Die Trendwende
Bild: dpaGoldeck-Zetti
Die einstige DDR-Marke wird heute vom Süßwarenhersteller Goldeck Süßwaren GmbH produziert. Goldeck erwarb Zetti 1993. Bis dahin entstanden die Schokoladenwaren im Volkseigenen Betrieb VEB Zetti Schokoladen und Zuckwaren Zeitz. Das Unternehmen hatte zeitweise über 1000 Mitarbeiter und war einer der wichtigsten Süßwarehersteller des Landes. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der 1836 gegründeten F.A: Oehler Fabrik für Kakao, Schokoladen und Zuckerwaren im sächsisch-anhaltinischen Zeitz. Goldeck hat zahlreiche ehemalige Ostprodukte wieder aufleben lassen, wie z.B. die Knusperflocken, Bambina, Schokoladenplätzchen und die Schlager-Süßtafel. Sie gab es zunächst als weiße Schokolade, ab 1974 als Schokoladenersatzprodukt, in dem unter anderem gemahlene Erbsen verarbeitet wurden.
Bild: ScreenshotBerggold "Sturm der Liebe"
Bekannt ist Berggold für seine Pralinenspezialitäten. Seit Februar 2010 stellt das ostdeutsche Unternehmen eine Pralinenauslese zur ARD-Telenovela Sturm der Liebe her. Das Traditionsunternehmen stellt seit 1876 Pralinen und Süßwaren her. Nach der Umwandlung in eine GmbH im Jahr 1990, mit der Treuhandanstalt als Gesellschafter, folgte 1991 die Privatisierung durch die Heinerle Spiel- und Süßwaren GmbH Bamberg. Diese verlegte 1996 ihre Produktionsstätten nach Pößneck. Heute sind dort noch etwas 120 der ehemals 600 bis 900 Mitarbeiter beschäftigt.
Bild: dpaHalloren-Kugeln
Das bekannteste Produkt des ostdeutschen Herstellers sind die Original Halloren-Kugeln, die ihren Namen von den in Halle in früherer Zeit tätigen Salzwirkern, den Halloren, haben. Angeblich weil die aus Sahne und Schokolade bestehenden Pralinen an die Silberknöpfe an den Jacken der Halloren erinnern. Die Halloren Schokoladenfabrik nahm ihren Anfang 1896 in Halle, wo sich noch heute der Hauptsitz des Unternehmens befindet. 2007 wurde das Unternehmen in die Halloren Schokoladenfabrik AG umgewandelt. Das Unternehmen erzielte 2012 89,97 Millionen Euro Nettoumsatz (2011: 68,11 Millionen Euro). Für das laufende Jahr 2013 zeigt sich Halloren durchaus optimistisch: Der Umsatz soll auf 95 Millionen Euro anwachsen.
Bild: PresseRübezahl Schokoladen
Das Unternehmen mit Sitz im schwäbischen Dettingen gehört der Familie Cersovsky - im Bild Vater Peter Cersovsky mit den Söhnen Claus und Oliver. Der Süßwarenhersteller befindet sich in Familienbesitz, Gründer war Josef Cersovsky. Der stammte aus dem Riesengebirge und gab seinem Betrieb den Namen des dort der Sage nach umgehenden Berggeistes Rübezahl. Rübezahl produziert jährlich über 100 Millionen Weihnachtsmann- und Osterhasenfiguren. Eigene Schokoladenprodukte bietet Rübezahl Produkte unter anderem unter der Marke Friedel an. Die Brüder Cersovsky haben sich 2008 die Rechte an der Traditionsmarke Gubor gesichert, die zuvor in Besitz der Stollwerck-Gruppe bzw. deren Eigentümer Barry Callebaut waren. 2010 gründeten die Brüder Cersovsky die Weseke Dragees Gmbh. Damit erwarben die Dettinger das Anlagevermögen, das Warenlager und die Marken des in Insolvenz befindlichen Borkener Drageeherstellers Dragees aus Weseke und weiteten ihr Portfolio damit nochmals aus.
Bild: ScreenshotTrumpf: Edle Tropfen
„Edler Genuss in Nuss“, mit dieser Werbung machte die Marke Trumpf in den 1990 Jahren auf ihr wohl bekanntestes Produkt die „Edlen Tropfen“ aufmerksam – eine mit Weinbrand gefüllte Pralinenmischung. Die Marke Trumpf wird von der Ludwig Schokolade GmbH & Co KG hergestellt, die ihrerseits zur Krüger-Gruppe gehört. Bei Schokofreunden sind auch die kleinen gefüllten Schogetten und die Luftschokolade Aero beliebt. Trumpf beliefert die Discounter Aldi und Lidl und zählt mit rund 1500 Mitarbeitern zu den größten Herstellern für preiswerte Schokolade in Deutschland.

