Roboterbauer: Kuka führt weitere Gespräche mit möglichen Investoren

Roboterbauer: Kuka führt weitere Gespräche mit möglichen Investoren

, aktualisiert 29. Juni 2016, 13:59 Uhr

Nach dem Ja zum Übernahmeangebot aus China verhandelt der Roboter- und Anlagenbauer Kuka mit weiteren potenziellen Investoren. So soll der 49-Prozent-Anteil für Midea gewährleistet werden.

Nach dem Ja zum Übernahmeangebot aus China verhandelt der Roboter- und Anlagenbauer Kuka mit weiteren potenziellen Investoren. Auf die Frage, wie sicher gestellt werde, dass der Haushaltsgeräte-Hersteller Midea nicht über die - von der Politik favorisierte - Schwelle von 49 Prozent der Anteile komme, sagte Vorstandschef Till Reuter am Mittwoch in München, dies könne man nur gewährleisten, wenn Andere diese Aktien übernähmen. "Hier gibt es nach wie vor Gespräche." Mit wem verhandelt wird, wollte er nicht sagen. Die Gespräche seien hochvertraulich. Es gehe darum, ob neben den beiden heutigen Großaktionären Voith und Loh weitere langfristige Investoren an Bord kommen.

Übernahmen chinesischer Firmen in Deutschland

  • EEW Energy

    Die chinesische Holding Beijing Enterprises gab Anfang Februar 2016 bekannt, den Müllverbrennungsspezialisten EEW Energy from Waste aus Helmstedt für rund 1,44 Milliarden Euro zu übernehmen.

  • Krauss-Maffei

    Der Spezialmaschinenbauer wurde im Januar 2016 von ChemChina, dem größten Chemiekonzern Chinas, für 925 Millionen Euro gekauft. ChemChina kam unlängst erneut in die Schlagzeilen – mit einem 43-Milliarden-Dollar-Angebot für den Schweizer Agrarchemie-Anbieter Syngenta.

  • Koki Technik Transmission Systems

    Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems übernahm 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

  • Hilite

    Avic übernahm 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

  • Tailored Blanks

    Der Industriekonzern Thyssenkrupp schloss 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel ab. Zum Preis machten beide Seiten keine Angaben.

  • Kion

    2012 stieg der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kauften zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigerten 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhielt der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

  • Putzmeister

    Der Baumaschinenhersteller Sany übernahm 2012 den Betonpumpenhersteller für gut 320 Millionen Euro.

  • Kiekert

    Der Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme, Kiekert, ging 2012 in chinesische Hände. Der Hersteller aus Heiligenhaus bei Düsseldorf wurde vom börsennotierten chinesischen Automobilzulieferer Lingyun übernommen.

Nach der Ankündigung der Übernahmeofferte wurde in der Politik die Sorge vor einem Abfluss deutscher Technologie nach China laut. Die Suche nach einem europäischen Alternativangebot für Kuka blieb indes erfolglos. "Fakt heute ist: Es liegt ein Angebot vor, es gibt kein weiteres Angebot", sagte Reuter. Er verwies darauf, dass die Chinesen sich mit 45, 49 oder 50 Prozent der Kuka-Anteile zufrieden geben würden. "Generell wäre Midea bereit, darüber hinausgehende Aktien zu den gleichen Konditionen anzudienen." Finanzchef Peter Mohnen sagte, es gebe "keinen Mechanismus", wie dies umgesetzt werden könne.

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Vorstand und Aufsichtsrat von Kuka hatten am Dienstag den Anteilseignern empfohlen, die 4,5 Milliarden Euro schwere Offerte aus China anzunehmen. "Wir haben einen attraktiven Preis für unsere Aktionäre", sagte Reuter mit Blick auf die gebotenen 115 Euro je Aktie. Er selbst werde die Hälfte seiner etwas mehr als 20.000 Anteilsscheine verkaufen und die andere Hälfte behalten. Finanzchef Mohnen will seine gut 2200 Aktien nach eigenen Angaben komplett abgeben.

Hoffen auf Wachstum in China

Die Vorstände bekräftigten ihren Wunsch, dass die Großaktionäre Voith und Loh an Bord bleiben. Diese lassen sich bisher nicht in die Karten schauen. Kuka-Betriebsratschef Armin Kolb hält "eine gesunde Mischung" aus Großaktionären für das Beste für den Konzern. "Man wird sehr deutlich sehen, wie viel Unternehmertum es im deutschen Mittelstand gibt, oder ob es nur um Geld geht." Durch die Job- und Standortgarantien bis 2023 sei "eine gewisse Beruhigung in der Belegschaft" zu spüren.

Übernahmepläne Kuka verhandelt mit Midea über Schutz von Kundendaten

Roboterhersteller Kuka und der chinesische Konzern Midea verhandeln über Möglichkeiten, die Daten von Kuka-Kunden vor dem Zugriff durch den chinesischen Hausgeräteproduzenten zu schützen.

Midea möchte Kuka übernehmen. Quelle: dpa

Kuka-Chef Reuter betonte: "Es ändert sich für die Mitarbeiter gar nichts." Finanzvorstand Mohnen ging davon aus, dass der Konzern 2023 an seinem Stammsitz Augsburg sogar mehr Beschäftigte haben könnte als jetzt, weil Kuka künftig gemeinsam mit Midea schneller wachsen könne. Bisher war der Plan, 2020 zwischen 4,0 und 4,5 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 7,5 Prozent Marge zu erzielen. "Wir glauben, dass wir diese Ziele schneller erreichen können", sagte Mohnen. 2020 könne man zehn Prozent höher liegen, dies werde aber jetzt in Ruhe analysiert.

Reuter erläuterte, Wachstumschancen gebe es vor allem in China, dem weltgrößten Robotermarkt. Auch die Digitalisierung der Produktion, der Ausbau des Logistikgeschäfts sowie der Einstieg in den Markt für Serviceroboter für zuhause sollen für Schub sorgen. In allen Bereichen sei die Partnerschaft mit dem Haushaltsgeräte-Hersteller Midea von Vorteil. In China werde man das Ziel von einer Milliarde Umsatz früher als 2020 erreichen. Auch im Logistikgeschäft könne man künftig eine Milliarde erlösen, zuletzt waren es rund 600 Millionen Euro.

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