Reichtum: Die Deutschen wär’n so gerne Millionär

Reichtum: Die Deutschen wär’n so gerne Millionär

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Die Deutschen wären sehr gerne Millionär. Ihre Chancen, das aus eigener Kraft zu erreichen, halten sie für ganz gut.

Allen Diskussionen über Ungleichheit und Milliardenboni zum Trotz: Der Deutsche an sich wäre sehr gerne reich. Die Chancen halten die meisten für ganz gut. Aber was bedeutet Reichtum für die Menschen?

„Reich sein ist unsozial“ – sagt die Linke. „Man muss Erbschaften höher besteuern, um soziale Gerechtigkeit herzustellen“, fordert Andrea Nahles. Wie ungerecht das Vermögen verteilt ist, belegt jedes Jahr wieder der Blick in die Statistik: Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung zusammen.

Folgt man der aktuellen Debatte, gehört Reichtum um des sozialen Friedens Willen am besten sofort abgeschafft. Wer Geld hat, hat es ohnehin geerbt – und nicht verdient. So jedenfalls die Argumentation von Nahles und der SPD.

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Allerdings vertreten die Volksvertreter hier offenbar nicht Volkes Wille. Denn das wäre schon sehr gerne reich. Mehr als 70 Prozent der Deutschen halten es für „sehr“ oder „eher“ erstrebenswert, reich zu sein. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der RWB Group AG, einem Spezialisten für Private Equity.

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Hamburg-Blankenese. Quelle: Marco2811 - Fotolia

Allerdings verstehen die Deutschen unter Reichtum offenbar etwas anderes als diejenigen, die Manager-Gehälter a lá Zetsche oder Winterkorn kritisieren. 22 Prozent der Deutschen sagen nämlich: Wer ein Vermögen – das heißt: inklusive Immobilien – von mehr als 250.000 Euro sein Eigen nennt, ist reich.

Bei den aktuellen Preisen gehören Eigenheimbesitzer in München, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg oder Köln also durch die Bank weg zur Oberschicht. Selbst, wenn sie nur einen 450 Euro-Job haben sollten. Für die Mehrheit der Befragten beginnt Reichtum allerdings erst ab einem Vermögen inklusive Immobilienbesitz von einer Million Euro.

Interessant ist die geschlechtsspezifische Wertung: Während 41 Prozent der Frauen Menschen mit einem Vermögen von unter einer Million Euro für reich halten, sind Männer offenbar großzügiger. So sagt jede vierte Frau, dass Menschen mit einem Vermögen ab 250.000 Euro reich seien. Dagegen beginnt für zwei Drittel der Männer Reichtum ab einer oder sogar erst ab drei Millionen Euro.

Anders als einige Politiker gehen die Deutschen im Übrigen davon aus, dass es hierzulande möglich ist, aus eigener Kraft reich zu werden. 18,7 Prozent sagen: In Deutschland kann man durch Arbeit und durch Unternehmertum Millionär werden. Besonders die Altersgruppe der unter 30-Jährigen geht davon aus, es mit einem guten Job oder der Gründung eines Start-ups zum Millionär zu bringen.

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