
Die Deutschen trinken immer mehr Mineralwasser. Im Jahr 2012 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei durchschnittlich 137 Litern, teilt aktuell der Verband Deutscher Mineralbrunnen mit. Das sind rund 1,3 Liter mehr als noch 2011 – und damit so viel wie nie. Am beliebtesten sind Mineralwässer mit Kohlensäure sowie in der Variante mit wenig Kohlensäure. Gemeinsam haben sie einen Marktanteil von rund 85 Prozent. Mineralwässer ohne Kohlensäure holen aber auf.
Dass Mineralwässer bei den Deutschen beliebt sind, zeigt auch der Blick in den YouGov-Markenmonitor BrandIndex: Fünf große, national und international tätige Mineralwassermarken erreichen derzeit mehr als 60 Imagepunkte, sie werden also deutlich positiv wahrgenommen. Auffällig ist trotzdem, dass es aus Imagesicht große Differenzen zwischen den verschiedenen Mineralwassermarken gibt, obwohl es aus Produktsicht nicht einfach ist, Unterschiede herauszustellen. Umso wichtiger ist es für die verschiedenen Anbieter, sich mit einer starken Markenpositionierung abzusetzen.
Bild: dpaDeutschlands Kult-Limonaden
Bionade
„Das weltweit einzigartige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das rein biologisch hergestellt“ ist, rühmt sich Bionade selbst. Die Biobrause, die wie Bier gebraut wird, wurde 1995 im bayerischen Ostheim vom Diplom-Braumeister Dieter Leipold entwickelt. Alle Zutaten versichert die Bionade GmbH sind biologisch abbaubar.
Bionade entwickelte sich schlagartig zum Kultgetränk: 2002 verkaufte das Unternehmen nur zwei Millionen Flaschen, fünf Jahre später waren es dann schon 200 Millionen. Dann brach der Umsatz 2008 ein. Nachdem zunächst die Familien Kowalsky und Leipold das Unternehmen gemeinsam führten, wurde dann der Mineralwasser-Hersteller Rhön-Sprudel mit 70 Prozent Mehrheitseigner. 2009 übernahm die Oetker-Tochter Radeberger diese Anteile. 2012 soll die Biobrause komplett in den Besitz von Radeberger übergehen.
Bild: Jane MejdahlOrangina
Erst schütteln, dann trinken – das ist Orangina. Die Franzosen lieben die Orangen-Limoande mit Fruchtfleisch. So sehr, dass es Coca-Cola bis heute nicht gelungen ist, in Frankreich einen ähnlich großen Markteinfluss zu bekommen wie in anderen Ländern. Seit 2006 gehört Orangina zur Investorengruppe Lion Capital und Blackstone. In Deutschland wird Orangina über die Krombacher Brauerei vertrieben.
Markenzeichen der Limonade, die ein spanischer Apotheker 1935 erstmals auf einer Messe in Marseille präsentierte, ist die bauchige Flasche, die an die kugelrunden Orangen erinnern soll. Der Franzose Leon Beton erwirbt das Rezept und produziert Orangina zunächst für den algerischen Markt, erst nach dem zweiten Weltkrieg (1947) kommt die Limonade nach Frankreich.
Bild: Axel SchwenkeFritz-Kola
"Vielviel Koffein und weniger süß": Fritz-Kola hat fast dreimal soviel Koffein wie die gewöhnliche Cola – mit einem Hauch Zitrone. Hinter Fritz-Kola stehen Lorenz Hampl und Mirco Wolf Wiegert. Sie wollen mit dem Label gegen Colamonopole, Plastikflaschenschrott und Dauer-Coolness angehen. 2003 werden die ersten 170 Kisten Fritz-Cola produziert.
Was die Bilanz angeht halten sich die Hamburger bedeckt, feststeht, der Laden läuft. Aus der Garagen-Firma ist ein Unternehmen mit 20 Mitarbeiter und einem Umsatz von 2,6 Millionen Euro geworden (Stand Sommer 2010).
