
Der britische Fußball-Rekordmeister Manchester United plant, diesen Sommer an die New Yorker Börse zu gehen. Laut jetzt eingereichten Unterlagen will ManU bis zu 100 Millionen Dollar bei Anlegern einsammeln. Preisspanne je Aktie und der Tag des Börsengangs sind bisher nicht bekannt. ManU war schon einmal an der Börse und das außerordentlich erfolgreich. Wer 1991 die Aktie kaufte, konnte sich zwischenzeitlich über eine Verdreißigfachung des Kurses freuen. Wie kein anderer Club vermarktete ManU sich in den Neunziger Jahren extrem erfolgreich auf dem lukrativen asiatischen Markt. 2005 kaufte der Milliardär Malcolm Glazer mit seiner Familie den Club für 790 Millionen Pfund Sterling von der Börse weg. Bei den Fans ist die Familie, die den Club auch leitet, eher verhasst. Deshalb lässt sich ManU offenbar auch nicht erneut in London notieren.
Bild: dapdManchester United ist in der Premier League, was der FC Bayern München in der Bundesliga ist. Schon 1991 hatte ManU Aktien des Vereins erfolgreich an die Börse gebracht (Im Vordergrund ManU-Stürmerstar Wayne Rooney) - und die waren eine Erfolgsstory. Der Aktienkurs stieg in den Folgejahren um ein Vielfaches. Heute plagen den Verein allerdings Schulden in Höhe von 423 Millionen Pfund
Bild: dpa/picture-allianceManU gehört dem Milliardär Malcolm Glazer. Er kaufte 2005 den britischen Rekordfußballmeister und nahm die Aktie von der Börse. Um die Schuldenlast zu lindern, soll die Aktie nun an die Börse zurückkehren - allerdings an der Wall Street in New York. Glazer wird dank der Mehrfachstimmrechte seiner Anteile dennoch das Sagen haben. Der Club will an der New Yorker Börse 100 Millionen Dollar von Investoren einsammeln
Bild: dapdFußballklubs brauchen für den wirtschaftlichen auch den sportlichen Erfolg. Eine Champions-League-Teilnahme beschert den Vereinen hohe Einnahmen aus den Übertragungsrechten, Sponsoren zahlen mehr, die Werbeeinnahmen steigen. Aber die schwankenden Einnahmen stehen oftmals konstant hohen Ausgaben gegenüber - vor allem für teure Spieler und große Stadien. Vereine versuchen daher immer öfter, Kapital an der Börse einzusammeln. Für Anleger ist das mitunter riskant
Bild: REUTERSBorussia Dortmund wagte als erster Bundesligist den Sprung an die Börse. Aber mit dem Börsengang am 31. Oktober 2000 begann auch ein Leidensweg. Die Aktie fiel schon am ersten Handelstag und die sportlichen Erfolge wurden trotz der Einnahmen aus dem Börsengang immer spärlicher. Auf große Erfolge mussten die Dortmund-Fans lange warten. Im Bild die Dortmund-Spieler Sebastian Kehl und Mats Hummels nach dem Sieg im DFB-Pokalfinales 2012 gegen Bayern München.
Bild: dpaIn Dortmund wurde geklotzt: Mit dem Signal Iduna Stadion entstand im Revier das größte Fußballstadion Deutschlands. Es fasst 81.000 Besucher. In der Finanznot wurde es verkauft, zurückgemietet und schließlich wieder zurückgekauft - jedesmal, um Geld zu sparen
Bild: REUTERSNachdem das Geld aus Börsengang verbraucht war, häufte Borussia Dortmund bis 2004 in der Spitze 180 Millionen Euro Schulden an. Trikotsponsor Evonik stieg 2006 dennoch ein, hat gerade den Vertrag verlängert. Der neue Trikot-Ausstatter Puma (Vertrag bis 2016) zahlt zudem fast dreimal soviel wie der Vorgängersponsor Kappa
Bild: dpaAuch der bei Dortmundfans verhasste Rivale Schalke 04 aus dem nahen Gelsenkirchen gönnte sich ein großes, teures Stadion. Die hohen Schulden des Vereins sollten neu strukturiert werden, um die Kreditkosten zu senken. Die Vereinsführung entschloss sich, 100 Millionen Euro von Anlegern einzusammeln. Allerdings nicht mittels Börsengang und der Ausgabe neuer Aktien. (Im Bild die Schalke-Spieler Jefferson Farfán und Klaas-Jan Huntelaar)
Bild: dpaStattdessen bot Schalke 04 eine Anleihe an - und setzte dabei offenbar auf die zahlreichen treuen Fans. Doch schon am ersten Handelstag der neuen Anleihen fielen die Papiere um fünf Prozent. 50 Millionen Euro sollten durch die Anleihe in die Schalke-Kasse gespült werden. Aber aufgrund der zu geringen Nachfrage kamen nur 35 Millionen Euro zusammen. Beim Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf
Manchester United ist in der Premier League, was der FC Bayern München in der Bundesliga ist. Schon 1991 hatte ManU Aktien des Vereins erfolgreich an die Börse gebracht (Im Vordergrund ManU-Stürmerstar Wayne Rooney) - und die waren eine Erfolgsstory. Der Aktienkurs stieg in den Folgejahren um ein Vielfaches. Heute plagen den Verein allerdings Schulden in Höhe von 423 Millionen Pfund
Hohe Schulden
Dass der neue Börsengang ähnlich erfolgreich wird, wie vor 20 Jahren, ist zweifelhaft. Denn mit den Einnahmen aus dem Börsengang sollen erst einmal die hohen Schulden des Clubs abgebaut werden. ManU belasten Verbindlichkeiten über gut 423 Millionen Pfund. Zudem wird Glazer über Mehrstimmrechte auch langfristig die Geschicke des Clubs bestimmen. Im Geschäftsjahr 2011 (30. Juni) setzte Manchester United 331 Millionen Pfund um und erzielte dabei einen Gewinn von 13 Millionen Pfund. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte der Club einen Ertrag vor Steuern von 15,7 Millionen Pfund und einen Umsatz von 246 Millionen Pfund.
Schwarze-gelbe Emission, der BVB auf dem Parkett
Lange Zeit sah es so aus, als würde sich die Borussia Dortmund KG auf Aktien nahtlos in die Reihe hochgejubelter Möchtegern-Börsenstars einreihen, die rund um die Jahrtausendwende zu völlig überzogenen Preisen an die Börse gekommen waren und danach gnadenlos abstürzten. Für 11,00 Euro hatten Deutsche Bank, WGZ Bank, Dresdner Kleinwort, die WestLB und die beiden Dortmunder Lokalbanken Sparkasse und Volksbank Deutschlands erste und bislang einzige Fußballaktie unter die Anleger gebracht.























