Kaiser’s Tengelmann: Bietergefecht wird eröffnet

Kaiser’s Tengelmann: Bietergefecht wird eröffnet

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Kaiser’s Tengelmann: Bietergefecht wird eröffnet

Nach zweijährigen Bemühungen um eine Komplettübernahme startet der Einzelverkauf der Filialen von Kaiser's Tengelmann. Alle dürfen bieten. Doch die Zukunft für viele Beschäftigte ist ungewiss.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub will am heutigen Montag die Zerschlagung der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann einleiten. Interessenten werden aufgefordert, für jede einzelne der knapp 450 Filialen zu bieten. Am Wochenende hatte es keine Signale für weitere Gespräche der Handelskonzerne Edeka, Rewe, Markant und Norma gegeben, die das noch verhindern könnten. Haub sieht bei der „Verwertung“ bis zu 8000 Stellen gefährdet, weil sich vermutlich nicht für alle Geschäfte ein Käufer findet. Die größten Sorgen machen die 105 Supermärkte in Nordrhein-Westfalen.

Haub zeigte sich aber weiter offen für eine Lösung, die Kaiser's Tengelmann mit über 15.000 Beschäftigten als Ganzes erhält. Das „Zeitfenster“ schließe sich erst, wenn die erste Filiale verkauft sei.

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Für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch gibt es noch einen Rest Hoffnung. Die Gewerkschaft Verdi hatte am Freitag betont, es gebe noch Kontakte zwischen allen Beteiligten. Angesichts der drohenden Zerschlagung hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zudem ein Schlichtungsverfahren ins Gespräch gebracht.

Die Hängepartie bei Kaiser's Tengelmann

  • 7. Oktober 2014

    Der Handelskonzern Tengelmann teilt mit, seine Supermärkte an Edeka verkaufen zu wollen. Die verbliebenen rund 450 Kaiser's-Tengelmann-Filialen, die seit Jahren rote Zahlen schreiben, sollen bis Mitte 2015 komplett an den deutschen Marktführer gehen.

  • 1. April 2015

    Das Bundeskartellamt untersagt Edeka die Übernahme. Die Behörde befürchtet Preiserhöhungen und weniger Wettbewerb.

  • 29. April 2015

    Tengelmann und Edeka wollen das Veto des Kartellamts nicht hinnehmen. Sie beantragen eine sogenannte Ministererlaubnis für den Zusammenschluss.

  • 17. März 2016

    Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gibt grünes Licht für die Übernahme - unter harten Auflagen. So muss Edeka den Erhalt von über 15 000 Jobs bei Kaiser's Tengelmann für mindestens sieben Jahre garantieren.

  • 21. März 2016

    Edeka-Konkurrent Rewe legt beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde gegen die Ministererlaubnis ein, wie auch Markant und Norma.

  • 12. Juli 2016

    Das Oberlandesgericht stoppt die Ministererlaubnis vorläufig. Die Ausnahmegenehmigung Gabriels sei rechtswidrig. Er habe sich in dem Verfahren befangen und nicht neutral verhalten.

  • 13. Juli 2016

    Gabriel wirft dem Gericht schwere Versäumnisse vor. Das Urteil enthalte falsche Behauptungen.

  • 4. August 2016

    Edeka geht juristisch gegen den Stopp der Fusion durch das Oberlandesgericht vor. Das Unternehmen reicht eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) ein. Der BGH will darüber am 15. November entscheiden.

  • 8. August 2016

    Auch Gabriel legt Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Gerichts ein. Darüber soll ebenfalls Mitte November entschieden werden. Kaiser's Tengelmann läuft unterdessen die Zeit davon.

  • 22. September 2016

    Die Chefs von Tengelmann, Edeka und Rewe sowie Vertreter von Verdi wollen sich zu einem Rettungsgespräch treffen.

  • 23. September 2016

    Der Aufsichtsrat von Kaiser's Tengelmann soll angesichts hoher Verluste über die Schließung von Filialen und den Abbau Tausender Arbeitsplätze beraten. Damit würde der Deal mit Edeka platzen und die Kette wohl zerschlagen.

  • 6. Oktober 2016

    Bei einem zweiten Spitzentreffen vereinbaren die Supermarktchefs überraschend, dass die Edeka-Konkurrenten ihre Klage zurückziehen und damit den Weg frei machen für die Übernahme. Sie geben sich Zeit bis zum 17. Oktober.

  • 13. Oktober 2016

    Die Verhandlungen zwischen den Chefs von Tengelmann, Edeka, Rewe und Verdi sind gescheitert. Die Supermarktkette wird nun zerschlagen. Noch am Abend bereitet Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub die Mitarbeiter auf den Verlust vieler Arbeitsplätze vor.

Haub sieht beim Einzelverkauf der Filialen ein bevorzugtes Zugriffsrecht für Branchenprimus Edeka. „Wenn Edeka Märkte von Kaiser's Tengelmann übernehmen will, die kartellrechtlich unproblematisch sind, dann hat Edeka für mich den Vorrang“, sagte der Tengelmann-Chef dem „Handelsblatt“ (Montag). „Das gebietet alleine der Anstand nach zwei Jahren Zusammenarbeit“, betonte Haub.

Seit zwei Jahren versucht der Tengelmann-Inhaber, die Supermarktkette komplett an den Konkurrenten Edeka zu verkaufen. Da die Übernahme durch Klagen der Konkurrenten blockiert ist, will Tengelmann nun die Standorte einzeln verkaufen. „Wir haben bereits viele Interessensbekundungen für Einzelfilialen erhalten“, sagte Haub. Tengelmann werde versuchen, nicht nur einzelne Märkte, sondern möglichst große Pakete von Standorten zu vermarkten.

Kaiser's-Tengelmann-Zerschlagung Edeka soll bei Filialverkäufen bevorzugt werden

Wenn es nach Kaiser's-Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub geht, soll Edeka als Bieter bei den Filialverkäufen Vorrang haben. In der kommenden Woche werden die Standorte einzeln verkauft.

In der kommenden Woche werden die Standorte von Kaiser's Tengelmann verkauft. Quelle: dpa
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