Kim Jong Nam: Malaysische Polizei sucht nach vier Nordkoreanern

Kim Jong Nam: Malaysische Polizei sucht nach vier Nordkoreanern

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Kim Jong Nam: Malaysische Polizei sucht nach vier Nordkoreaner

Unmittelbar nach dem mutmaßlichen Attentat auf den Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim verließen vier Männer Malaysia. Instrumentalisierten sie zwei unbeteiligte Frauen für den Mord?

Nach dem mutmaßlichem Giftmord am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un sucht die malaysische Polizei nach vier weiteren Verdächtigen. Die aus Nordkorea stammenden Männer hätten das Land am gleichen Tag verlassen, an dem Kim Jong Nam gestorben sei, sagte der stellvertretende Chef der Nationalpolizei, Noor Rashid Ibrahim, am Sonntag bei einer Pressekonferenz.

Bisher wurden im Zusammenhang mit Kim Jong Nams Tod vier Menschen festgenommen. Eine davon, eine Indonesierin, sagte den Ermittlern, ihr sei weisgemacht worden, sie sei bei der versteckten Kamera. Sie und eine andere Frau - mit vietnamesischen Pass - hätten den Auftrag bekommen, Männern am Flughafen mit Wasser ins Gesicht zu spritzen. Beim letzten Opfer, Kim Jong Nam, war nach Angaben aus Ermittlerkreisen dann möglicherweise eine giftige Substanz in der Sprühflasche.

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Kim Jong Nam war am vergangenen Montag an einen Informationsschalter des Flughafens gekommen und hatte über Schwindel geklagt. Den Sanitätern sagte er noch, er sei mit einer unbekannten Substanz besprüht worden. Wenig später starb er.

Nordkorea Attentäterinnen von Kim Jong Nam sollen hereingelegt worden sein

Angeblich waren die beiden Frauen, die den Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mutmaßlich mit einer giftigen Substanz besprühten, Unbeteiligte und glaubten, sie wären bei der versteckten Kamera.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (l) und sein Halbbruder Kim Jong Nam (r). Quelle: dpa

Die Ergebnisse der Autopsie sollen in einigen Tagen vorliegen, wie Noor Rashid sagte. Es müssten erst noch weitere toxikologische Tests gemacht werden. Experten gehen davon aus, dass es noch länger dauern könnte und erst noch Experten aus Japan oder den USA eingeschaltet werden müssen. „Je ungewöhnlicher, je wirksamer, je flüchtiger ein Gift ist, desto schwieriger ist es zu entdecken“, sagte der australische Toxikologe Olif Drummer. Sein Kollege Bruce Goldgeber aus Florida spekulierte, dass ein Nervengas oder Ricin verwendet worden sein könnte. Es hätte jedenfalls mit viel Know-how hergestellt werden und genau dosiert sein müssen, weil sonst niemand ums Leben kam.

Bei den vier nordkoreanischen Verdächtigen, nach denen nun gesucht wird, handle es sich um Männer im Alter von 33, 34, 55 und 57 Jahren, sagte Noor Rashid. Sie seien mit normalen und nicht mit Diplomatenpässen aus Kuala Lumpur ausgereist. Wohin, sagte er nicht. Außerdem wolle die Polizei noch drei weitere Personen befragen. Einer sei Nordkoreaner, zwei seien noch nicht identifiziert.

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