T-Systems: NIS-Chef Adel Al-Saleh wechselt an die Spitze der Telekom-Tochter

Neuer Chef: Adel Al-Saleh übernimmt bei T-Systems

, aktualisiert 09. Oktober 2017, 11:31 Uhr
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Die Telekom-Großkundentochter T-Systems bekommt einen neuen Chef.

Seit Jahren fährt die Telekom-Tochter T-Systems Verluste ein. Nun soll der Sanierungsexperte Adel Al-Saleh übernehmen und das Ruder rumreißen. Genügend Erfahrung bringt der Amerikaner mit.

Der neue Chef der Telekom-Großkundentochter T-Systems wird laut dem "Handelsblatt" der Amerikaner Adel Al-Saleh. Er werde in dieser Funktion wie sein Vorgänger auch Mitglied des Telekom-Konzernvorstandes. Der 53-jährige Amerikaner Al-Saleh solle den Posten zum 1. Januar 2018 übernehmen, teilte die Telekom am Montag mit. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ über die Personalie berichtet.

Al-Saleh hat Erfahrung mit Restrukturierungen und Unternehmensverkäufen. Er ist seit 2011 Chef des britischen Anbieters Northgate Information Solutions (NIS), die Gruppe gehört der Beteiligungsgesellschaft KKR. Der Manager habe der Gruppe eine neue Strategie gegeben und die Geschäftseinheiten effizienter und wettbewerbsfähiger gemacht, teilte die Telekom mit. Hauptaufgabe des Managers sei es, T-Systems endlich „erfolgreich zu machen“, hieß es im Unternehmen.

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T-Systems schreibt seit Jahren Verluste. Erst Mitte September hatte die Deutsche Telekom den T-Systems-Chef Reinhard Clemens vorzeitig vor die Tür gesetzt. Noch wenige Wochen zuvor hatte der Aufsichtsrat Clemens' Vertrag noch einmal verlängert, weil die Nachfolger-Suche nicht von Erfolg gekrönt war. Die Telekom sprach damals bereits von einem gefundenen Nachfolger, hielt den Namen bislang jedoch geheim.

Zahlen und Fakten zum Mobilfunk-Markt

  • Absatzrekord trotz schwächerem Wachstum

    Im vergangenen Jahr wurden rund 1,5 Milliarden Smartphones verkauft. Das war ein Wachstum von zwei bis fünf Prozent im Vergleich zu 2015 - die Berechnungen einzelner IT-Marktforscher weichen etwas voneinander ab.

  • Smartphonemarkt auf Wachstumskurs

    Noch im Jahr davor war der Absatz um mehr als zehn Prozent gewachsen. Als zentrale Auslöser für die Abkühlung gelten die wirtschaftlichen Turbulenzen im größten Smartphone-Markt China sowie anderen Ländern wie Russland.

  • Samsung nicht zu schlagen

    Samsung blieb auf das gesamte Jahr gerechnet der größte Smartphone-Anbieter mit einem Marktanteil von gut 20 Prozent, Apple ist die Nummer zwei mit knapp 15 Prozent.

  • Trendwende im Weihnachtsgeschäft

    Im Weihnachtsgeschäft wurden die Apple-Verkäufe aber vom iPhone 7 beflügelt und bei Samsung schlug das Batterie-Debakel beim Galaxy Note 7 auf den Absatz. Im Ergebnis schob sich Apple in dem Quartal mit 78,3 Millionen verkauften iPhones knapp an Samsung vorbei.

  • China boomt

    Anbieter aus China haben sich - vor allem dank der Größe des heimischen Marktes - weltweit in die Spitzengruppe vor. Die drei Hersteller Huawei, Oppo und BBK schließen nach Samsung und Apple die globale Top 5 ab und kamen zusammen auf gut 20 Prozent Marktanteil.

  • Android und iOS hängen alle anderen ab

    Bei den Smartphone-Betriebssystemen dominiert Googles Android-Software mit einem Marktanteil über 80 Prozent. Den Rest füllt weitgehend das iOS von Apples iPhones aus. Andere Betriebssysteme wie Windows Phone oder Blackberry OS sind inzwischen praktisch bei Null angekommen. Dabei wurde mit ihnen einst die Hoffnungen verbunden, dass sie zur starken Nummer drei im Markt werden könnten.

  • Weltweit mobil

    Im vergangenen Jahr gab es nach Berechnungen von Experten weltweit rund 7,4 Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse. Zum Jahr 2020 dürfte ihre Zahl auf knapp 8,4 Milliarden ansteigen, prognostiziert der IT-Marktforscher Gartner.

Das Geschäft der Großkundensparte sei „anhaltend schwierig“ und habe in den vergangenen Jahren immer wieder hohe Verluste erwirtschaftet, hieß es aus Branchenkreisen. Und das trotz erheblicher Bemühungen: In der zehnjährigen Amtszeit von Clemens steckte die Telekom annähernd eine Milliarde Euro in T-Systems. Dennoch war das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Verlauf der vergangenen zehn Jahre nur einmal positiv.

Deutsche Telekom Warum Höttges den Neustart wagt

Konzernchef Timotheus Höttges steht unter Druck: Im Boommarkt USA will er fusionieren – und in Europa die Krisensparte T-Systems aufspalten. Für den Neustart müssen zwei Vorstände gehen. Reicht das?

Telekom-Chef Höttges Quelle: Laif

Telekom-Chef Timotheus Höttges sagte, Al-Saleh habe bereits bewiesen, „dass er Unternehmen auf Kurs bringen kann“. Zurzeit mache sich der 53-Jährige bereits mit dem Unternehmen vertraut und werde die Zeit bis zum Jahresende nutzen, um danach sofort voll einzusteigen.

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