Stelter strategisch: Die brutale Revolution

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kolumneStelter strategisch: Die brutale Revolution in Auto- und Energiebranche

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Die technologische Revolution in Energieerzeugung und Automobilbau droht zu einem Desaster für unsere Portfolios zu werden.

Kolumne von Daniel Stelter

Die technologische Revolution bei Stromerzeugung und Autoantrieb droht ein Desaster für unsere Portfolios zu werden. Deutschlands Wirtschaft wird sich fundamental wandeln. Anleger können daraus nur einen Schluss ziehen.

Ich bin weder Automobilexperte noch Fachmann für erneuerbare Energien. Insofern sollten meine Gedanken zu den Folgen des technologischen Wandels und den Implikationen für die Geldanlage mit entsprechender Vorsicht aufgenommen werden. Als Denkanstoß, nicht als risikofreie Empfehlung.

Erneuerbare Energie wettbewerbsfähig

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Den erneuerbaren Energien begegnete ich selbst lange mit Skepsis. Als die regenerativen Energien ihren Aufschwung begannen, sah ich diese als ein politisch finanziertes Experiment, welches mit erheblichem Einsatz von Steuergeldern den CO2 Ausstoß Deutschlands aufs Jahr gerechnet um einige Minuten verringerte. Ohne diese Subventionen war auf absehbare Zeit – so meine Meinung vor nicht mal 15 Jahren – mit Wind und Sonne in unseren Breitengraden kein Geschäft zu machen.

Heute, nur wenige Jahre später, sind die Kosten zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen so deutlich gefallen, dass sie auch ohne Subventionen wettbewerbsfähig sind. Im letzten Jahr wurde weltweit mehr Strom aus Alternativenergie erzeugt als aus Kohle. Nicht nur die Industrieländer fördern mit Blick auf die Bedrohungen aus dem Klimawandel diese Entwicklung, auch China und Indien gehen diesen Weg. Indien hat beschlossen, in den kommenden zehn Jahren keine weiteren Kohlekraftwerke zu genehmigen. China plant alleine für die kommenden drei Jahre Investitionen von rund 300 Milliarden Euro in grüne Energien.

Damit hat der technologische Fortschritt einen Wandel eingeleitet, der sich nun ohne politische Förderung von alleine vollziehen wird, mit immer schnellerer Geschwindigkeit und immer größerer Brutalität. Für die traditionellen Anbieter ist es ein Alptraumszenario, ist es doch sehr schwer bis unmöglich, den Wandel zur neuen Technologie zu überleben. Wie viele Postkutschenhersteller wurden erfolgreiche Autobauer? Mir fällt kein Beispiel ein.

Ein Blick auf die Kursverläufe der traditionellen Energieerzeuger gibt eindrücklichen Beleg für die Dramatik des Wandels. Selbst wenn sich der Ölpreis in den kommenden Monaten weiter erholen sollte, die These vom knappen Öl können wir getrost ad acta legen. Wer immer auf Ölreserven sitzt, wird in den kommenden Jahren versuchen, so viel wie möglich davon zu verkaufen, egal zu welchem Preis. Denn am Ende dürfte der Wert des nicht geförderten Öls in der Erde gegen Null tendieren.

Stelter strategisch Erst Krisen, dann Jahrzehnte des Aufschwungs

Sobald sich unterschätzte Trends durchsetzen, droht eine radikale Abwertung etablierter Spieler. Der Niedergang des stationären Handels in den USA ist erst der Anfang. Wir stehen vor einer Revolution.

Walmart Quelle: REUTERS

Autoindustrie vor Revolution

Je mehr Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden kann, desto größer wird der ökologische Nutzen von Automobilen mit Elektroantrieb. Das Argument, es sei genauso umweltschädlich wie traditionelle Verbrennungsmotoren, zieht dann nicht mehr.

Doch damit nicht genug. Auch im Bereich der Elektroautomobile vollzieht sich derzeit ein radikaler Wandel. Man braucht ebenso wie bei der Energieerzeugung keine Subventionen mehr, um die neue Technologie zu fördern. Analysten der UBS rechnen vor, dass schon im kommenden Jahr, die „Cost of Ownership“ also die gesamten Kosten für Anschaffung und Betrieb eines Elektroautos, auf dem gleichen Niveau wie für ein Auto mit traditionellem Antrieb liegen werden. Konsequenterweise erhöhen die Analysten ihre Absatzprognosen für Elektrofahrzeuge bis 2025 um 50% auf über 14 Millionen Fahrzeuge weltweit. Das wäre zwar nur ein Anteil von rund 14 Prozent der weltweiten Automobilverkäufe, doch vor allem in den Industrieländern dürfte der Anteil deutlich höher liegen. Einige Länder wie Schweden und Norwegen fördern diesen Trend mit einer höheren Besteuerung für traditionell angetriebene Fahrzeuge. Fahrverbote für Diesel (und demnächst Benziner?) in den Ballungszentren dürften das ihrige zur Beschleunigung der Entwicklung beitragen. Doch auch in den Entwicklungsländern gibt es entsprechende Überlegungen. Indien diskutiert eine völlige Umstellung auf Elektrofahrzeuge bis 2032.

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