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Pimp my Lebenslauf: Wie sehr darf man die eigene Vita aufmotzen?

von Kristin Schmidt und Jochen Mai

Der Yahoo-Chef ist über falsche Angaben im Lebenslauf gestolpert. Dabei ist es normal, seine Vita aufzupolieren - solange man es nicht übertreibt.

Der entlassene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte er es auch bei seinem Lebenslauf mit der Wahrheit nicht allzu genau genommen. Quelle: dapd
Der entlassene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte er es auch bei seinem Lebenslauf mit der Wahrheit nicht allzu genau genommen. Quelle: dapd

Nach nur vier Monaten trat der Vorstandsvorsitzende Scott Thompson wegen falscher Angaben in seinem Lebenslauf zurück. Damit hat Großaktionär Daniel Loeb sein Ziel erreicht. Er war es, der im offiziellen Lebenslauf von Thompson einen Bachelor-Abschluss in Computerwissenschaften entdeckte, der dort nicht hinein gehörte. Denn Thompson hat lediglich einen Abschluss in Buchhaltung.

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Während Yahoo gehofft hatte, dass sich Thompson trotz des Bekanntwerdens einer Falschangabe zu einem akademischen Titel in seinem Lebenslauf halten könne, hatte der Großaktionär Third Pont auf den Abgang des neuen Chefs gedrängt.

Thompson ist nicht der erste Prominente, der über falsche Angaben in der Vita stolpert. In Deutschland ist die Plagiatsaffäre um Karl Theodor zu Guttenberg der bekannteste Fall in letzter Zeit. Dabei waren neben den Plagiaten in der Doktorarbeit auch weitere Makel in Guttenbergs Biografie ans Licht gekommen: So hatte er es auch bei seinem Lebenslauf mit der Wahrheit nicht allzu genau genommen.

Laut Recherchen der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung soll der Ex-Minister aus mehrwöchigen Studentenpraktika in Frankfurt und New York mal eben „berufliche Stationen in Frankfurt und New York“ gemacht haben sowie aus einer einfachen Hospitanz eine Tätigkeit als „freier Journalist bei der Tageszeitung Die Welt (bis 2002)“. Die jedoch erschöpfte sich wohl eher auf gerade einmal acht kleinere Artikel, von denen vier auch noch gemeinsam mit Co-Autoren verfasst worden seien.

Die eigene Biografie zu optimieren, ist gängige Praxis

Kann man so machen – sollte man aber nicht. Tatsächlich raten Experten dringend davon ab, es mit der Lebenslauf-Politur derart zu übertreiben. Etwas Aufhübschen sei noch okay, "das gehöre zur normalen und auch erwarteten Selbstvermarktung in der Bewerbung", findet zum Beispiel auch Thomas Pütz, Partner bei der Düsseldorfer Personalberatung v. Rundstedt & Partner.

Wer es damit aber übertreibt, riskiert auch nachdem er schon eingestellt wurde seinen Job. Denn formal muss jeder Lebenslauf mit Ort, Datum und einer Unterschrift versehen werden. Das unterstreicht, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Falsche Angaben aber können – je nach Schwere des Täuschungsversuchs - auch nach der Probezeit zur fristlosen Kündigung führen.

Vertrauen in die Angaben im Lebenslauf

Nicht wirklich viel Vertrauen haben deutsche Unternehmen in die Korrektheit der Bewerberangaben. 49 Prozent der deutschen Manager die in einer Umfrage befragt wurden, denken, dass Bewerber grundsätzlich übertreiben. In Österreich glauben dies sogar 60 Prozent der Personalprofis und in Italien 53 Prozent.

Die Studie "Workplace Survey" des Personaldienstleisters Robert Half hat Karrieretrends in den Ländern Deutschland, Dubai, Belgien, Brasilien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik untersucht. Die Befragung wurde im April und Mai 2011 von einem Meinungsforschungsinstitut bei 2 525 Personal- und Finanzmanagern durchgeführt.

