VW und Dieselgate: „Wir sind dabei, schonungslos aufzuklären“

VW und Dieselgate: „Wir sind dabei, schonungslos aufzuklären“

, aktualisiert 08. März 2016, 13:24 Uhr
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„Wir sind dabei, schonungslos aufzuklären, wer für das Geschehene verantwortlich ist.“

Quelle:Handelsblatt Online

In Wolfsburg sind 20.000 Menschen zusammengekommen – nicht zum Spiel des VfL, sondern zur VW-Betriebsversammlung. VW-Chef Müller beruhigt – doch von der Staatsanwaltschaft Braunschweig kommen beunruhigende Nachrichten.

Wolfsburg/BraunschweigBetriebsversammlung in Wolfsburg – und die Öffentlichkeit ist mit dabei. Das nutzt Volkswagen-Chef Matthias Müller am Dienstag, um die Arbeit der Beschäftigten von Europas größtem Autobauer gegen kritische Berichte über die Abgas-Krise zu verteidigen. Manche Medien würden einseitig berichten, andere die Nachrichten zuspitzen, „das haben Sie, haben diese 600.000 Menschen im Konzern aber nicht verdient“, sagte Müller im Stammwerk Wolfsburg vor rund 20.000 Beschäftigten.

Mit Blick auf Berichte in den vergangenen Tagen und Wochen verteidigte Müller auch den Verlauf der internen Ermittlungen zu den Ursachen und Verantwortlichen der weltweiten Abgas-Affäre: „Falls Sie in den letzten Tagen gelesen, gesehen oder gehört haben, dass etwas verschleppt oder vertuscht worden ist, kann ich mit bestem Gewissen sagen: Nein, das ist nicht der Fall.“ Zuletzt hatte es Berichte gegeben, dass Volkswagen die interne Aufarbeitung nicht schnell genug vorantreibe.

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„Wir sind dabei, schonungslos aufzuklären, wer für das Geschehene verantwortlich ist.“ Eine saubere Aufarbeitung der Affäre sei wichtig für die Zukunft des Konzerns. VW rechnet erst in den nächsten Jahren damit, dass die ganzen Auswirkungen der Abgasmanipulationen deutlich werden. Dazu gehörten auch die finanziellen Konsequenzen, sagte Müller. „Wir werden Geduld, Beharrungsvermögen und auch eine gewisse Frustrationstoleranz aufbringen müssen.“

Volkswagen hatte im vergangenen Jahr zugegeben, millionenfach Stickoxid-Werte von Dieselautos mit einer illegalen Software manipuliert zu haben. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Europas größtem Autobauer drohen deshalb hohe Schadensersatzzahlungen und Strafen – vor allem in den USA.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil erwartet in diesem Jahr weitere Enthüllungen. „Wir werden wahrscheinlich in diesem Jahr immer wieder einmal mit unangenehmen Nachrichten im Zusammenhang mit Diesel-Gate konfrontiert werden“, sagte der SPD-Politiker in Wolfsburg.


Aufsichtsrat Weil warnt vor hohen Strafen

Eine unangenehme Nachricht gab es bereits am Dienstag: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ihre Ermittlungen massiv ausgeweitet. Die Zahl der Beschuldigten habe sich von sechs auf 17 erhöht, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe in Hannover. Zuvor hatten bereits Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“ über die Zahl berichtet.

Unter den Personen befinde sich aber nach wie vor kein Vorstandsmitglied, betonte Ziehe. Bei den Beschuldigten, die „alle aus dem Umfeld des VW-Konzerns im weitesten Sinne stammten“, gehe es weiterhin um den Verdacht des Betrugs und mögliche Verstöße gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.

Aufsichtsrat Weil warnte indes vor hohen Strafen: Der Schaden durch die Manipulation von Abgaswerten werde sicher kein geringer sein, so viel lasse sich heute schon sagen. Aber zum Glück habe Volkswagen eine starke wirtschaftliche Substanz. Weil sprach sich dagegen aus, die Perspektiven von Volkswagen durch einen zu scharfen Sparkurs zu gefährden. Niedersachsen ist zweitgrößter Aktionäre von VW.

Die Sicherheit der Volkswagen-Jobs in Deutschland hängt nach Überzeugung von VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh auch an den drohenden Strafen der US-Behörden. „Sollte die Zukunftsfähigkeit von Volkswagen durch eine Strafzahlung in bislang einmaliger Höhe nachhaltig gefährdet werden, wird dieses auch dramatische soziale Folgen haben – nicht nur an unseren US-amerikanischen Standorten, sondern auch in Europa und anderswo“, sagte der Arbeitnehmervertreter. „Wir hoffen sehr, dass die US-Behörden auch diese soziale und beschäftigungspolitische Dimension letztlich im Blick haben“, so der VW-Aufsichtsrat.

Quelle:  Handelsblatt Online
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