Politische Börse: Dax-Rekord nach Frankreichwahl

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Politische Börse: Dax-Rekord nach Frankreichwahl

Die Börse zündet den Turbo: Die Erleichterung über den Sieg Macrons bei den Wahlen in Frankreich und gute Stimmung in der Wirtschaft verhelfen dem Dax zum neuen Allzeitrekord, Gold und Bundesanleihen verlieren.

Der Jubel an der Börse nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich ist riesig: Der deutsche Aktienleitindex Dax übersprang am Montagvormittag seine bisherige Rekordmarke von 12.390,75 Punkten aus dem Frühjahr 2015 und stieg um 2,9 Prozent auf 12.398,05 Zähler – rund acht Punkte über dem bisherigen Allzeithoch bei 12,390 Punkten.

Der Dax legte am Montag zu Handelsbeginn um knapp 2,5 Prozent auf 12.347 Punkte zu. Mit dem satten Plus von knapp 350 Punkten feiern die Anleger, dass es mit dem unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron ein pro-europäischer Politiker in die Stichwahl um Frankreichs Präsidentenamt am 7. Mai gegen die rechtspopulistische und europafeindliche Marine Le Pen vom Front National geschafft hat.

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Für noch größere Begeisterung sorgte das Wahlergebnis an der Pariser Börse. Der Auswahlindex CAC40 stieg am Morgen nach der Wahl um vier Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 5268 Punkten in die Höhe. Überall in Europa stiegen die Kurse auf breiter Front. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 3,30 Prozent nach oben. Der MDax, der am Börsenplatz Frankfurt die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, schaffte mit 24.432 Punkten bereits ein neues Rekordhoch. Zuletzt lag er mit einer Steigerung um 1,80 Prozent knapp darunter. Der Technologie-Index TecDax rückte um 1,60 Prozent auf 2048,75 Punkte vor.

Der Tag nach der Frankreich-Wahl Fillon zieht sich zurück

Frankreich hat gewählt: Macron und Le Pen ziehen in die Stichwahl. Die Märkte blickten genau auf den Ausgang der Wahl. Nach der Wahlniederlage zieht sich Fillon zurück. Die Ereignisse im Live-Ticker.

Frankreich-Wahl: Le Pen erzielt bestes Front-National-Ergebnis aller Zeiten Quelle: dpa

Der Euro zog am Morgen um ein Prozent auf 1,0898 Dollar an, büßte am Vormittag allerdings das Plus teilweise wieder ein und verteuerte sich nur noch 0,3. Am Vormittag kostete der Euro 1,0861 Dollar. Noch in der Nacht hatte der Euro an den asiatischen Börsen sogar um rund zwei Prozent auf 1,0940 Dollar zulegen können.

Gold und Bundesanleihen verlieren

Als sicher geltende Anlagen wie Gold und Bundesanleihen flogen im Gegenzug aus den Depots. Der Goldpreis je Feinunze verlor in Dollar gerechnet mehr als ein Prozent auf 1271, der Preis in Euro fiel um 0,8 Prozent auf 1170 Euro. Durch den fallenden Kurs zehnjähriger Bundesanleihen stieg die Rendite der deutschen Staatsanleihe um 0,34 Prozentpunkte. Im Gegenzug stiegen die Kurse der französischen Staatspapiere, ihre Renditen sanken leicht.

Goldpreis und Anleihen signalisieren somit klar geringere Risiken und mehr Zuversicht für Euro-Anleger durch das Wahlergebnis in Frankreich, sichere Häfen sind weniger gefragt.

Riedls Dax-Radar Wahlentscheidung als Startschuss für neuen Kursanstieg

Stabile Aktienmärkte senden zuversichtliche Signale. Nach der Zitterpartie im Vorfeld der französischen Wahl zeichnet sich ein weiterer Aufschwung ab.

Quelle: dpa

"Das ist ein sehr positives Ergebnis für Europa und die Stabilität von Realwirtschaft und Finanzmärkten", sagte Analyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank. "Die politischen Unsicherheiten, die zur Schwäche des Euro und zum Kapitalabzug aus Europa geführt haben, sind zwar noch nicht vollständig bereinigt, aber immerhin zu 90 Prozent."

Auftrieb für Europas Bankhäuser

Besonders begehrt bei Anlegern waren Banken. Aktien der Deutschen Bank gewannen 6,4 Prozent, Commerzbank-Papiere 8,3 Prozent. Sie waren mit Abstand die gefragtesten Werte im Dax. Auch die Papiere französischer, italienischer und spanischer Institute zogen kräftig an. Die französischen Banken Societe Generale, BNP Paribas und Credit Agricole zogen um je rund acht Prozent an. Der europäische Banken-Index legte 6,4 Prozent zu. Zusätzlichen Rückenwind bekommen die Geldhäuser durch gute Konjunkturperspektiven und steigende Inflationserwartungen. Analysten der Deutschen Bank empfahlen Anlegern, ihr Engagement bei Banken der Euro-Zone nun zu erhöhen. Die Banker des Brokerhauses Kepler Cheuvreux stuften französische Geldhäuser auf "Übergewichten" nach oben.

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