Riedls Dax-Radar: Wichtige Stabilisierung nach der Bärenrally

kolumneRiedls Dax-Radar: Wichtige Stabilisierung nach der Bärenrally

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Aktienhändler sitzen auf dem Parkett der deutschen Börse in Frankfurt am Main.

Kolumne von Anton Riedl

Trotz Terror und Ölpreiskapriolen wächst die Wirtschaft moderat. Im zweiten Halbjahr hat der Dax sogar die Chance auf einen nachhaltigen Anstieg.

Die deutsche Wirtschaft wächst etwas langsamer, so die jüngsten offiziellen Prognosen. Nun sollen es statt 1,6 Prozent nur noch 1,5 Prozent werden. Immerhin, das Jahr ist noch lang genug, es kann sich noch einiges ändern – in beide Richtungen.
Terroranschläge und Terrorgefahr haben dabei einen ambivalenten Effekt: Abgesehen von den direkt betroffenen Unternehmen und Branchen (Luftfahrt, Tourismus) sind für die Gesamtwirtschaft kaum Folgen spürbar.

Und wenn, wie in solchen Fällen üblich, die betroffene Währung aus Krisenangst nachgibt, führt das über Wettbewerbsvorteile im internationalen Geschäft sogar zu einem Ausgleich. Welchen Einfluss Terror auf die Märkte hat, lässt sich durch einen Blick auf einen mittel- bis langfristigen Kursverlauf feststellen: Schaut man sich den Dax etwa seit fünf Jahren an, fallen die kurzfristigen Verwerfungen, die es bei Terroranschlägen gegeben hat, überhaupt nicht ins Gewicht.

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Selbst der Terroranschlag auf das World Trade Center 2001, der kurzfristig zu einem Crash geführt hat, war kein Auslöser einer Baisse. Die Baisse der High-Tech-Unternehmen hatte schon in der zweiten Hälfte des Jahres 2000 begonnen. Der WTC-Crash war nur eine zusätzliche, hektische Phase in einem schon bestehenden Abwärtstrend.


Auf die aktuelle Situation übertragen heißt das: Terroranschläge können zu kurzfristigen, hektischen Ausschlägen an den Börsen führen, ändern aber nichts an der grundlegenden mittel- bis langfristigen Tendenz.

Extreme sind derzeit unwahrscheinlich

Das womöglich etwas langsamere Wachstum der Wirtschaft gibt den Märkten ebenfalls keine neue Richtung. Ob die Konjunktur um ein oder zwei Prozent zulegt, ist für die Grundtendenz nicht entscheidend. Erst wenn die Wirtschaft in eine Rezession kippen würde oder in einem Boom durchstarten, wäre ein Umdenken notwendig.

Doch beide Extreme sind derzeit wenig wahrscheinlich. Das realistischste Konjunkturszenario für 2016 ist, wie bisher, ein Lavieren auf bescheidenem Niveau. Dass der Euro sich seit einigen Tagen wieder deutlich von der 1,15-Dollar-Marke entfernt, ist für die Unternehmen hierzulande eine Erleichterung. Die Aussicht auf einen stärkeren Euro wäre ein Bremsklotz für die europäischen Börsen. Besonders deutlich wurde das, als die US-Notenbank vor kurzem wieder ihre weiche Linie betonte und der Euro kurzfristig nach oben schnellte.

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Ölplattform Quelle: REUTERS

Öl wird Schritt für Schritt wieder wertvoller

Ziemlich stabil ist der Rohölpreis. Sollte es im April tatsächlich unter den Förderländern zu einem Konsens über Produktionsdeckelungen kommen, dürfte das zu einem weiteren Anstieg der Notierungen führen. Zwar wird der Iran aller Voraussicht nach das Angebot erhöhen, doch dafür machen sich in Amerika die Produktionskürzungen der Schieferölindustrie bemerkbar. Es sieht ganz danach aus, dass die hier vor einigen Wochen ins Auge gefassten Notierungen unter 30 Dollar der Tiefpunkt im Ölpreis gewesen sein könnten.

Zudem ist es bemerkenswert, dass Öl derzeit stabil ist, obwohl die Rohstoffe generell wieder an Boden verlieren, vor allem auch Gold. Öl gewinnt schrittweise relative Stärke, das ist ein typisches Zeichen für einen validen Aufwärtstrend. Der immer noch verbreitete Pessimismus gegenüber dem Ölmarkt passt dazu.

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