Air-Berlin: Unternehmer Utz Claassen will offenbar mitbieten

Air-Berlin: Unternehmer Utz Claassen will offenbar mitbieten

, aktualisiert 01. September 2017, 15:52 Uhr
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Der ehemalige EnBW-Chef könnte wohl noch in den Bieterwettbewerb um Air Berlin einsteigen.

Quelle:Handelsblatt Online

Laut einem Medienbericht will der ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen in den Bieterwettbewerb um Air Berlin mit einsteigen. Am 21. September werde der Gläubigerausschuss entscheiden, wer zum Zuge kommt.

BerlinNach den Absagen von Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl und Ryanair galt Lufthansa als der große Favorit zur Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin. Wie der „Spiegel“ nun erfahren haben will, steigt aber der ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen in den Bieterwettbewerb ein. Der Unternehmer gerät immer wieder wegen eines Streits mit Carsten Maschmeyer um Investitionen in eine kleine Medizintechnik-Firma in die Schlagzeilen. Zudem verklagte er EnBW auf Pensionszahlungen in sechsstelliger Höhe. Bei Air Berlin könnte er sich nun als Retter darstellen – wenn er bis zum 15. September ein konkretes Angebot abgibt. Bis dahin hat die Airline dem „Spiegel“ zufolge allen Anbietern Zeit gegeben. Am 21. September wolle der Gläubigerausschuss entscheiden, welcher Bieter zum Zuge kommt. Die zweitgrößte deutsche Airline verhandelt zudem mit dem Marktführer Lufthansa und weiteren Interessenten über den Verkauf von Unternehmensteilen. Am 26. September sei eine Aufsichtsratssitzung bei Lufthansa geplant.

Als Interessenten gelten auch Condor, Easyjet und der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, auch wenn dieser sich die Air-Berlin-Daten derzeit nicht näher anschauen will. Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem der Großaktionär Etihad seine finanzielle Unterstützung aufgekündigt hatte.

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Arbeitnehmervertreter kämpfen um eine Übernahme möglichst vieler der mehr als 8000 Beschäftigten durch den oder die jeweiligen Käufer. Am Montag gibt es dazu ein Treffen mit den Regierungschefs der Länder mit den beiden größten Air-Berlin-Standorten Berlin und Düsseldorf, dem Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Müller hatte das Treffen in dieser Woche angeregt, beide Politiker machen sich für die Lufthansa als Käufer stark.

„Wir wollen uns noch breiter aufstellen, damit sich die Bieter Gedanken machen“, sagte der Vize-Chef des Gesamtbetriebsrats, Wolfgang Fleischer. „Slots sind schön und gut“, sagte Fleischer mit Blick auf die begehrten Start- und Landerechte der Air Berlin. „Aber es muss sie auch einer bedienen.“

Wie „Der Spiegel“ erfahren hat, würde Easyjet möglicherweise auch Beschäftigte aus der Verwaltung und Technik übernehmen. Ihnen wurden bislang vergleichsweise geringe Chancen eingeräumt. Mit 1200 Kollegen sind nach Verdi-Angaben die meisten Verwaltungsmitarbeiter in der Berliner Zentrale beschäftigt. In der Technik arbeiten demnach in Berlin 700 Beschäftigte, in Düsseldorf 220.

Nach Informationen der „Börsenzeitung“ soll der Ferienflieger Condor eine Komplettübernahme der Air Berlin zumindest prüfen. Allerdings ist die in Frankfurt beheimatete Airline des Touristikkonzerns Thomas Cook nur ein Drittel so groß wie die Air Berlin. Vor einigen Tagen hatte es in Konzernkreisen geheißen, dass man für eine kleinere zweistellige Zahl von Flugzeugen bieten wolle.

Quelle:  Handelsblatt Online
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