Zalando: Später Frühlingsanfang macht Online-Modehändler zu schaffen

Zalando: Später Frühlingsanfang macht Online-Modehändler zu schaffen

Der Online-Modehändler Zalando hat sein Geschäft zum Start ins Jahr erneut stark ausgebaut, dabei aber wegen hoher Investitionen weniger verdient.

Europas größter Online-Modehändler Zalando ist verhalten ins Jahr gestartet. Der Umsatz sei im ersten Quartal höchstens um 24,5 Prozent auf 801 Millionen Euro gestiegen, teilte der Berliner Konzern am Dienstag unter Berufung auf vorläufige Zahlen mit. Im Vorjahreszeitraum kam Zalando noch auf ein Plus von fast 29 Prozent.

Die Omnichannel-Trends im Handel

  • Die größten Herausforderungen

    Eine Umfrage des Handelsinstitut EHI unter Führungskräften und IT-Verantwortlichen von 95 Handelsunternehmen hat ergeben, dass 63 Prozent der Befragten Omnichannel für den bedeutendsten technologischen Trend halten. Die wichtigste Herausforderung ist dabei für 51 Prozent die Optimierung der Kanal-Integration aus organisatorischer Sicht, gefolgt von technischer Systemverknüpfung, Realtime-Anbindung und Stammdatenmanagement. Nur 12 Prozent der Firmen schätzen die Kanal-Integration im eigenen Unternehmen bereits als gut ein, 40 Prozent sehen sich auf gutem Wege.
    Quelle: EHI-Studie „IT-Trends im Handel 2015“. Das Handelsinstitut EHI hat CIOs und IT-Leiter von insgesamt 95 Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in persönlichen Interviews zu Projekten, Trends und Investitionsprioritäten befragt. Die interviewten Einzelhändler stehen für insgesamt über 300 Milliarden Euro Unternehmensumsatz.

  • Die Bedeutung von Mobile

    Mobile Anwendungen stehen für 57 Prozent ebenfalls ganz oben auf der Liste der Technologietrends. Dies schlägt sich auch in den Projekten nieder: Ein knappes Viertel der Befragten hat mobile Systeme für Mitarbeiter im Store im Fokus – 17 Prozent feilen an mobilen Lösungen für ihre Kunden.
    Auch das Thema Mobile Payment ist mit 26 Prozent der Nennungen ein Bereich, der sehr interessiert beobachtet wird. Viele Händler erhoffen sich hier eine Beschleunigung der Kassendurchlaufzeiten. Auch die Möglichkeiten der Verbindung mit Loyalty-Programmen oder gegebenenfalls Händler-Apps bergen Potenzial.

  • Höheres IT-Budget

    40 Prozent der Unternehmen erwarten entsprechend den vermehrten Anforderungen in den nächsten Jahren steigende IT-Budgets. Im Vergleich zu 2013 sind die Budgets bereits jetzt deutlich auf durchschnittlich 1,24 Prozent vom Nettoumsatz gestiegen.

  • Suche nach IT-Spezialisten

    Die wachsende Relevanz von Technologie in allen Unternehmensbereichen hat deutlichen Einfluss auf die Position und Bedeutung der IT-Abteilung. 62 Prozent der IT-Verantwortlichen definieren die wesentliche Rolle der IT als Enabler mit enger Einbindung in die Prozessorganisation. Für 38 Prozent ist IT darüber hinaus auch zentraler Innovationstreiber innerhalb des Unternehmens. Bedingt durch diese Entwicklung hat sich das Anforderungsprofil an Mitarbeiter der IT-Abteilung stark in Richtung Prozess- und Businessorientierung gewandelt. 66 Prozent der Handelsunternehmen haben aufgrund akuten Fachkräftemangels Schwierigkeiten, Positionen adäquat zu besetzen.

Gründe für das schwächere Wachstum will Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter erst zur Veröffentlichung der endgültigen Quartalszahlen am 12. Mai nennen. Ein Grund dürfte das Wetter sein: Im Vergleich zu 2015 lässt dieses Jahr der Frühlingsbeginn auf sich warten, was bei vielen Verbrauchern dazu führt, dass sie noch keine leichteren Kleidungsstücke kaufen, aber eben auch keine Winterjacken oder -schuhe mehr.

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Die im MDax gelistete Zalando-Aktie gab im frühen Handel um rund vier Prozent auf etwa 28,70 Euro nach. Analysten zeigten sich von den Zahlen kaum verunsichert. Das erste Quartal sei saisonal sowieso eher schwach, urteilte Christian Schwenkenbecher von Hauck & Aufhäuser. Seine Kollegen von Bernstein sahen als positiv an, dass Zalando trotzdem an den Jahreszielen festhält. Auf Jahressicht soll der Umsatz um bis zu 25 Prozent zulegen. 2015 waren es allerdings noch 34 Prozent.

Was den Deutschen beim Online-Luxus-Kauf wichtig ist

  • Zur Studie

    Fragestellung: Wie wichtig sind Ihnen folgende Faktoren beim Einkauf in einem Online-Luxus-Shop?
    Quelle: McKinsey Verbraucherumfrage unter 550 Teilnehmern, Juni 2014

  • 11 Prozent

    Eine Lieferung noch am gleichen Tag

  • 17 Prozent

    Exklusiver Zugang zum Shop, den nur ausgewählte Kunden nutzen können

  • 17 Prozent

    Eine persönliche Einkaufsberatung

  • 20 Prozent

    Der Shop besitzt neben dem Online-Auftritt auch Ladenlokale, die ich vorher schon einmal besucht habe

  • 25 Prozent

    Der Online-Shop bietet Newsletter-Abonnements oder redaktionelle Inhalte auf der Seite

  • 38 Prozent

    Frühere Verfügbarkeit bestimmter Produkte als im Geschäft

  • 46 Prozent

    Die Möglichkeit, das Produkt in zwei Größen zu bestellen und umzutauschen, falls es nicht passt

  • 69 Prozent

    Exklusive Online-Angebote

  • 69 Prozent

    Kostenlose Lieferungen

  • 74 Prozent

    Komfortable Rückgabebestimmungen

Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) ist im ersten Quartal um bis zu 59 Prozent eingebrochen. Zalando nannte für den Ebit-Gewinn nur eine sehr breite Spanne von zwölf bis 28 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum hatten 29,1 Millionen Euro in der Bilanz gestanden. Analysten rechneten im Schnitt mit Erlösen von 822 Millionen Euro und einem bereinigten Betriebsgewinn von 21,6 Millionen Euro. Nach Ostern habe das Geschäft an Fahrt aufgenommen, sagte Ritter.

Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts GfK erlöste der Textilmarkt insgesamt in Deutschland im ersten Quartal ein Prozent weniger. Experte Bernd Lochschmidt erklärt dies mit einem Mangel an modischen Impulsen, der letztlich vor allem bei Frauen weniger Einkäufe nach sich ziehe. Zalando versucht dem mit der neuen Sportmarke Ivy Park von US-Sängerin Beyonce zu begegnen. Die erst kürzlich angelaufene Kampagne sei "ein großer Erfolg", sagte Ritter. Derzeit hat der Konzern mit mehr als 10.000 Mitarbeitern mehr als 1500 verschiedene Marken im Angebot und beliefert damit fast 18 Millionen Kunden. Ziel der Firma ist es, in der Zukunft einen Anteil von fünf Prozent am europäischen Modemarkt zu haben. Derzeit kommt Zalando auf rund ein Prozent.

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