Wincor-Nixdorf: Gute Zahlen und schlechte Stimmung nach Übernahme durch Diebold

Wincor-Nixdorf: Gute Zahlen und schlechte Stimmung nach Übernahme durch Diebold

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Insbesondere in der Fertigung von Bankautomaten und Kassensystemen erwarten Branchenbeobachter weiteren Stellenabbau - auch bei Wincor-Nixdorf.

von Michael Kroker

Vorstandschef Eckard Heidloff kann erste Früchte des seit Frühjahr 2015 laufenden Konzernumbaus ernten. Der Druck auf die Beschäftigten in Paderborn hält aber an - inklusive Lohnkürzungen.

Verkehrte Welt in Paderborn: Nur wenige Wochen nach der finalen Ankündigung, mit dem amerikanischen Wettbewerber Diebold zusammengehen zu wollen, zeigt sich der lange Zeit angeschlagene Hersteller von Geldautomaten und Registrierkassen Wincor-Nixdorf auch solo überraschend stark: Demnach kletterte der Umsatz im Ende Dezember beendeten ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 14 Prozent auf nunmehr 727 Millionen Euro.

Das operative Ergebnis stieg vor Restrukturierungsaufwendungen gar um 78 Prozent auf 66 Millionen Euro; selbst nach den Ausgaben für den Umbau lag das Plus immer noch bei stolzen 46 Prozent auf 54 Millionen Euro. Mit anderen Worten: Wie von Wincor-Nixdorf-Chef Eckard Heidloff bereits bei der Vorlage der Vorjahreszahlen Ende Oktober prognostiziert, konnte er bereits im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 die Früchte des seit Frühjahr 2015 laufenden Restrukturierungsprogramms ernten.

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Solche positiven Zahlen kommen just wenige Wochen, nachdem Heidloff nach langen Hin und Her dem Werben des US-Konkurrenten Diebold erlegen ist: Erst Ende November hatten Wincor-Nixdorf und Diebold offiziell verkündet, den Weg in Richtung Zusammenschluss weiter beschreiten zu wollen.

Derweil ist die Stimmung insbesondere in der Belegschaft am Wincor-Stammsitz im ostfestfälischen Paderborn alles andere als rosig: Schon nachdem die mögliche Übernahme durch die Amerikaner im Oktober durchgesickert war, erwarteten Branchenvertreter einen größeren Stellenabbau insbesondere in der Hardware-Fertigung.

Seitens des Gesamtbetriebsrats befürchtete man seinerzeit den Verlust von bis zu 1000 Arbeitsplätzen im Paderborn, weil Diebold bereits heute über eigene Werke in Osteuropa verfügt, die nach der vollzogenen Fusion einen Teil der Arbeit übernehmen könnten. Bis heute beteuert Wincor-Nixdorf zwar offiziell, derart massive Stellenstreichungen seien nicht geplant.

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Andererseits zeigt sich der Druck auf die Belegschaft in Paderborn bereits heute – wenn auch an anderer Stelle: Denn laut einem Bericht aus der „Neuen Westfälischen“ der Vorwoche muss die Belegschaft von Wincor-Nixdorf seit Jahresanfang mit weniger Lohn auskommen. Demnach sind rund 2000 Mitarbeiter am Stammsitz in Paderborn sowie weitere Hunderte Mitarbeiter an anderen Standorten von Lohnkürzungen betroffen.

Laut Angaben der Gewerkschaft IG Metall wolle man so Arbeitsplätze am Standort Deutschland sichern. Durch das seit Frühjahr 2015 laufende Restrukturierungsprogramm fallen ohnehin 500 Stellen in Paderborn weg. Bis Ende 2018 sind demnach weitere Stellenkürzungen ausgeschlossen. Ob das reicht, die Stimmung der Beschäftigten dauerhaft zu heben, bleibt abzuwarten – zumindest bis die Fusion in trockenen Tüchern ist.

Bis zu ihrem Vollzug steht noch die Zustimmung beider Aktionäre sowie der Kartellbehörden aus.

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