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Geldanlage: Der Altersarmut entgehen

Geldanlage: "Das Endspiel hat begonnen"

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Der Altersarmut entgehen

Jens Ehrhardt: "Die Achillesferse ist Frankreich, das hat noch kaum einer bemerkt." Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Jens Ehrhardt: "Die Achillesferse ist Frankreich, das hat noch kaum einer bemerkt." Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

Rauschen wir direkt in die Altersarmut?

Ehrhardt: Mit Rentenpapieren garantiert!

Roelli: Das Schlimme ist, dass die Staaten Versicherer und Pensionskassen mit Regularien zwingen, Staatspapiere, die denen garantiert Verlust bringen, zu kaufen. Regulierer sagen einfach: Staatsanleihen sind sicher, dafür braucht ihr kein Eigenkapital. Selbst für griechische Bonds ist das bis heute nicht geplant. Alle anderen Anlagen gelten als weniger sicher. Versicherer werden immer zum falschen Zeitpunkt in Bonds gedrängt. Man lässt sie gar nicht mehr in Aktien investieren, weil die angeblich zu riskant seien – obwohl es genau umgekehrt ist. So ist zu viel Kapital in die Bondmärkte hineingeflossen. Da hat sich eine Blase gebildet. Wer so fürs Alter spart, wird langfristig klammheimlich enteignet.

Wie kommen Sparer aus dem Dilemma?

Mayer: Politiker werden! Nach 27 Jahren Bundestag gibt es 4.800 Euro monatliche Pension. Das entspricht bei null Zins und drei Prozent Inflation einem Vermögen von rund 1,5 Millionen Euro. Mit 1,5 Millionen Euro Vermögen aber würden Sie von der Politik als vermeintlicher Superreicher einen Kopf kürzer gemacht.

Nun gibt es leider nur 600 Bundestagsmandate. Im Ernst: Wie können Anleger der Repression entgehen?

Ehrhardt: Mit Aktien.

So würde Jens Ehrhardt ein Depot aufteilen (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
So würde Jens Ehrhardt ein Depot aufteilen (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Mayer: Der Privatanleger aber meidet Aktien, denn er sieht jeden Tag die Schwankungen, und die machen ihm Angst. Und deswegen geht er dann in Dinge rein, die vermeintlich stabil sind, wo aber der Verlust garantiert ist.

Ehrhardt: Schiffsfonds!

Mayer: Oder Immobilien. Da sieht er die Preisschwankungen nicht. Sähe er sie, würden ihm die Haare ausfallen.

Bosomworth: Und wenn die Zeit kommt, in der auch der deutsche Staat dringend Geld braucht, greift er hier zu.

EZB-Chef Mario Draghi dürfte künftig unbegrenzt Staatsanleihen kaufen. Wie passen niedrige Zinsen zur massiven Geldschöpfung und der damit verbundenen Inflationsgefahr? Kommt die Inflation, müssten die Zinsen doch stark anziehen.

Der Rettungsplan

  • Aktien

    Kaufen Sie Aktien, am besten von globalen Konzernen, die hohe Dividende zahlen!

  • Reserven

    Halten Sie Reserven, als Tagesgeld oder in Rentenfonds; an der Börse kommen noch Kaufgelegenheiten!

  • Immobilien

    Eine selbst bewohnte Immobilie ist sinnvoll; als Kapitalanlage sind Häuser nur etwas für Millionäre, die hier ihre Risiken streuen können!

  • Schweizer Franken

    Verteilen Sie Geld auf mehrere Währungen, der Schweizer Franken dürfte in absehbarer Zeit aufwerten!

  • Gold

    Die Währung der Zukunft ist Gold, jeder Anleger sollte es in Form von Münzen oder Barren haben!

Flossbach: Wenn die Inflation steigt, werden die Zinsen nicht nachziehen. Die Notenbanken halten sie niedrig. Wir bekommen negative Realzinsen, die Zeche zahlt der Sparer. Nur so wird die Entschuldung der Staaten funktionieren.

Mayer: Das Spiel heißt finanzielle Repression. Die Zentralbanken halten die Zinsen im Zusammenspiel mit den Regulierungsbehörden auf einem niedrigen Niveau. Wo sie können, intervenieren sie. Die Europäische Zentralbank kauft Staatsanleihen, die US-Notenbank Fed verkauft kurzfristige Schatzwechsel und kauft langfristige Staatsanleihen, um die langfristigen Zinsen zu senken. Kurz: Die Zentralbanken legen den Zins einfach flach, wie ein Surfbrett im Wasser. Wir haben heute eine Zentralbank-Geldwirtschaft. Die Märkte sind nicht mehr frei, die Zentralbanken werden dafür sorgen, dass der Realzins negativ bleibt, sodass sich überschuldete Staaten und Banken über die Zeit sanieren können. Das läuft in der Euro-Zone wie global.