Bild: PressebildAfri Cola
Die Limonade der Trendsetter und Szenegänger. Seit 1999 liegen die Markenrechte für Afric Cola bei der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG. Sie erwarb die Kultmarke – und ramponierte sie erst einmal. Die neuen Eigentümer veränderten die Rezeptur so stark, dass die einstigen Fans Sturm dagegen liefen und sogar ein Konkurrenzprodukt auf den Markt brachten.
Seit 2006 gibt es Afri Cola in der markanten Taillen-Flasche mit den zwei seitlichen Einbuchtungen wieder mit Original-Koffeinwert von 25 mg/100 ml und ist wieder weniger süß. Exportiert wird offiziell nach Österreich, in die Schweiz, Tschechien, Saudi-Arabien, Ghana, Frankreich und Südafrika.
Bild: PressebildSinalco
2005 feierte die Limonade ihren 100. Geburtstag. Der Name kommt vom lateinischen Begriff für „ohne Alkohol“ – sine alcohole. Sinalco ist ein natürliches Fruchtgetränk aus Südfrüchten und einheimischen Obstarten . In den 50er- bis 70er Jahren ist Sinalco der Inbegriff für die Gattung Limonade. Der Jingle „Die Sinalco Schmeckt“, komponiert auf die Melodie des Flohwalzers machen die Brause berühmt.
1994 erwirbt die RheinfelsQuellen H. Hövelmann die Sinalco-Rechte und starten den Relaunch der Kultlimonade. Mit Erfolg - 2010 setzte Hövelmann 147,6 Millionen Euro um.
Bild: PressebildVitaCola
Die ostdeutsche Traditionsmarke VitaCola ist in den neuen Ländern nach Herstellerangaben die zweitbeliebteste Koffein-Brause nach Coca-Cola. Die Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH haucht der einstigen DDR-Marke 1994 im thüringischen Schmalkalden neues Leben ein. Ab diesem Zeitpunkt ist VitaCola in ganz Deutschland erhältlich. 2008 feiert die Kult-Cola ihr 50-jähriges Bestehen.
Bild: PressebildBluna
„Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?“ Mit diesem Slogan erreichte Bluna Mitte der 90er Jahre wieder ernorme Bekanntheit. In den 50er Jahren war die Limonade von Afri-Cola-Erfinder Karl Flach ein echter Verkaufsschlager, geriet zwischenzeitlich aber in Vergessenheit.
1952 brachte das Unternehmen F. Blumhoffer Nachfolger die Marke heraus. Die Rechte liegen seit 1994 bei der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG.
Bild: PressebildClubMate
Club Mate ist ein mit viel Kohlensäure versetzter Mate-Eistee. Mate wird aus Yerba-Tee, einer jahrhundertealte Urwaldpflanze aus Südamerika gemacht. In weiten Teilen Südamerikas gilt Mate-Tee als Nationalgetränk.
Seit 1994 liegt die Lizenz für ClubMate bei der Brauerei Loscher aus Münchsteinach. Hergestellt wird das Mate-Getränk bereits seit 1924, damals unter dem Namen „Sekt-Bronte“.
Bild: PressebildAlmdudler
Das Familienunternehmen Klein ist Erfinder und Hüter der Marke Almdudler - leicht erkennbar am Etikett mit dem Trachtenpärchen. Die Kräuterlimonade aus Kräuterextrakten, Mineralwasser, Zucker und Zitrone soll eiskalt, ohne Glas und nicht gemischt getrunken werden – das rät zumindest der Hersteller.
1957 bringt Erwin Klein die Kräuterlimonade auf den österreichischen Markt. Der Name kommt vom Begriff „auf der Alm dudeln“, einem Wiener Begriff für das Jodeln.
Deutschlands Kult-Limonaden
Bionade
„Das weltweit einzigartige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das rein biologisch hergestellt“ ist, rühmt sich Bionade selbst. Die Biobrause, die wie Bier gebraut wird, wurde 1995 im bayerischen Ostheim vom Diplom-Braumeister Dieter Leipold entwickelt. Alle Zutaten versichert die Bionade GmbH sind biologisch abbaubar.