Moser Roth: Die Aldi-Marke
Moser Roth ist heute ein Tochterunternehmen der Storck-Gruppe, die unter anderem auch Knoppers, Werthers Echte und Merci herstellt und auf Platz neun der weltweit größten Süßwarenhersteller liegt. Moser Roth ist seit 2007 als Premium-Marke des Discounters Aldi bekannt. Die Marke Moser Roth wurde 1902 geschützt und geht zurück auf die Firma Roth, die Konditormeister Wilhelm Roth 1841 in Stuttgart gründete. 1948 kaufte der Stuttgarter Schokoladenfabrikant Karl Haller die Marke, danach wechselte sie mehrfach den Besitzer, war zwischenzeitlich unter dem Dach der Melitta-Gruppe bis sie 2007 an Storck ging.
Bild: dapdStollwerck-Gruppe: Die Markensammler
Stollwerck zählte in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu den größten deutschen Schokoladenherstellern in Deutschland. Der Firmenname geht auf Gründer Franz Stollwerck zurück, der 1839 mit der Produktion von Hustenbonbons begann. Stollwerck übernahm zahlreiche Traditionsmarken wie Sarotti mit dem berühmten Mohren-Motiv, Sprengel sowie die beiden Stuttgarter Schokoladenfabrikanten Staengel & Zeller, bekannt für die Eszet-Schnitten (dünne Schokoblättchen die als Belag für Brote und Brötchen gedacht waren) und Waldbaur – bekannt für seine Katzenzungen. Die Ostmarke Rotstern ging nach der Wende in Stollwerck auf. Die Pralinenmarke Gubor (Silbernuss) zählte zwischenzeitlich ebenfalls zur Gruppe bevor sie 2008 an die Brüder Cersovsky verkauft wurde (siehe Rübezahl Schokolade). Seit 2002 gehörte die Stollwerck-Gruppe zum Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut. Nun soll sie an die belgische Baronie Gruppe verkauft werden. Der ausgehandelte Vertrag mit dem Familienunternehmen Baronie soll nach der Prüfung durch die Kartellbehörden im Herbst unter Dach und Fach sein. Stollwerck beschäftigt aktuell 1700 Mitarbeiter und kommt mit Marken wie Sarotti, Alprose und Alpia auf einen Umsatz von 500 Millionen Euro.
Bild: ScreenshotRitter Sport
Im Jahr 2010 hatte Ritter einen Marktanteil von 17,3 Prozent auf dem deutschen Tafelschokoladenmarkt. Damit steht die Alfred Ritter GmbH & Co KG an zweiter Stelle hinter dem derzeitigen Marktführer, dem US-amerikanischen Unternehmen Kraft Foods mit der Marke Milka.
Bekannt wurde die Schokoladentafel in den 1970 Jahren mit den Slogan „Quadratisch.Praktisch.Gut“. Aufgrund dieser Werbemaßnahmen wurde der Marktanteil für Tafelschokolade auf zehn Prozent gesteigert. Das Unternehmen Alfred Ritter geht auf die 1912 von Clara und Alfred Eugen Ritter gegründete Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik in Stuttgart-Canstatt zurück.
Goldeck-Zetti
Die einstige DDR-Marke wird heute vom Süßwarenhersteller Goldeck Süßwaren GmbH produziert. Goldeck erwarb Zetti 1993. Bis dahin entstanden die Schokoladenwaren im Volkseigenen Betrieb VEB Zetti Schokoladen und Zuckwaren Zeitz. Das Unternehmen hatte zeitweise über 1000 Mitarbeiter und war einer der wichtigsten Süßwarehersteller des Landes. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der 1836 gegründeten F.A: Oehler Fabrik für Kakao, Schokoladen und Zuckerwaren im sächsisch-anhaltinischen Zeitz. Goldeck hat zahlreiche ehemalige Ostprodukte wieder aufleben lassen, wie z.B. die Knusperflocken, Bambina, Schokoladenplätzchen und die Schlager-Süßtafel. Sie gab es zunächst als weiße Schokolade, ab 1974 als Schokoladenersatzprodukt, in dem unter anderem gemahlene Erbsen verarbeitet wurden.
