Stada-Übernahme im zweiten Anlauf erfolgreich

Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada

, aktualisiert 18. August 2017, 13:28 Uhr

Das lange Übernahmeringen um den hessischen Arzneimittelhersteller ist beendet. Bain und Cinven haben im zweiten Anlauf die nötige Zustimmung der Aktionäre erreicht. Nun wollen sie expandieren.

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Die Finanzinvestoren Cinven und Bain übernehmen Stada.

Die monatelange Übernahmeschlacht um den Pharmakonzern Stada ist entschieden. Die Finanzinvestoren Bain und Cinven haben im zweiten Anlauf die nötige Zustimmung der Aktionäre für ihr milliardenschweres verbessertes Angebot erhalten. Bis zum Ablauf der Übernahmefrist in der Nacht auf Donnerstag sei die erforderliche Mindestannahmeschwelle von 63 Prozent der Stimmrechte geknackt worden, teilten die Investoren am Freitag mit.

„Wir sind froh, dass die Frage der zukünftigen Eigentümerstruktur nun geklärt ist“, erklärte Stada-Chef Engelbert Willink. Alle kartellrechtlichen Freigaben seien erfolgt. Der Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad könne sich nun wieder auf das operative Geschäft konzentrieren. „Mit der umfangreichen Branchenexpertise der neuen Eigentümer und ihrem Zugang zu einem weltweiten Netzwerk im Gesundheitswesen wird Stadas Position als global tätiges Pharmaunternehmen nachhaltig gestärkt“, erklärte Willink.

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Das Unternehmen und seine Mitarbeiter profitierten von dem Verkauf an das angelsächsische Investorenduo, ergänzte Aufsichtsratschef Ferdinand Oetker. „Wir sind davon überzeugt, dass Stada dank dieser Entscheidung langfristig erfolgreich sein wird.“

An der Börse kam die Nachricht gut an: Stada-Aktien schossen am Mittag um mehr als 11 Prozent auf über 71 Euro nach oben.

Bain und Cinven waren im Juni zunächst mit der Übernahme von Stada gescheitert, da sie die nötige Annahmequote knapp verfehlten. Daraufhin hatten sie ihr Angebot um 25 Cent je Aktie auf 66,25 Euro je Papier erhöht und die Annahmequote gesenkt. Dennoch hatten die Investoren und der Pharmakonzern bis zuletzt um den Verkauf gezittert. So hatten sich viele Privatanleger geweigert, ihre Anteile anzudienen. Gerade Ärzte und Apotheker unter den Stada-Aktionären sehen den Verkauf kritisch. Zudem hatten sich viele Hedgefonds, die zuletzt die Hälfte der Anteile an Stada hielten, zurückgehalten.

Bain und Cinven erneuerten am Freitag ihre Absicht, mit dem Konzern international zu expandieren. „Nach dem erfolgreichen Abschluss der Transaktion werden wir das bestehende Geschäft von Stada weiter stärken und seine Position als global tätiges Pharmaunternehmen ausbauen“, erklärten sie. Das genaue Ergebnis zur Annahmequote der Aktionäre soll später mitgeteilt werden.

Mit dem Angebot von Bain und Cinven in Höhe von 5,3 Milliarden Euro für den im MDAX notierten Konzern ist die Übernahme eine der größte Firmenverkäufe eines deutschen Unternehmens an Finanzinvestoren. Stada gilt als letzter unabhängiger Generika-Hersteller in der Bundesrepublik. Arbeitnehmervertreter hatten den Verkauf kritisch gesehen. Sie befürchteten trotz Zusagen der Investoren einen Abbau der rund 10.800 Jobs bei Stada.

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