Parfüm-Aktien: Mit dem Duft von Dividende

Parfüm-Aktien: Mit dem Duft von Dividende

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Vom Duft des Geldes: Parfüm-Aktien.

von Sebastian Kirsch

Zum Fest ein feiner Duft: Parfüms sind beliebte Weihnachtsgeschenke. Dabei stammt oft aus dem Chemielabor, was nach Natur duftet. Anleger, die auf das Parfümgeschäft setzen wollen, brauchen den richtigen Riecher.

Mit ihrem Fingernagel ritzt sie die Schale der Frucht an, die für diesen Moment mehr als 8600 Kilometer nach Deutschland geflogen ist. Sofort strömt aus dem Riss der Duft von grünem Thai-Curry: frisch wie eine Limette, weniger süßlich, aber würziger. Jeder, der einmal versucht hat, ein Curry ohne eine entsprechende Fertigpaste zu kochen, wird sofort daran erinnert, dass genau diese Zutat fehlte: eine Kaffir-Limette. Suthathip Thedvichienchai hat die Zitrusfrucht, die bis auf ihre tiefen Furchen einer Limette ähnelt, aus ihrer Heimat Thailand nach Holzminden einfliegen lassen. Die 29-Jährige absolviert dort ihre Parfümeurs-Ausbildung bei Symrise, dem MDax-Konzern, der Düfte und Aromen herstellt. Aus der Kaffir-Limette destilliert Thedvichienchai ein Öl, mit dem sie einen neuen Duft komponieren möchte.

Rund 5000 Rohstoffe können Parfümeure für Düfte einsetzen: von natürlichen Produkten wie Orangenöl oder Sandelholzöl bis zu chemischen Aromastoffen, deren Namen wie Iso E Super eher an Tankstelle als an Drogerie erinnern.

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Der Duftmarkt ist heiß umkämpft, weltweit setzen Konzerne jährlich 51 Milliarden Euro mit Parfüms und Kosmetik um, zeigen Schätzungen von Bain und Altagamma. Deutsche Parfümerien machen ein Fünftel ihrer Umsätze in der Zeit vor Weihnachten.

Nur: Prominente Namensgeber für ein Parfüm wie Lady Gaga oder James Bond ziehen als Verkaufsargument nicht mehr. „Es gibt zu viele austauschbare Düfte, die zu stark beworben werden“, sagt Frank Schnitzler, der in Düsseldorf als Berater für die Parfüm- und Kosmetikindustrie arbeitet. Kunden suchen Qualität: über individuelle Düfte mit natürlichen Inhaltsstoffen. Weil die ätherischen Öle für Parfüms aber Kilopreise erreichen können, die dem von Gold entsprechen, und sie den Bedarf teilweise gar nicht decken können, ist die Branche auf synthetische Duftstoffe angewiesen. Die Folge: Parfüm, das wie frisch vom Lavendelfeld geerntet duftet, stammt aus den Labors der Chemiekonzerne.

Was hinter dem Label steckt

Bis 2020 soll insbesondere der Absatz von Luxusdüften um 4,4 Prozent pro Jahr zulegen, zeigen Daten von Euromonitor. Kunden aus Asien kompensieren den stagnierenden Absatz in den Kernmärkten USA und Europa. Um sie mit neuen Duftkreationen zu bedienen, leisten sich nur wenige Luxushäuser wie Hermès eigene Parfümeure. Weltweit gibt es überhaupt nur rund 600 Parfümeure – und die meisten von ihnen arbeiten in globalen Chemiekonzernen: IFF und Symrise beschäftigen etwa jeweils zehn Prozent der Parfümeure.

Flakonherstellung Aus viel Sand entstehen edle Parfümflakons

Der Mittelständler Heinz-Glas produziert in deutscher Dorfidylle für die Größen der Parfümindustrie. Vor-Ort-Einblicke in die Produktion.

Heinz-Glas Quelle: PR

So sind an der Produktion eines neuen Duftes meist mehrere Parteien beteiligt: das Unternehmen, das unter seinem Label einen Duft auf den Markt bringen möchte, ein Unternehmen, das diesen Duft vermarktet, und ein Unternehmen, das den Duft komponiert und herstellt. Der Weg zum fertigen Parfüm liest sich dann so: Meisterparfümeur Carlos Benaïm arbeitet beim Dufthersteller IFF und entwickelt dort im Auftrag von Armani das Parfüm Code, das anschließend von L’Oréal vermarktet wird.

Wo viele ihre Nase reinstecken, dauert die Entwicklung schon mal ein Jahr. Herstellungspreis und Verkaufspreis können weit auseinander liegen: Der Handel kann ein Parfüm für 100 Euro anbieten, während die Herstellung fünf Euro kostet. Entsprechend verdienen alle Beteiligten, ob Duftkonzern oder Kosmetikvermarkter: Symrise machte mit Duft- und Pflegeprodukten 2015 etwa 41 Prozent seiner Umsätze, verdiente damit aber 46 Prozent des Betriebsertrags. Auch Glashersteller verdienen am Parfümabsatz, denn um sich von der Masse in den Regalen abzusetzen, geht es nicht ohne ausgefallene Flakons.

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