An Alster und Elbe: Hamburgs Treffpunkte der Macht

An Alster und Elbe: Hamburgs Treffpunkte der Macht

von Thorsten Firlus, Jürgen Berke, Hermann J. Olbermann und Claudia Tödtmann

An der Alster muss alles mit Aussicht sein. Wenn nicht auf die Alster, dann auf die Elbe. Oder den Hafen. Mondäne Brasserien und distinguierte Traditionshäuser sind die Kulisse für die Gespräche der Hanseaten.

Sich in Understatement zu üben – das ist in Hamburg ein mindestens so gut inszeniertes Schauspiel wie die Uraufführung eines Stücks von Peter Handke am Thalia Theater. So sehen es jedenfalls einige Hamburger, die ohne die Ahnengalerie einer Reederdynastie im Stadtstaat wohnen. Die Verschwiegenheit, sagen sie, sei vorgegaukelt, das Hanseatentum ein gut gepflegtes Ablenkungsmanöver.

Eines, dessen Inszenierung auch von denen lebt, die in Deutschland Meinung und Stimmung machen. Werbeunternehmen und PR-Agenturen sind reichlich über die Stadt verteilt, die Verlage von Springer, Gruner + Jahr, Spiegel und Zeit sind jeweils fußläufig voneinander entfernt. Die einen residieren in noch immer futuristisch anmutender Architektur, die anderen hinter Fassaden von neuer selbstbewusster Größe, die dennoch nicht protzig wirken will, denn die Hanseatische Komödie würde das nicht dulden.

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Große Gespräche in Hamburg

Die Kulisse ist beeindruckend. Historische Häuser mit einer mehrere Jahrhunderte zurückreichenden Vergangenheit treffen in der HafenCity unvermittelt auf die Stahl gewordenen Träume heutiger Architekten und Stadtplaner. Sie treiben nicht allein das größte Bauprojekt Europas voran, sondern zeigen mit den in ihrer Vielfalt fast uniform wirkenden modernen Fassaden, dass Tradition das eine und Fortschritt das andere ist.

Die Speichergebäude in Rotklinker stehen neben den Glasfassaden der Wohn- und Bürotürme, in denen die teuersten Einheiten zuerst verkauft werden und Werbeagenturen wie Reeder ihren Mitarbeitern einen atemberaubenden Blick bieten.

Hamburg, das ist, auch mit nur einem Dax-Konzern (Beiersdorf) vor Ort, die Zentrale Norddeutschlands. Mag Volkswagen in Wolfsburg ein anderes, viel größeres Rad drehen als die Unternehmen im feinen Hamburg und Patriarch Ferdinand Piëch mit dem Ritz-Carlton ein repräsentatives Hotel samt Drei-Sterne-Restaurant in die Autostadt bauen. Mag Ex-Kanzler Gerhard Schröder in Hannover immer wieder in die Hinterzimmer des Gasthauses Wichmann laden, wenn es Großes zu besprechen gilt, wie 2002, als es um Leo Kirchs Schicksal ging, oder 2004, als Putin sein Gast war.

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Cölln's Restaurant

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