Roelli: Die finanzielle Repression, bei der Regierungen ihre Finanzierungskosten auf Kosten der Sparer gering halten, ist Teil der Lösung. Man kann die Verschuldung anders nicht mehr korrigieren. Jetzt muss enteignet werden. Sparer und Gläubiger müssen zur Kasse gebeten werden.

Ehrhardt: Politiker und Notenbanker schauen nur noch darauf, dass das Schiff nicht untergeht. Wenn die nicht weiter Geld in den Kreislauf pumpen, klappt alles zusammen. Daher sind die Börsen heute von Politik und Notenbanken gesteuert. Wenn EZB-Chef Draghi sagt, dass er mit aller Gewalt den Euro überleben lassen will, laufen die Börsen wieder. Es kommt heute nicht mehr auf Unternehmensgewinne oder Konjunktur an, sondern darauf, was die Zentralbanker tun.

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4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.09.2012, 14:16 UhrOptimist

    Dsa Endspiel hat für mich begonnen, für eine Frau bereits vor Kundus 2009, spätestens aber seit die NYT am 2. Mai 2010, also vor dem Rücktritt eines der zwei deutschen Staatsoberhäupter in der Nahen Vergangenheit, die simple Grafik "Europe`s Web of Dept", für jedermann im www sichtbar publizierthat. Schulden damals, allein dieser 5 Teuro Mitgefangenen ganz grob so um die 4 Bill US- $ oder ca. 3 Bill €.
    Wie`s heute nach dem ESM der Roten Roben wohl aussieht. Dazu die Aussicht auf den Abschied von Mr. "Carter II" (Rückblick auf das
    Baltimore der Depression im kalten Winter 1980/81, als Präs. Carter ging und Präs. Reagan kam). Dazu das was gerade über "Renten" rüber-
    kommt, Armut in D., EU- Jugenarbeitslosigkeit, dazu über US- Erfolge, DrohnenVergeltung, usw. usw.,andrerseit hurra, der überwiegend in ausländischen Händen befindliche Dax klettert, den Berg hinauf, und
    dazu 8 Teuro mehr für Mr. Hartz`s / Schröders bedauernswerte Kinder.
    Alternativlos ?

  • 12.09.2012, 07:47 UhrNavium

    Zitat Anfang - "Ehrhardt: Spanien und Italien haben inzwischen Handelsbilanzüberschüsse nach Frankreich wie noch nie. - Zitat Ende

    Was ist das denn bitteschoen fuer ein Satzbau.....
    Kann man den Satz bitteschoen mal entknoten?

  • 11.09.2012, 18:54 Uhrwulff

    Interessante Runde mit divergierenden Meinungen.
    Keiner der Herren hat jedoch ein Problem damit, daß in den wichtigsten Ländern die Druckmaschinen permanent neues, ungedecktes Fiat-Papiergeld zusätzlich zum Giralgeld der Banken schaffen.
    Der Papierdollar hat seit 1930 mehr als 98% seines Wertes verloren, der Euro immerhin schon mehr als 40 %.
    Wenn das so weitergeht, werden wie schon gehabt, Schubkarren mit Geld zum Lebensmittelhändler schieben.
    Das kann doch nicht wahr sein, daß so etwas gut für die Nationalökonomie ist.
    Wenn alle inflationsbedingt enteignet werden, was soll ich dann mit Aktien von Firmen anfangen, die keine Umsätze wg. mangelnder Kaufkraft mehr machen.
    Ich trinke doch dann keine Cola, sondern Wasser. Anstelle eines Burgers bereite ich mir ein Schmalzbrot zu.
    Zuckerrüben und Mehl, sowie Mais und Kartoffeln sind dann mein Hauptgericht.
    Als Jahrgang 1940 habe ich das alles persönlich erlebt.
    Nach dem "Total Reset" dauert es doch wieder Jahre, bis wir wieder in die Gänge kommen.
    Ich habe keine Lust dazu, deswegen habe ich 75% meiner Mittel in Gold und Silber gesteckt. Und erziele damit seit 2007 Renditen, von denen die Aktionäre nur träumen können.
    Wenn in diesem Auslaufmodell Europa die Lichter ausgehen, nehme ich meine Edelmetalle und wandere in ein Land aus, wo ich für 31g Silber einen Monat gut essen und trinken kann.
    Oder meinen Sie die zukünftigen Rentner kommen mit den prognostizierten 650 € in Deutschland über die Runden?

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