RWE-Abspaltung: Innogy will neuen Offshore-Windpark bauen

RWE-Abspaltung: Innogy will neuen Offshore-Windpark bauen

, aktualisiert 08. Februar 2017, 13:16 Uhr
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RWE-Ökotochter Innogy plant einen Offshore-Windpark vor Helgoland

von Jürgen FlaugerQuelle:Handelsblatt Online

In Kürze beginnt die Auktion für neue Windparks in Nord- und Ostsee: Die RWE-Abspaltung will sich dabei ein neues Projekt bei Helgoland sichern. Auch in den USA hat das Unternehmen viel vor – trotz Donald Trump.

In den vergangenen Jahren musste sich Hans Bünting bescheiden geben. Die Krise beim Energiekonzern RWE zwang selbst den Bereich erneuerbare Energien, den Bünting seit 2012 leitet, auf einen strikten Sparkurs. Im Oktober brachte RWE das Geschäft mit der Energiewende erfolgreich an die Börse. Bünting ist mit seiner Sparte Teil des neuen Unternehmens Innogy – und kann endlich wieder angreifen.

„Wir werden uns bei der Auktion für Offshore-Windparks in Deutschland mit einem Projekt beteiligen“, kündigte der 52-jährige jetzt am Rande der Energiemesse E-World in Essen an. Das Projekt heißt „Kaskasi“: Vor Helgoland sollen Windräder mit einer Gesamtleistung von 280 Megawatt ins Wasser. In der Nachbarschaft betreibt Innogy schon „Nordsee Ost“ mit knapp 300 Megawatt.

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Innogy entwickelt das Projekt schon länger, wäre jetzt aber auch zum Bau bereit. Ob das Unternehmen „Kaskasi“ verwirklichen kann, entscheidet sich aber erst in einer Auktion. Um die Kosten für erneuerbare Energien zu deckeln, hat die Bundesregierung ein neues Verfahren beschlossen, mit dem nur die effizientesten Projekte verwirklicht werden sollen. In einem ersten Schritt werden in diesem Jahr von der Bundesnetzagentur Offshore-Windparks mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Gigawatt ausgeschrieben.

Innogy RWE-Ökostromtochter verdient weniger

In den ersten neun Monaten hat die RWE-Tochter Innogy mit einem Gewinnrückgang zu kämpfen. Grund für den Rückgang um 7,3 Prozent seien unter anderem höhere Instandhaltungskosten bei den Stromnetzen gewesen.

Die Innogy RWE Zentrale in Essen. Quelle: dpa

Dafür bieten die Unternehmen mit Projekten, die sie derzeit entwickeln. Den Zuschlag bekommen die Bieter mit den günstigsten Preisen. Beteiligen könnten sich Windparks im Volumen von rund 6,7 Gigawatt – so viel ist derzeit in der Entwicklung.

Der Staat hat einen Höchstwert für die Vergütung des Stroms aus den Windanlagen von zwölf Cent pro Kilowattstunde (KWh) vorgegeben. Der Zuschlag dürfte aber bei deutlich niedrigeren Preisen erfolgen. „Die Investitionskosten für Windenergie sind deutlich gesunken“, erläutert Bünting, „das liegt am technologischen Fortschritt.“ In Dänemark und den Niederlanden waren zuletzt bei Auktionen Preise von weniger als sechs Cent je KWh erzielt worden. In der Branche war teilweise schon von einem überhitzten Markt die Rede. Bünting sieht das anders: „Ich kann die Preise, die bei den Auktionen in Dänemark oder den Niederlanden erzielt wurden, schon nachvollziehen. Das ist kein reines Dumping.“

Für die Auktionen in Deutschland rechnet er aber nicht mit ähnlichen Preisen: „In Deutschland dürfte es auch Abschläge geben – die können aber wegen der in Deutschland durch die Windparks zu errichtenden Umspannwerke nicht so hoch ausfallen.“ In Dänemark und den Niederlanden werden die Kosten für die Umspannwerke von den Netzbetreiber getragen. In Deutschland müssen das die Investoren tragen und in den Strompreis einrechnen. Das ist ein dreistelliger Millionenbetrag.

Auch wenn sich Innogy an der Ausschreibung für Offshore-Windparks beteiligt. Eigentlich setzt das Unternehmen in den kommenden Jahren eher auf Projekte an Land. „Unser Schwerpunkt wird in den nächsten Jahren bei Onshore-Wind liegen – vor allem in Deutschland und Großbritannien“, sagte Bünting.

Innogy und E.On Deutsche Stromkonzerne entdecken E-Mobilität

Trotz Kaufprämie kommt die Elektromobilität in Deutschland nicht richtig in Schwung. Nachdem die deutschen Autobauer ein eigenes Schnellladenetz angekündigt haben, springen auch die Energiekonzerne auf.

E.On und Innogy investieren in die Elektromobilität. Quelle: dpa

Innogy ist stark in Großbritannien vertreten. Das Unternehmen betreibt dort viele Windparks und beschäftigt in Vertrieb und bei den erneuerbaren Energien weit mehr als 7.000 Mitarbeiter. „Wir betrachten uns auch als britisches Unternehmen", sagt Bünting. Der Brexit macht ihm deshalb kaum Sorgen. Die Regierung habe sich klar zum Ausbau der erneuerbaren Energien bekannt. „Die Schwäche des Pfunds spüren wir zwar im Operativen Ergebnis, anderseits haben wir auch in Pfund finanziert und profitieren da wiederum im Finanzergebnis und den Schulden.“

Ebenso gelassen sieht er die Präsidentschaft von Donald Trump, der aus seiner Abneigung gegen einen breiten Klimaschutz und Windenenergie keinen Hehl macht. „Wir wollen auch in den USA investieren“, sagt Bünting. Innogy will dort Windparks bauen. Es hat sich bereits Steuervergünstigungen gesichert, in dem das Unternehmen die nötigen Investitionen in Ausrüstung getätigt hat – in „einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag“. „Die Steuervergünstigungen wurden 2015 im Kongress von Demokraten und Republikanern beschlossen", sagt Bünting, „das kann Herr Trump nicht mehr rückgängig machen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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