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Ermittlungen gegen Immobiliengruppe laufen: Möbel und Kunst der S&K-Villa werden versteigert

06. September 2013
von Saskia Littmann

Die Ermittlungen gegen die Frankfurter Immobiliengruppe S&K laufen zwar noch, aber jetzt werden die Büromöbel von Stephan Schäfer und Jonas Köller versteigert. Auch ein Hundetherapiebecken ist dabei.

Schon auf den ersten Blick sieht die gelbe S&K-Villa in der Frankfurter Kennedyallee nicht mehr so prunkvoll aus wie einst. Über dem Erker prangt ein riesiger rot-weißer Werbebanner, der auf eine Online-Pfandversteigerung aufmerksam macht. Denn das ehemalige Reich der S&K-Bosse Stephan Schäfer und Jonas Köller kommt unter den Hammer, noch bis zum kommenden Freitag können Interessierte für das Büro-Interieur der Frankfurter Immobiliengruppe Gebote abgeben. Selbst ein nicht voll funktionsfähiges Hundetherapiebecken kann ersteigert werden. Mit einem Startpreis von 4500 Euro ist das Becken sogar das teuerste Stück im gesamten Repertoire.

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Wer mitbieten will, konnte am Freitag einen Blick hinter die Kulissen werfen und sich nicht nur von den zur Versteigerung stehenden Möbeln, sondern auch von der Villa ein Bild machen. Das Interesse ist groß, viele Besucher durchstöbern die Villa nach Kostbarkeiten. Insgesamt seien schon rund 150 Leute dagewesen, sagen die Verantwortlichen. Das sei mehr als bei anderen Auktionen - der Name S&K zieht eben Leute an.

Schließlich sorgten die Geschichten und Bilder, die den aufwendigen Lebensstil von Schäfer und Köller dokumentierten, Anfang des Jahres für großen Wirbel. Ein Elefant für die Geburtstagsparty und Swarowski-Kristalle auf dem Fressnapf des Dobermanns waren nur zwei von zahlreichen Anekdoten. Im Februar wurden die beiden Gründer der Immobiliengruppe S&K dann bei einer Razzia der Staatsanwaltschaft Frankfurt festgenommen, es besteht Verdacht auf Betrug. Die Staatsanwaltschaft vermutet, die Immobiliengruppe habe Anlegergelder mit Hilfe eines sogenannten Schneeballsystems eingesammelt. Anleger haben einen dreistelligen Millionenbetrag in die Immobiliengruppe investiert. Die WirtschaftsWoche hatte bereits vor den Festnahmen vor den Anlagen der S&K-Gruppe gewarnt. Die Gruppe warb mit Immobilien, die ihnen teils gar nicht gehörten oder auf denen hohe Grundschulden lasten. Laut Staatsanwaltschaft sollen die veruntreuten Anlegergelder unter anderem für den extrem aufwändigen und exzessiven Lebensstil der Beschuldigten verwendet worden sein.

Von diesem Lebensstil mit Protz und Prunk ist in der Kennedyallee auch jetzt noch einiges zu sehen. Direkt unter dem Dach ist ein Konferenzraum. Neben einem schwarzen Massivholztisch mit eingearbeitetem S&K-Firmenlogo, der fast so groß scheint wie der Kabinettstisch der Bundesregierung, steht ein Rednerpult, natürlich ebenfalls mit eingearbeitetem Logo. Gut vorstellbar, wie Schäfer und Köller hier ihre Mitarbeiter eingeschworen haben.

Auch wenn alle Möbel zusammengerückt wurden und alles etwas steril wirkt, der exklusive Lebensstil von Schäfer und Köller ist an allen Ecken spürbar. Ohrensessel, Massivholzschreibtische und Kristallleuchter. Neben zwei goldenen Bilderrahmen im Flur stehen sogar noch zwei offene Getränkedosen - selbstverständlich mit aufgedrucktem S&K-Logo. Auch Kunstwerke mit Dollarzeichen oder Firmenlogo finden sich unter den Angeboten. "Ein bisschen wie Hollywood", sagt eine Besucherin angesichts soviel Prunk. Sie wohnt in der Nähe, ist nur aus Interesse da. Kaufen wolle sie nichts, sagt sie, nur mal einen Eindruck bekommen. "Unglaublich", sagt sie, und zeigt auf zahlreiche klobige Schreibtische aus dunklem Massivholz. Die Einrichtung der Immobilienfirma wirkt zwar nicht modern, aber staatsmännisch.

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Andere Besucher wiederum interessieren sich lediglich für die Möbel, das Unternehmen, welches dahinter steckt, ist ihnen egal. "Ich suche die Aktenvernichter", fragt ein älterer Herr beim betreten der Villa. Fündig wird er im Keller. Dort stapelt sich sämtliche Bürotechnik, haufenweise Computermonitore, Lampen, Locher oder Telefone. Sogar die Klebezettel an den Ablagekörben sind noch original. Neben Beschriftungen wie "Postausgang" oder "Buchhaltung" findet sich auch ein Aufkleber mit "Playboy" auf einem Korb.

Auf mögliche Erlöse aus der Auktion können sich Anleger allerdings keine Hoffnung machen. "Das geht alles an den Vermieter der Villa", sagt der verantwortliche Auktionator Michael Perlick. Und auch für die Forderungen des Vermieters dürften die Erträge der Auktion am Ende vermutlich nicht reichen. Für das Hundetherapiebecken wurde bis Freitagnachmittag noch kein Gebot abgegeben. Immerhin ein Gebot gibt es aber schon für den 2000 Euro teuren Tisch mit Logo.

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