Christian Greiner: Wöhrl-Sohn übernimmt insolvente Wöhrl AG

Christian Greiner: Wöhrl-Sohn übernimmt insolvente Wöhrl AG

, aktualisiert 31. Januar 2017, 18:27 Uhr
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Blick auf das Logo des Bekleidungsgeschäfts Wöhrl

Die wirtschaftlich angeschlagene Modehauskette Wöhrl bleibt nun doch in Familienhand. Neuer Eigentümer wird der Sohn des Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl, Christian Greiner, wie das Unternehmen mitteilte.

Die fränkische Modehaus-Kette Wöhrl bleibt auch nach der Pleite in der Familie: Christian Greiner, ein Enkel des Firmengründers Rudolf Wöhrl, soll das Nürnberger Traditionsunternehmen zum 1. März übernehmen, wie Vorstandschef Andreas Mach am Dienstag mitteilte. Der 38 Jahre alte Greiner ist seit 2011 Marketing-Chef der börsennotierten Kaufhaus-Kette Ludwig Beck - und will das auch bleiben, wie Mach betonte. Von 2004 bis 2007 war Greiner Geschäftsführer von Wöhrl.

Mach und Sanierer Christian Gerloff hatten in der Insolvenz beschlossen, vier der 34 Wöhrl-Häuser und drei Fabrikverkaufs-Läden zu schließen. Weitere Kündigungen und Filialschließungen seien nicht geplant, erklärte Mach, der im Amt bleiben soll. 95 Prozent der 2000 Arbeitsplätze seien trotz der Pleite erhalten worden, sagte Gerloff.

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Die Rudolf Wöhrl AG, die bisher der Familie von Gründer-Sohn Gerhard Wöhrl gehörte, hatte sich im September in die Insolvenz geflüchtet. Sie hatte sich mit der Übernahme der Bekleidungskette SinnLeffers übernommen. Diese soll separat verkauft werden. "Am Ende des Tages werden beide getrennt voneinander am Markt agieren", sagte Gerloff.

Greiner ist noch auf der Suche nach Co-Investoren, könnte die nötigen Investitionen laut Mach aber auch allein finanzieren. "Es braucht einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag, um Wöhrl wieder flott zu machen", sagte er. Möglich sei, dass Greiners Vater Hans-Rudolf Wöhrl wieder einsteige, der 2011 aus dem Unternehmen seines Bruders Gerhard ausgestiegen war. Hans-Rudolf Wöhrl ist als Luftfahrt-Unternehmer (Deutsche BA) bekannt geworden, ist aber auch Großaktionär von Ludwig Beck.

Die Gläubiger dürften mit einer überdurchschnittlich hohen Insolvenzquote von 10 bis 20 Prozent rechnen. Das bedeutet aber auch für die Zeichner einer 30 Millionen Euro schweren Wöhrl-Anleihe - vor allem Privatanleger aus Franken - den Verlust von 80 bis 90 Prozent ihres Einsatzes.

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