Tesla vergrößert Verluste: Das große Geldverbrennen geht weiter

Tesla vergrößert Verluste: Das große Geldverbrennen geht weiter

, aktualisiert 04. August 2016, 06:28 Uhr
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Der Elektroauto-Hersteller verbrannte im jüngsten Quartal 170 Millionen Dollar an Cash.

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Die neuen Tesla-Zahlen verfehlen so gut wie alle Vorhersagen der Analysten. Der Elektroautobauer kann nicht so schnell Fahrzeuge herstellen und verkaufen, wie er Geld ausgibt. Doch die Aktionäre stört das wenig.

Andere Unternehmen wären nach solchen Quartalszahlen in Schwierigkeiten. Nicht aber Tesla. Der Autobauer meldete für das zweite Quartal 2016 einen Verlust von 293 Millionen Dollar, fast doppelt so hoch, wie Analysten erwartet hatten. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 1,27 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit 1,63 Milliarden Dollar gerechnet. Auch die Auslieferung von 14.402 Fahrzeugen verfehlte die eigene Prognose von 17.000 Stück.

Doch die Aktionäre vergeben dem relativ jungen Unternehmen viel. Die Aktie von Tesla zeigte sich nach der Veröffentlichung erstaunlich stabil. Was für die meisten Anteilseigner zählt, ist nicht das 13. Quartal in Folge mit roten Zahlen, sondern die kontinuierlich hohe Nachfrage nach Tesla-Fahrzeugen, Erfolge in der Produktionsausweitung und die Überzeugungskraft von des unternehmerischen Überzeugungstäters: Tesla-Chef Elon Musk.

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Nach Angaben von Tesla produzierte die Firma zum Ende des Quartals „annähernd“ 2000 Fahrzeuge in der Woche. Das „annähernd“ reichte den Investoren – Tesla hatte eigentlich 2000 versprochen. Aber Befürchtungen um Produktionsschwierigkeiten wie beim Geländewagen Model X haben sich beim neuen Model 3 bislang nicht bestätigt.

Das ist der neue Tesla-Masterplan

  • SolarCity

    Ein integriertes System aus Solarzellen und Hausbatterien soll die Energieversorgung revolutionieren.

  • Tesla

    Weitere Elektro-Modelle sollen neue Fahrzeugsegmente erschließen, damit alle Kunden zufrieden gestellt werden können.

  • Autopilot

    Die Selbstfahr-Fähigkeit soll dank den Erfahrungen aus der Tesla-Flotte zehnmal sicherer werden als ein menschlicher Fahrer.

  • Sharing

    Das Auto soll dazu fähig sein, als Teil einer Carsharing-Flotte Geld zu verdienen, wenn der Fahrer es gerade nicht braucht.

Das Model 3 kommt zum Preis von 35.000 Dollar im Jahr 2017 auf den Markt und soll aus Tesla einen Massenhersteller machen. Das Unternehmen will die Produktion zum Jahresende auf 2400 Stück die Woche steigern. Das wären auf Jahressicht knapp 125.000 Fahrzeuge. 2018 soll die Produktion bei einer halben Million Stück liegen. „Das war der Schlüssel“, sagte Charlie Anderson, ein Analyst von Dougherty, „damit Tesla weiterhin dabei bleibt“.

Musk will mit dem Model 3 im übernächsten Jahr einen Umsatz von 20 Milliarden Dollar und einen Gewinn von fünf Milliarden Dollar erzielen. „Wir nähern uns der Markteinführung vom Model 3 und sind begeistert wie zuvor von der Zukunft Teslas“, sagte Musk.

Die Aktionäre glauben seinen Versprechen. Tesla sammelte vor wenigen Wochen durch eine Kapitalerhöhung 1,7 Milliarden Dollar ein, der Kurs gab damals kaum nach. Damit besitzt die Firma Bargeldreserven von 3,25 Milliarden Dollar. Im laufenden Quartal verbrauchte Tesla 170 Millionen Dollar an Cash. Laut Musk wird Tesla 2016 insgesamt 2,25 Milliarden Dollar vor allem in die Produktionsausweitung für das Model 3 investieren.

Tesla-Quartalszahlen Nur wetten reicht nicht mehr

Tesla-Chef Elon Musk ist ein Meister darin, Hoffnungen zu verkaufen. Im Hier und Jetzt verbrennt er aber Milliarden. Die SolarCity-Übernahme wird ein weiteres Loch reißen. Und damit ist noch lange nicht Schluss.

Tesla-Chef Elon Musk Quelle: AP

Während einer Telefonkonferenz stellten Analysten kritische Frage zur geplanten Übernahme von Solarcity. Tesla will die Solarfirma für 2,6 Milliarden Dollar kaufen. Solarcity sitzt auf einem Schuldenberg von 3,2 Milliarden Dollar und schreibt Verluste. Analysten wie etwa von Barclays sagen für Solarcity einen negativen Cashflow von 1,8 Milliarden Dollar in diesem Jahr voraus. Zusammengenommen würden Tesla und Solarcity der Bank zufolge bis zu 3,4 Milliarden Dollar an Cash brauchen.

Musk verteidigte die Übernahme – und verspricht Kosteneinsparungen von 150 Millionen Dollar im ersten Jahr nach der Zusammenlegung. Die Vision von Musk ist ein Kunde, der tagsüber mit einem Tesla fährt, um das Fahrzeug nachts zu Hause mit seinem Solarstrom aufzuladen. Die Solarpanels und Speicherlösungen von Solarcity sollen aus „einer Hand“ in Tesla-Filialen zu kaufen sein.

Am vergangenen Freitag weihte Musk die Gigafactory in Nevada ein. Ein Drittel der Produktion der Batteriefabrik ist für Speicherlösungen vorgesehen. Nach Musks Meinung könne das kombinierte Unternehmen eine Bewertung von einer Billion Dollar erreichen – das 30-fache des gegenwärtigen Marktwertes.

Quelle:  Handelsblatt Online
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