Steuerhinterziehung: Fragen und Antworten zum Prozess

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Steuerhinterziehung: Fragen und Antworten zum Prozess

, aktualisiert 12. März 2014, 12:42 Uhr
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Uli Hoeneß spricht am dritten Prozesstag vor dem Münchner Landgericht mit einem seiner Anwälte, Markus Gotzens.

von Saskia Littmann

Im Prozess gegen Uli Hoeneß tauchen ständig neue Summen auf, die Faktenlage ändert sich täglich. Offenbar wusste die Staatsanwaltschaft von den 27,2 Millionen Euro, die Summe war allerdings nicht verifizierbar.

Der Prozess gegen den Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, ist gespickt mit Überraschungen. Zunächst gestand Hoeneß zum Prozessauftakt am Montag, er habe in den Jahren 2003 bis 2009 weitere 15 Millionen Euro Steuern hinterzogen. In der Anklage war nur von 3,5 Millionen Euro die Rede gewesen. „Ich habe Steuern hinterzogen“, sagte Hoeneß. „Mir ist bewusst, dass daran auch die Selbstanzeige nichts ändert. Ich habe gehofft, mit einer Selbstanzeige einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen.“ Insgesamt hatte sich die hinterzogene Summe am Montag entsprechend auf 18,5 Millionen Euro erhöht.

Am Dienstag folgte der zweite Paukenschlag: Eine als Zeugin befragte Steuerfahnderin sagte vor Gericht aus, Hoeneß habe mindestens 27,2 Millionen Euro hinterzogen. Und das, so die Zeugin, sei lediglich eine konservative Rechnung der Fahnder. Sprich, die Summe kann sich noch erhöhen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Prozess und den möglichen Folgen:

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Spekulieren kann sich ebenso zu einer Sucht entwickeln wie Spielautomaten in der Imbissbude. Der Fall Hoeneß zeichnet das Bild eines krankhaft Spielsüchtigen. Aber das wird ihm beim Urteil kaum helfen.

Quelle: dpa

Wie kommt es zu diesen neuen Summen?

Die Aussagen der Steuerfahnderin beziehen sich hauptsächlich auf Dokumente, die erst kurz vor Prozessbeginn Ende Februar von Hoeneß eingereicht worden waren. Der Fahnderin zufolge handelt es sich um eine vor über einem Jahr erstellte Datei zu seinem geheimen Schweizer Konto. Diese wurden der Steuerfahndung per USB-Stick übermittelt. Die neue hinterzogene Summe wurde von der Verteidigung anerkannt. „Die Zahlen hält die Verteidigung für sachgerecht, da zweifeln wir nicht dran“, sagte Hoeneß' Anwalt Hanns W. Feigen am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht. Auch die Staatsanwaltschaft kannte offenbar die neue Summe in Höhe von 27,2 Millionen Euro. Die Summe sei aber aufgrund fehlender Unterlagen nicht verifizierbar gewesen, somit lautete die Anklage zuvor lediglich auf 3,5 Millionen Euro.

Wie wirken sich die höheren Summen auf die Strafe aus? Ist manches davon möglicherweise verjährt?

Bei Steuerstrafsachen beträgt die Verjährung zehn Jahre. Die Steuern, die Hoeneß vor 2003 hinterzogen hat, spielen daher für das Strafmaß keine Rolle. Da die Verteidigung die 27,2 Millionen Euro allerdings anerkannt hat und Hoeneß' Anwalt Feigen offenbar am Mittwoch vor Gericht erklärte, in der Selbstanzeige seien sämtliche Zahlen bereits enthalten, ist davon auszugehen, dass die 27,2 Millionen Euro nicht verjährt sind. Auch der Richter Rupert Heindl will bei einem Urteil von den neuen Zahlen ausgehen und nicht mehr von den 3,5 Millionen Euro, die in der Anklage genannt wurden.

Kann die von Hoeneß hinterzogene Summe noch weiter steigen?

Möglicherweise ja. Denn die Steuerfahnderin sagte aus, die bisherige Summe basiere lediglich auf einer "Best Case"-Rechnung zugunsten des Angeklagten. Eine vollumfassende Rechnung war aufgrund der kurzen Zeit noch nicht möglich.

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