Merck: Das erste neue Medikament seit neun Jahren

Merck: Das erste neue Medikament seit neun Jahren

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Nach neun Jahren hat Merck wieder ein neues Medikament auf den Markt gebracht.

Nach nur zwei neuen Medikamenten in 14 Jahren, soll das neue Medikament Avelumab den Durchbruch für Merck bringen. Im Feld der Krebsimmuntherapie hat das noch weitere Eisen im Feuer.

Der Durchbruch bei seinem Krebsmittel Avelumab beflügelt den Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck. "Das ist ein sehr wichtiger Tag für uns", sagte Vorstandschef Stefan Oschmann der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Merck erhielt in den USA die Zulassung für Avelumab zur Behandlung einer seltenen und aggressiven Form von Hautkrebs und kann damit erstmals seit neun Jahren wieder ein neues Medikament auf den Markt bringen. Die Aktien des Konzerns stiegen 2,6 Prozent und waren größter Gewinner im Leitindex Dax. "Das ist der erste Erfolg der Merck-Entwicklung seit einer langer Zeit", sagte der DZ-Bank-Analyst Peter Spengler.

Merck & Co US-Pharmakonzern leidet unter Patentverlusten

Patentverluste haben das Wachstum beim US-Pharmakonzern Merck & Co gebremst. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar. Die neue Krebsimmuntherapie Keytruda brachte nicht den erhofften Erfolg.

Der US-Pharmakonzern machte zuletzt weniger Umsatz, als die Analysten erhofft hatten. Quelle: AP

Die US-Zulassungsbehörde FDA genehmigte erstmals überhaupt den Verkauf eines Mittels zur Behandlung des metastasierten Merkelzellkarzinoms. Avelumab, das unter dem Namen Bavencio vermarktet werden soll, ist weltweit das erste zugelassene Medikament in dieser Indikation. Merck erwartet im zweiten Halbjahr auch die Zulassung in der EU dafür. Zwar ist der Markt in dieser Indikation nicht sehr groß - in USA erkranken nach früheren Angaben von Merck pro Jahr 2500 Patienten neu an Merkelzellkarzinom, davon entwickeln bis zu elf Prozent Metastasen. Experten erwarten daher von dieser ersten Zulassung auch kein Riesengeschäft - Spengler etwa rechnet mit Spitzenumsätzen von 40 Millionen Euro für Merck. Weitere Anwendungen mit einem wesentlich größeren Marktpotenzial sollen aber folgen. "Die erfolgreiche Zulassung stimmt uns optimistisch für das weitere Potenzial von Avelumab", schrieb Bernhard Weininger von Independent Research.

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Merck "Wir freuen uns über jedes Engagement"

Das sagt das Unternehmen Merck aus Darmstadt zur Chan Zuckerberg Initiative.

Auch Vorstandschef Oschmann ist optimistisch: "Wir glauben, dass das erst der Beginn ist und noch einiges kommen wird", sagte er. Merck hat im Pharmageschäft eine längere Durststrecke hinter sich. Die Krebsimmuntherapie Avelumab, für die Merck eine Partnerschaft mit dem US-Pharmakonzern Pfizer geschlossen hat, ist der größte Hoffungsträger des hessischen Unternehmens. Von dem Krebsmittel soll in Zukunft ein Großteil der neuen Pharmaumsätze kommen.

Mit Avelumab hat Merck derzeit insgesamt neun Studien in der dritten und letzten Phase der klinischen Entwicklung, darunter etwa zur Behandlung von Lungen-, Nieren-, Magen- und Eierstockkrebs. 2017 soll bei den Südhessen die Trendwende bringen, ab dann will der Konzern nach früheren Angaben jedes Jahr ein neues Medikament oder eine neue Indikation zur Zulassung bringen. Die Immuntherapie gilt als eines der vielversprechendsten Felder der Krebsmedizin. Die neuen immuntherapeutischen Arzneien zielen darauf ab, das körpereigene Abwehrsystem so zu aktivieren, dass es Krebszellen erkennen und zerstören kann.

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