Virtuelle Realität: Wie Datenbrillen die Industrie erobern

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Virtuelle Realität: Wie Datenbrillen die Industrie erobern

, aktualisiert 18. April 2017, 13:56 Uhr
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Gemeinsam mit der verwandten virtuellen Realität (VR) ist die Augmented Reality ein vielversprechender Zukunftstrend für Unternehmen.

von Jakob StrullerQuelle:Handelsblatt Online

Egal ob Produktion, Logistik, Entwicklung: Virtuelle Realität hält Einzug in die Industrie. Den Herstellern eröffnet sich ein Milliardenmarkt. Bereits in den 90er-Jahren gab es Experimente zu Datenbrillen.

Sie haben ein hohes Nervpotenzial: Bedienungsanleitungen. Das gilt nicht nur beim Schrankaufbau daheim, sondern auch in Industriehallen. Ein Arbeiter, der eine Maschine mit einem Werkzeug ausrüstet, muss immer wieder nachschauen: Wie werden die Anschlüsse konfiguriert? Dann legt er die Anleitung beiseite und setzt die Anweisung um. Viel praktischer wäre es, würde der jeweilige Anschluss aufleuchten und genau anzeigen, was jetzt zu tun ist.

Der Elektrotechnik-Hersteller Weidmüller aus Detmold setzt aktuell genau das um – mit Hilfe einer Datenbrille. Blickt der Arbeiter durch sie auf die Maschine, wird ihm eingeblendet, welches Werkzeug er für den aktuellen Auftrag benötigt und wie er es einzusetzen hat. Auf einen Blick erkennt er dann, welche Schläuche er anbringen muss oder welche Füllstände niedrig sind. Die Anleitung ist detaillierter als früher, und man hat die Hände frei. „Damit gehen wir gerade in die Praxis“, sagt Patrick-Benjamin Bök, Leiter Global Factory Digitalization & Intelligence bei Weidmüller. „Das hilft den Kollegen sehr, es spart Zeit, und wir vermeiden Fehler.“

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Die Anleitungen sind nicht der einzige Grund, warum Weidmüller sechs sogenannte Hololens-Datenbrillen von Microsoft gekauft hat und plant, bald noch viele nachzuordern. Sie werden auch bei Reparatur und Wartung eingesetzt, ebenfalls zur Schulung. In Zukunft sollen sie ganze Maschinenparks in leere Hallen projizieren. Immer geht es darum, die Realität mit digitalen Informationen oder Modellen anzureichern. Der Fachbegriff dafür heißt Augmented Reality (AR) – erweiterte Realität.

Gemeinsam mit der verwandten virtuellen Realität (VR) ist die Augmented Reality ein vielversprechender Zukunftstrend für Unternehmen. Während die virtuelle Realität bereits ein großes Thema im Marketing und bei Produktpräsentationen ist, gilt vielen Industriebetrieben die erweiterte Realität als große Chance, die sich gerade erst auftut.

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Roboter simulieren einen Produktionsschritt an einem Auto. Quelle: dpa

Produktion, Logistik, Entwicklung – in immer mehr Bereiche hält die Technik Einzug. „Wir gehen von einem enormen Anstieg der Anwendungsfälle aus“, sagt Ulrich Bockholt, der am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung zu AR forscht. Rund 850 Millionen Euro werden deutsche Unternehmen bis 2020 in Lösungen für virtuelle und erweiterte Realität investieren, so eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte, des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik und des Branchenverbands Bitkom. Der weltweite Markt für VR und AR werde laut Goldman Sachs Research bis 2025 auf ein Volumen von 80 Milliarden Dollar wachsen. Andere Prognosen sind noch optimistischer.

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