Verdacht auf Marktmanipulation: Weitere Ermittlungen gegen Börsen-Guru Markus Frick

Verdacht auf Marktmanipulation: Weitere Ermittlungen gegen Börsen-Guru Markus Frick

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Markus Frick wurde im Februar wegen Marktmanipulation verurteilt. Gegen das Urteil hat er Revision eingelegt.

von Annina Reimann

Im Februar wurde Markus Frick zu 31 Monaten Haft verurteilt, der Börsenbrief-Macher hat Revision eingelegt. Jetzt ermitteln Staatsanwälte weiter. Frick könnte Kurse getrieben und dafür Werbegelder kassiert haben.

Unter 500 000 Euro ging gar nichts: Wer einen Termin mit ihm wolle, müsse mindestens diese Summe für Auftritte auf seinen Anlegerseminaren hinblättern, das sei „Minimum“. So soll der Ex-TV-Moderator Markus Frick vor einem Kompagnon geprahlt haben, erinnert sich dieser.

Frick, wegen Marktmanipulation verurteilt, denkt in großen Summen – nicht nur an der Börse, sondern auch auf von ihm initiierten Anlegerseminaren. Offiziell verdient die Berliner Frick-Firma ISP Finanz ihr Geld mit der Marke „MoneyMoney“. Zu der gehören neben einem Börsenbrief auch eine Internet-Seite und eine Börsen-TV-Sendung im Netz.

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In den vergangenen Jahren stellte ISP Kunden Millionen Euro für Werbebanner und Auftritte auf Anlegerseminaren in Rechnung. Allein von 2010 bis 2012 verbuchte ISP knapp 13 Millionen Euro für Bannerwerbung – das Werbegeschäft machte mit rund 68 Prozent das Gros der Erlöse aus, die Einnahmen aus dem Flaggschiff, dem Börsenbrief „MoneyMoney“, lagen bei drei Millionen Euro.

Die Werbung für die Univerma-Aktie endete gegen Weihnachten 2010 (zum Vergrößern bitte klicken)

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Auffällig hohe Werbeerlöse

Tatsächlich hat ISP auch Werbebanner verbreitet. Nur die Einnahmen daraus scheinen viel zu hoch. Zum Vergleich: Internet-Marktführer „Spiegel Online“ soll 2011 laut einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ 30 Millionen Euro mit Werbung umgesetzt haben. Der Verdacht: Ein Teil des von ISP kassierten Werbegelds dürfte für andere Leistungen geflossen sein.

Unterlagen legen den Verdacht nahe, dass ISP im Auftrag von Hintermännern für Aktien getrommelt und dafür Rechnungen für Anlegerseminare oder Werbebanner in ISP-Medien geschrieben hat. Ein Ex-Partner von Frick selbst sagt, ihm sei klar geworden, dass die Gelder dazu gedacht waren, um für das Pushen von Aktienkursen zu bezahlen. Weder Frick noch ISP haben Fragen der WirtschaftsWoche bis zum Redaktionsschluss beantwortet.

Auffällig ist etwa der Fall der Aktie des heute insolventen Finanzmaklers Univerma. Die Aktie wurde massiv im Börsendienst „das-musterdepot“ empfohlen. Offiziell verantwortete ein gewisser Stefan Zapf „das-musterdepot“ redaktionell. Insidern zufolge war Zapf ein Pseudonym von Frick. Dokumente und die Aussagen von Insidern deuten darauf hin, dass Univerma-Großaktionäre dafür gezahlt haben könnten, dass Frick Leser zum Kauf der Aktie animierte. Die Univerma-Eigner hätten dann ihre eigenen Papiere an die Frick-Leser abstoßen können.

Der Fall Univerma könnte damit das nächste Kapitel im Frick-Skandal werden, nach dem Strafprozess, in dem das Landgericht Frankfurt ihn im Februar wegen Marktmanipulation zu 31 Monaten Haft verurteilt hat. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Frick hat Revision eingelegt. Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof bestätigte den Eingang der Akten.

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Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Ungeachtet dessen ermitteln die Staatsanwälte in Frankfurt nun in Sachen Univerma wegen Marktmanipulation. Die Behörde bestätigt Ermittlungen. Sie würden „noch längere Zeit in Anspruch nehmen“.

Univerma war 2010 in Wien an die Börse gegangen, zum Mondpreis von 60 Euro je Aktie. Die Gründer, Großaktionäre und Vorstände Fabian Voß und Kai Hoffmann hatten sich verpflichtet, den Großteil der eigenen Papiere erst ab 2012 zu verkaufen.

So weit die offizielle Version.

Die hinter der Fassade geht so: „das-musterdepot“ trommelte 2010 für die „Kursrakete Univerma“. Die Aktie sollte zur Weihnachtszeit in das „1. Million Depot“ des Dienstes aufgenommen werden. Die Macher vom Musterdepot hielten Univerma für einen „Eilkauf“. Viele Medien hätten berichtet, das Handelsvolumen sei enorm gestiegen. Wer die Aktie kauft, schienen die Macher hellsehen zu können, sollte „mindestens 100 % Gewinn“ machen.

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