China: Gold-Boom in China

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Einladende Auslagen. Asiaten schätzen Gold als solides und langfristiges Investment

von Matthias Kamp und Frank Doll

Niedrige Zinsen, hohe Inflation, Angst vor dem Immobiliencrash – nirgendwo steigt die Goldnachfrage so schnell wie im Reich der Mitte. Und sie könnte sich aus guten Gründen nochmal verdoppeln.

Pekings größtes Goldkaufhaus liegt an einer belebten Straßenkreuzung im Westen der Hauptstadt. Ein McDonald’s-Restaurant, ein paar einfache Modegeschäfte und ein Handyladen sorgen nicht unbedingt für exklusives Ambiente. Parkwächter in verstaubten Uniformen brüllen Befehle in den drückenden Sommersmog. Doch gegen das Hupkonzert sind sie machtlos. Auf drei Spuren für jede Richtung stauen sich an diesem Freitagnachmittag die Autos.

Drinnen bei Caibai, dem Goldhändler, ist das Gedränge noch dichter. Fünf mehr als 100 Meter lange Reihen aus Vitrinen ziehen sich durch das Erdgeschoss.

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Umsätze mit Gold steigen rasant an

Tausende junge und alte Chinesen beugen sich über die Auslagen. Rentner, Schüler, Studenten, Mütter mit Kindern, ganze Familien schieben, schubsen und drücken sich durch den Laden. In den Vitrinen liegen protzige Ringe, Armbänder und Ketten. Kleine Schilder an den Schmuckstücken zeigen jeweils das Gewicht an. Eines der Armbänder wiegt 73,4 Gramm. An den Wänden hängen Anzeigetafeln mit den aktuellen Preisen. Ein Gramm Gold kostet bei Caibai an diesem Nachmittag 370 Yuan, umgerechnet knapp 40 Euro.

Insgesamt elf Geschäfte betreibt das Unternehmen in China – und überall gleichen sich die Szenen: Menschenmassen drängen sich in den Läden, die Umsätze steigen mit hohen zweistelligen Raten. Goldschmuck, Barren und Münzen für insgesamt 7,92 Milliarden Yuan (850 Millionen Euro) hat Caibai im vergangenen Jahr verkauft – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 60 Prozent. Im Januar hat das Unternehmen Gold für 2,5 Milliarden Yuan (269 Millionen Euro) an den Mann gebracht. Zwischen Januar und Mai kletterte der Umsatz um 75 Prozent.

Goldschmuck ist hoch im Kurs...

China ist nach Indien inzwischen der zweitgrößte Goldmarkt der Welt. Seit der Liberalisierung des heimischen Goldmarktes vor zehn Jahren ist die Nachfrage von 6,6 auf zuletzt 18,7 Millionen Unzen pro Jahr gestiegen; das ist Gold im Wert von umgerechnet 20 Milliarden Euro. Zuvor hatte die chinesische Zentralbank den Daumen auf den Goldmarkt. Handel und Privatbesitz von Gold waren verboten. Vor allem der Goldschmuck steht bei den chinesischen Käufern hoch im Kurs. An der gesamten Nachfrage machte der Schmuck im vergangenen Jahr etwa 64 Prozent aus.

Das Investment in Gold hat bei den Asiaten Tradition: Chinesen auf der ganzen Welt stecken seit Jahrhunderten große Teile ihrer Ersparnisse in den Kauf von Gold. Bei ihnen galt das Edelmetall schon immer als solide, langfristige Anlage. Außerdem bringe das Metall Glück, heißt es. Die Farbe ist die Farbe der Kaiser, glauben die Chinesen. In Indien gilt Gold in allen Formen traditionell als Lebensversicherung für Ehefrauen und dient der Altersvorsorge.

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