auf bestem Weg, sich ein völlig neues Standbein zuzulegen?

Richtig ist, dass der Bereich rasant wächst. So setzen wir bereits 2008 rund eine Milliarde Euro im Bereich erneuerbare Energien um, also mit Wärmepumpen, Windkraft und Solarenergie. Durch Akquisitionen in den vergangenen Jahren wurden wir zum Beispiel der größte Wärmepumpenhersteller der Welt. Das wissen viele Leute nicht. In diesem Jahr übernehmen wir für über eine Milliarde Euro den Solarzellenhersteller Ersol in Erfurt.

Also steht das X für erneuerbare Energien?

Das kann durchaus sein. Die Akquisition von Ersol ist ein Schritt in diese Richtung. Für einen eigenen Unternehmensbereich ist dieses Pflänzchen noch zu klein. Aber wir sehen große Wachstumspotenziale für dieses Geschäft und werden es weiter ausbauen.

Fotovoltaik gilt schon seit vielen Jahren als Wachstumsbranche. Konzerne wie Sharp und Sanyo aus Japan haben eine führende Position auf dem Weltmarkt erobert. Kommt Ihr Einstieg nicht ein bisschen spät?

Wir sind der Meinung, dass unsere Übernahme von Ersol genau der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg in die Fotovoltaik ist. Die Entwicklung steht noch ganz am Anfang. Von 2015 an soll Strom aus Solarzellen beispielsweise in Deutschland nicht mehr kosten, als konventioneller Strom, so steht es im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Bis dahin muss noch viel an Entwicklungsarbeit geleistet werden. Die Kosten müssen runter, die Wirkungsgrade hoch. Außerdem ist der Anteil des Solarstroms an der gesamten Stromproduktion weltweit noch sehr gering. Kurzum: Das Wachstum liegt noch vor uns.

Ob Automotor, Heimwerkzeuge oder Industrietechnik, bisher hat sich Bosch vor allem mit Energieverwendung beschäftigt. Nun steigen Sie groß in die Energieerzeugung ein. Warum?

Sparsame Technologien zur Energieumwandlung, sowohl für die Industrie als auch für Verbraucher, sind seit Jahrzehnten unser Metier. Aus heutiger Sicht ist neben dem Energiesparen aber auch eine andere Frage sehr spannend: Wie stellt man in Zukunft die Energie her? Die fossilen Energien sind endlich. Auch wenn wir heute noch nicht genau wissen, wie die Verknappung ablaufen wird, so gibt es doch keinen Zweifel daran, dass die alten Energieträger eines Tages aufgebraucht sind. Das bedeutet: Wir brauchen Alternativen. Wenn Sie bedenken, dass die Sonne in einer Stunde so viel Energie auf die Erde schickt, wie die Weltbevölkerung derzeit im ganzen Jahr verbraucht, dann wird deutlich, welche enormen Energiepotenziale existieren. Doch hier gilt es, hochkomplexe Fragen zu klären, also genau das Richtige für ein innovatives Technologieunternehmen wie Bosch.

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