„Wir produzieren, was die Qualität betrifft, in einer einsamen Klasse. Und mit diesem Pfund wuchern wir“, sagte Ritter 2010. Ein Risiko, das mittlerweile wieder zu funktionieren scheint. Das Marken-Image von Ritter Sport ist mittlerweile mehr als gut: Mit 89 BrandIndex-Punkten verteidigte der Schokoladenhersteller 2011 den ersten Platz im Marken-Ranking des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov. Schon 2010 war das Schokoladen-Quadrat in seiner Branche die Lieblingsmarke der Deutschen.Heute produziert Ritter Sport im schwäbischen Waldenbuch täglich rund 2,5 Millionen Tafeln – 24 fixe und je drei saisonale Sorten. Nach Anfangsschwierigkeiten lässt sich auch die Herzensangelegenheit von Umweltfan Ritter als Gewinn verbuchen. Nachdem Bio-Läden das quadratische Bioprodukt 2008 zunächst abblitzen ließen, weil Ritter auch weiterhin herkömmliche Tafeln produzierte, gehört die Bio-Reihe mittlerweile zum festen Angebot des Schokoladenherstellers. Die aktuellen Zahlen geben dem Gründerenekel in seiner Entscheidung, die Schokolade im Familienbetrieb zu halten, heute Recht: Mit 330 Millionen Euro erreichte der Umsatz 2011 einen Rekordwert. Zum Gewinn und Eigenkapital schweigt Ritter –das ist im Hause so Tradition.
Ein Name, ein Quadrat, eine Verherrlichung
„Aus Tradition“ setzt dieAlfred Ritter GmbH auf vieles: Die quadratische Tafel existiert bereits seit 1932. Deshalb sind dort „keine Änderungen angedacht“. Genauso wie beim eigentlichen Jubiläumstermin: Der liegt auf dem 4. Juli, auch wenn dieses Mal einige Tage später am Wochenende gefeiert wird. Der Termin wurde nicht etwa gewählt, weil an diesem Tag das Unternehmen gegründet wurde, sondern weil an diesem Tag der Konditor Alfred Eugen Ritter die Inhaberin eines Süßwarenladens, Clara Göttle, heiratete und mit ihr später die Alfred Ritter GmbH gründete. Sozusagen „der ‚offizielle‘ Anfang von allem“, wie es bei Ritter Sport heißt. Auch an dem Standort in Waldenbuch bei Böblingen soll definitiv festgehalten werden. Obwohl die Schokolade in mittlerweile 90 Ländern in den Regalen steht, wird sie nur in Schwaben produziert: Hohe Sicherheit, gute Infrastruktur und motivierte Mitarbeiter sieht Ritter als Vorteile. Dies wiege niedrigere Lohnkosten im Ausland mehr als auf. Mitarbeiter bezeichnet Ritter als Freunde. Sein Credo: „Bei Schokolade schmeckt man, wie es den Leuten geht, die sie produzieren.“ Bei all der Traditionspflege gibt es jetzt aber einen Bruch in der Schokoladengeschichte: Seit 100 Jahren heißt der Firmenchef stets Alfred Ritter. Das hat mit dem jetzigen Chef vorerst ein Ende: Kein Rittersohn trägt diesen Vornamen.
Eine Portion Glück von Nöten
„Eine ordentliche Portion Liebe, jede Menge Verantwortung und eine Prise Leidenschaft – das sind die Zutaten aus denen das Unternehmen Ritter vor nunmehr 99 Jahren entstand“, schreibt das Schokoladenimperium anlässlich des Jubiläums. Gerade im vergangenen Jahrzehnt gehörte auch eine Portion Glück und kluges Wirtschaften dazu. Die aktuellen Probleme des Unternehmens sind nicht neu: Als „richtig dickes Problem“ bezeichnet Alfred T. Ritter die Rohstoffe - große Preisschwankungen machen sie zum Spekulationsobjekt. Ob das dem seit 1970 geführten Markenversprechen „Quadratisch. Praktisch. Gut.“ in Zukunft gefährlich wird, bleibt abzuwarten. Geht es aber nach der Familie Ritter, wird das Ein-Produkt-Unternehmen „nach menschlichem Ermessen eine Familienfirma bleiben“, so Alfred T. Ritter.
Mit Material von dpa
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