Bionade entwickelte sich schlagartig zum Kultgetränk: 2002 verkaufte das Unternehmen nur zwei Millionen Flaschen, fünf Jahre später waren es dann schon 200 Millionen. Dann brach der Umsatz 2008 ein. Nachdem zunächst die Familien Kowalsky und Leipold das Unternehmen gemeinsam führten, wurde dann der Mineralwasser-Hersteller Rhön-Sprudel mit 70 Prozent Mehrheitseigner. 2009 übernahm die Oetker-Tochter Radeberger diese Anteile. 2012 soll die Biobrause komplett in den Besitz von Radeberger übergehen.
Gerolsteiner seit langem am beliebtesten
Angeführt wird die Liste seit langer Zeit von der Marke Gerolsteiner. Sie ist auch die einzige Marke, die stets beeindruckende Imagewerte von mehr als 80 Punkten erreicht. Die Gerolsteiner Brunnen GmbH, die zur Bitburger-Gruppe gehört, ist einer der größten Mineralwasser-Abfüller Deutschlands und tritt selbstbewusst auf: Auf der einer von Gerolsteiner betriebenen Webseite können Verbraucher den Mineraliengehalt des Gerolsteiner-Wassers mit dem von 900 anderen Wassermarken vergleichen. Die Werbeanstrengungen des Unternehmens scheinen sich auszuzahlen.
Großes Vertrauen genießt auch die deutsche Marke Selters, die zur Radeberger-Gruppe gehört. Mit dem aktuellen Imagewert ist Selters bei den Verbrauchern genauso beliebt wie vor einem Jahr, der Abstand zu Gerolsteiner beträgt sechs Imagepunkte. Einen recht ähnlichen Imageverlauf wie Selters erlebt die Mineralwassermarke Apollinaris. Die seit einiger Zeit zu Coca-Cola gehörende Marke ist aber etwas weniger beliebt als Selters.
Das starke Abschneiden der traditionellen deutschen Marken ist umso interessanter, wenn man einen Blick auf andere Marken wirft. So erreichen die französischen Marken Volvic, Vittel und Evian zwar ebenfalls vergleichsweise gute Imagewerte. An die Konkurrenz aus Deutschland kommen sie jedoch nicht heran. Im Gegenteil: Die Marke Evian zeigte in den vergangenen Monaten sogar eine deutlich schwächere Entwicklung und erreicht aktuell nur noch 44 BrandIndex-Punkte. Und das, obwohl Wässer ohne Kohlensäure im Trend liegen. Anders als in Frankreich, wo Volvic, Vittel und Evian äußerst gute Werte im BrandIndex erreichen können, haben es Danone und Nestlé hierzulande wesentlich schwerer, die Verbraucher zu begeistern.
Allerdings ist die Markenstärke je nach Zielgruppe unterschiedlich. So ist etwa Volvic in der jüngeren Zielgruppe (unter 30-Jährige) ähnlich stark wie Gerolsteiner, wobei auch hier Evian überraschend zurück liegt.
In einer anderen Liga spielen die Wasserprodukte Bonaqa, Aquarel und Active O2 – diese sind wesentlich schwächer positioniert. Am deutlichsten im Image haben in Deutschland die Marken Bonaqa von Coca-Cola und Nestlé Aquarel verloren. Bonaqa verliert seit einem Jahr fast kontinuierlich im Image. Die Marke hat jetzt mit +24 Punkten acht weniger als zu Beginn 2012. Nestlé Aquarel verlor ebenfalls und erreicht derzeit einen sehr schwachen Wert von -3. Nestlé Aquarel ist damit neben der Wassermarke Active O2 das einzige Mineralwasser im YouGov-BrandIndex, das von den Verbrauchern in der Summe negativ wahrgenommen wird.
