Bild: Fotolia

Bewerber sollten hier schon aus Eigeninteresse besonders sorgfältig sein – auch für den Fall, dass irgendwann mal nach einem billigen Kündigungsgrund gesucht wird, falls der Kollege in Ungnade gefallen ist.

Gewiss, die eigene Biografie zu optimieren, ist heute gängige Praxis. Das beginnt zum Beispiel schon damit, uninteressante oder vielleicht auch skurrile Hobbys wegzulassen oder eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit als "berufliche Neuorientierung" oder gar als "Selbstständigkeit" zu verkleiden. Doch wo hören zulässige Schönfärbereien auf und wo beginnen vorsätzlicher Etikettenschwindel und dreister Betrug?

"Die Grenze zwischen Fälschen und Aufpolieren ist fließend", sagt die Arbeitsrechtlerin Julia Zange. Solange die Angaben im Kern richtig sind, liege zumindest keine arglistige Täuschung vor. Schreibt der Bewerber zum Beispiel, er habe vier Jahre als Assistent der Geschäftsführung bei einer Investment-Boutique gearbeitet und dann stellt sich heraus, er war nur zwei Jahre dort oder nur als Praktikant, ist die Aussage schon im Kern falsch.

"Es liegt dann eine arglistige Täuschung vor, wenn die Falschangabe zu dem Zweck gemacht wurde, bessere Chancen in der Bewerbung zu haben.", erklärt Zange. War der Bewerber nur Assistent eines Geschäftsführers von mehreren, mag die Angabe "Assistenz der Geschäftsführung" im Kern noch richtig sein, wurde jedoch beschönigt. "Damit kommt der Bewerber vermutlich durch."

13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.05.2012, 09:28 UhrNoergler

    "Oldies but goldies". Dieser Spruch gilt aber nur für die Popmusik vergangener Jahrzehnte. Wiederholt man -wie hier geschehen- Zeitungsartikel, so spricht man von ollen Kamellen. In gedruckter Form wäre so was noch nicht mal für den Wochenmarkt einsetzbar. Zu groß wäre die Angst des Händlers, dass da aus seinem frischen Fisch ein ranziger Rollmops würde. Gab es denn wirklich nichts Aktuelles zu berichten? Zur Not hätte man doch etwas über Nessie schreiben können. Die ist zeitlos.

  • 28.02.2011, 12:03 Uhrcommonman

    “Wenn einer, der mit Mühe kaum, geklettert ist auf einen baum, schon meint, dass er ein Vögel wär’, so irrt sich der!” Wilhelm busch

    zwei geklonte brüder im geiste kämpfen um die macht des einen (der andere hat sie von fr. springer sowieso)

    > http://commonman.de/wp/?page_id=2582
    > http://commonman.de/wp/?page_id=1428

    die ähnlichkeit ist unverkennbar

    was übrigbleibt ist scham aus der humor erwächst

    > http://commonman.de/wp/?page_id=2538
    > http://commonman.de/wp/?page_id=2372

  • 27.02.2011, 20:21 UhrzG und die Söldner

    zG hat drüben studiert, ist dort Nesthäkchen Nr. 1, soll hier nun die bW als 'bürger in Uniform' abschaffen und ausländische Söldner in die bW hereinbringen. "mehr (bezahlte) Ausländer.." ist seine Parole fürs Volk. Machen wir uns nichts vor. Das ist brandgefährlich:

    Wer nur etwas Lebenserfahrung hat weiß, daß im Ernstfall Söldner auf die Mütter im Land schießen. Die eigenen Söhne machen das aber niemals. Das hat vor 20 Jahren den Ostblock vor einem blutbad gerettet. Umgekehrt verwandeln gerade heute mordende Ölsöldner Lybien in ein blutbad.

    Weil zG überhaupt Söldner will, will ich ihn nicht. Daß er zusätzliich ein blender ist, ist überall zu lesen. Daß die Roten davon profitieren ist tragisch, aber nicht zu ändern. Söldner sind gefährlicher als die Roten, die man abwählen kann. Söldner wird man nie mehr los. Wir hätten dann nur noch bW-Söldner und ausländische NATO-Soldaten. Freiheit adé.

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