Insolvente Airline: Ryanair will nicht für Air Berlin bieten

Insolvente Airline: Ryanair will nicht für Air Berlin bieten

, aktualisiert 30. August 2017, 17:13 Uhr
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Der Ryanair-Chef äußert sich zur insolventen Air Berlin.

Quelle:Handelsblatt Online

Zur insolventen Air Berlin hat Michael O'Leary eine deutliche Meinung. Das Verfahren um den Verkauf der Airline sei ein „offensichtliches Komplott“. Der irische Billigflieger werde deshalb kein Angebot abgeben.

BerlinDer irische Billigflieger Ryanair will kein Angebot für die insolvente Air Berlin abgeben. Denn das Verfahren sei ein „abgekartetes Spiel“, sagte Konzernchef Michael O'Leary am Mittwoch in Berlin. Er wiederholte seine Vorwürfe, dass die Lufthansa bevorzugt werde und dass durch ein „offensichtliches Komplott“ von Regierung, Lufthansa und Air Berlin gegen die Wettbewerbsregeln in Deutschland und der EU verstoßen werde. Wäre es ein transparentes Verfahren, würde Ryanair ein Angebot abgeben. Dann könne er sich vorstellen, Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft als ganzes zu übernehmen oder Teile davon. „Wir mischen uns nicht in dieses Verfahren ein, weil es ein abgekartetes Spiel ist.“

Ryanair habe am Mittwoch das Bundeskartellamt und die EU-Wettbewerbsbehörde aufgefordert, diese „künstlich erzeugte Insolvenz“ zu untersuchen. Der Zeitpunkt der Insolvenz von Air Berlin Mitte August sei gewählt worden, um vor der Bundestagswahl am 24. September Druck auf die Politik auszuüben.

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Air Berlin will bis zum 15. September Angebote von Investoren einsammeln. Aus dem Umfeld des Konzerns hieß es: „Ryanair gehört nicht zum Kreis der Interessenten für Air Berlin. Die haben sich auch noch nicht gemeldet.“ O'Leary sagte, er habe keinen Kontakt zu Air Berlin, dem Sachwalter oder der Bundesregierung. Auch habe er bisher nicht in den Datenraum geschaut. „Wir werden keine Zeit verschwenden mit dem Verfahren.“ Denn der Ausgang sei bereits vorgezeichnet.

Ryanair trifft laut O'Leary diese Woche mit Vertretern der EU-Wettbewerbsbehörden zusammen und hat nächste Woche einen Termin beim Bundeskartellamt. Seine Beschwerde dürfte wahrscheinlich folgenlos bleiben. Der Ryanair-Chef hatte bereits vor zwei Wochen seine Einwände schriftlich an die Kartellwächter verschickt. „Die Beschwerde von Ryanair liegt uns vor. Es gibt keinen neuen Stand“, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamts. Die Eingabe löst bei der Bonner Behörde allerdings kein formelles Verfahren aus. Sie dient nur dazu, Kartellwächter auf etwas aufmerksam zu machen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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