Hurrikan „Harvey“: Lage bleibt dramatisch

Hurrikan „Harvey“: Lage bleibt dramatisch

, aktualisiert 31. August 2017, 10:27 Uhr
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US-Zoll- und Grenzschutzbeamte sitzen in Friendswood (Texas, USA) auf einem Boot, auf denen sie Anwohner evakuieren.

„Harvey“ wird schwächer, aber die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Die Rettungskräfte in Texas kämpfen sich weiter durch die Fluten. Die Marine schickt Schiffe ins Katastrophengebiet.

Die Lage in den Überflutungsgebieten im US-Bundesstaat Texas bleibt dramatisch - obwohl der Sturm „Harvey“ weiter an Stärke verloren hat. Während sich die Situation in der Millionenmetropole Houston etwas verbesserte, kämpften die Städte Beaumont und Port Arthur mit steigenden Wasserpegeln. „Harvey“ sollte östlich von Texas weiter durch Louisiana ziehen und am Donnerstag Mississippi erreichen, wie der nationale Wetterdienst mitteilte.

Das Hurrikan-Zentrum stufte den Sturm zwar inzwischen weiter herunter, warnte aber noch immer vor lebensbedrohlichen Bedingungen. Auch Tennessee und Kentucky rüsteten sich für mögliche Überschwemmungen. Die Zahl der Toten in Texas stieg weiter: Inoffizielle Schätzungen gingen von mehr als 20 Todesopfern aus, der Sender CNN etwa sprach von mindestens 28.

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Die US-Marine kündigte an, am Donnerstag die Schiffe USS Kearsarge und die USS Oak Hill vor die Küste von Texas zu schicken. Sie sollen dort die örtlichen Behörden bei den Bergungs- und Rettungsarbeiten unterstützen.

Harvey Tropensturm trifft erneut auf Land - Louisiana zittert

Nach Texas zittert nun Nachbarstaat Louisiana vor der Regen-Katastrophe. Die Einwohner von New Orleans sollen Essen, Getränke und Medikamente für mindestens drei Tage bereithalten, sagt Bürgermeister Landrieu.

Rekordstände beim Hochwasser: Diese Geschäfte in Humble, Texas, sind komplett von Hochwasser umgeben. Der Tropensturm «Harvey» hat im US-Staat Texas schwere Verwüstungen angerichtet und Überschwemmungen verursacht. Quelle: dpa

Houston wurde am Mittwoch von weiteren schweren Regenfällen verschont; erstmals schien dort wieder die Sonne. Eine echte Entspannung der Lage war aber nicht in Sicht, auch wenn die Pegel leicht sanken. Schätzungen zufolge stand ein Drittel der Stadt unter Wasser. Rettungskräfte kämpften sich am fünften Tag in Folge von Haus zu Haus, um Bewohner aus den überfluteten Straßen zu retten.

In Beaumont und Port Arthur fielen innerhalb von 24 Stunden 66 Zentimeter Regen pro Quadratmeter. Beide Orte liegen nahe der Grenze zu Louisiana - also in der Gegend, wo „Harvey“ in der Nacht zum Mittwoch zum zweiten Mal auf Land getroffen war.

In Port Arthur, das rund 160 Kilometer östlich von Houston entfernt ist, musste die größte Ölraffinerie der USA geschlossen werden. Eine Notunterkunft stand unter Wasser, sie wurde evakuiert. Manche Einwohner der Stadt fanden Zuflucht in einem Bowlingcenter, wie der Sender CNN berichtete. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre, die von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr gelten sollte.

Texas Wie Hurrikan "Harvey" die Wirtschaft trifft

Auch die Industrie leidet unter den Folgen des Hurrikans "Harvey" in Texas: Der Evonik-Konzern schloss zwei Standorte, auch ein Werk des Stahlkochers Voestalpine nahm Schaden. Wer noch betroffen ist.

Ein Chemiewerk von Shell während des Tropensturms "Harvey" Quelle: REUTERS

In Louisiana traten die Flüsse Calcasieu und Sabine Rivers in einigen Gegenden über die Ufer. Straßen mussten wegen Überflutungen gesperrt werden. Der Bundesstaat schien am Mittwoch aber zunächst von dem Schlimmsten verschont zu bleiben. Gouverneur John Bel Edwards erklärte, die Lage sei ernst, aber man stehe bislang besser dar, als es befürchtet worden war. Der Wetterdienst erwartete aber schwere Regenfälle in der Nacht. In einigen Bezirken wurde vor Sturzfluten gewarnt.

„Harvey“ war am Freitag erstmals in Texas auf Land getroffen; seither kämpft die Gegend mit den verheerenden Folgen. Binnen weniger Tage fielen in dem Cowboy-Staat mancherorts bis zu 125 Zentimeter Regen pro Quadratmeter - ein Rekord für das Festland der USA. Zahlreiche Flüsse, darunter der Colorado, traten über die Ufer, Stauseen ergossen ihre Fluten über die Dämme. Einige Dämme wurden zur Entlastung bewusst geöffnet, was zu weiteren Überschwemmungen führte.

Rettungskräfte bargen in den vergangenen Tagen rund 8500 Menschen aus ihren Häusern; mehr als 30 000 suchten Zuflucht in Notunterkünften. 14 000 Mitglieder der texanischen Nationalgarde waren im Einsatz. Weitere 10 000 wurden aus anderen Bundesstaaten entsandt.

Der texanische Gouverneur Greg Abbott sagte, das Katastrophengebiet sei viel größer, als es bei den Hurrikans „Katrina“ und „Sandy“ der Fall gewesen sei. Von den Folgen des Tropensturms seien auch viel mehr Menschen betroffen. Manche Experten gehen davon aus, dass der Wiederaufbau Jahre dauern könnte.

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