Türkei: Recep Tayyip Erdogan wird gefürchtet – und mit Milliarden gefördert

PremiumTürkei: Erdogan: Gefürchtet – und mit Milliarden gefördert

27. Juli 2017
von Philipp Mattheis, Silke Wettach, Lea Deuber und Max Haerder

Europa prüft, wie es Recep Tayyip Erdoğan den Geldhahn zudrehen kann. Aber von EU-dominierten Banken erhält der türkische Autokrat weiter Milliarden als Aufbauhilfe.

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Gefeiert und gefürchtet: Präsident Erdoğan regiert die Türkei seit dem Putschversuch mit harter Hand.

Thomas Mirow ist ein zurückhaltender Mensch. Er redet wohlbedacht und ruhig, kein Anflug von Erregung ist seiner Stimme zu entnehmen. Mirow ist außerdem ein Mann mit ebenso tadellosem wie bewegtem Lebenslauf: in jungen Jahren Mitarbeiter Willy Brandts, dann Senator in Hamburg, Unternehmensberater, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, außerdem wirtschaftspolitischer Berater Gerhard Schröders im Kanzleramt.

Weniger bekannt ist, dass Mirow auch eine Geschichte mit der Türkei verbindet. Der heutige Aufsichtsratschef der HSH Nordbank war von 2008 bis 2012 Chef der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (European Bank for Reconstruction and Development, EBRD). In seiner Zeit fiel der Entschluss, die Türkei in den Kreis der Empfängerländer aufzunehmen.

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Mirow kann also aus einer Ära berichten, die man sich keine zehn Jahre danach kaum noch vorstellen kann. Es sei damals breiter politischer Konsens gewesen, die Türkei bei ihrem Modernisierungskurs zu unterstützen, erzählt Mirow. „Es gab dafür ja auch gute Gründe: Das Land hat wirtschaftlich enormes Potenzial und ist geostrategisch von größter Wichtigkeit.“

Deutschland und die Türkei Das Lose-Lose-Verhältnis

Gleich zwei Nachrichten haben deutsche Unternehmen in letzten zwei Tagen aufgescheucht. In der politischen Eskalation zwischen Deutschland und der Türkei gibt es nur Verlierer.

Die türkische und die deutsche Flagge. Quelle: dpa

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