Global Player: Türken in Europa auf Einkaufstour

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Global Player: Türken in Europa auf Einkaufstour

von Nele Hansen

Türkische Familienunternehmen werden durch Übernahme etablierter europäischer Unternehmen immer mehr zu Global Playern.

Der mosaik-geflieste Eingang der Fabrik der Eczacibasi-Gruppe im Istanbuler Süden verrät bereits, was in den Hallen produziert wird: Hier pressen Maschinen Tonmixturen für Fliesen in Formen, die anschließend gebrannt und lackiert werden. Vor den Fabriktoren lagern nicht nur palettenweise Fliesen der Marke Vitra, die zur Eczacibasi-Gruppe gehört, sondern auch Fliesen von Villeroy & Boch. Denn seit 2007 gehört die Fliesensparte des deutschen Keramikwarenherstellers aus Mettlach südlich von Trier ebenfalls zum türkischen Eczacibasi-Konzern. Der ist mit seiner Bad-Sparte nicht nur Marktführer in der Türkei, sondern schafft es auch in Deutschland auf den zweiten Platz.

Wie die Eczacibasi-Gruppe haben inzwischen viele türkische Familienunternehmen europäische Unternehmen gekauft, Tendenz steigend. „Große Unternehmen wie die Koc- oder Yildiz-Gruppe, die noch familiengeführt sind, werden durch den Einkauf von europäischen Unternehmen immer mehr zu Global Playern“, stellt Marc Landau fest. Landau ist Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer in Istanbul.

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„Auch immer mehr mittelständische türkische Unternehmen wollen in Europa in Vertriebsnetze einsteigen“, sagt er. Allein 2011 stiegen laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte die Übernahmen ausländischer Unternehmen durch große türkische Unternehmen von sechs im Jahr 2009 auf 25. Europa, der größte Handelspartner der Türkei, und die Nachbarländer waren in den letzten fünf Jahren die beliebtesten Regionen für türkische Investoren.

Ein beispielhafter Aufschwung

Zu bewundern ist der Erfolg der türkischen Unternehmer im Norden Istanbuls am Bosporus. Hier haben viele der 37 Istanbuler Milliardäre ihre Villen. Bilder der Unternehmerfamilie Koc, der größten Unternehmensgruppe in der Türkei, zu der unter anderem Automobilhersteller, Lebensmittel- und Haushaltsgerätehersteller gehören, hängen in der Residenz des türkischen Unternehmerverbandes Tüsiad. Auch Bilder der Sabanci-Familie, die die zweitgrößte Unternehmensgruppe in der Türkei führt und die gerade ein Joint Venture mit Eon geschlossen hat oder der Eczacibasi-Eigentümer zieren den Flur.

Viele Jahre lang hatten türkische Unternehmen nicht nur mit den schwierigen Marktverhältnissen zu kämpfen. In den 80er und 90er Jahren reihte sich eine Krise an die nächste, eine Inflationsrate von teilweise über 100 Prozent machte dem Land zu schaffen, bevor 2001 eine große Bankenkrise das Land in große Schwierigkeiten brachte. Doch das Land reformierte seinen Bankensektor und hat seitdem einen beispielhaften Aufschwung erlebt. Die Finanzkrise von 2009 überstanden die türkischen Banken nahezu unbeschadet.

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