Militärintervention in Syrien: "Trumps erste richtige Entscheidung in seiner Amtszeit"

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InterviewMilitärintervention in Syrien: "Trumps erste richtige Entscheidung in seiner Amtszeit"

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Diese syrische Luftwaffenbasis wurde von den USA beschossen. Die Satellitenaufnahme vom 7. Oktober 2016 zeigt das al-Shayrat Flugfeld.

von Marc Etzold

Im Wahlkampf hatte Donald Trump eine Intervention in Syrien noch ausgeschlossen. Nahostexperte Stephan Bierling erklärt Trumps Wandel und wie es im Syrien-Konflikt nach dem US-Militärschlag nun weitergeht.

WirtschaftsWoche: Die US-Luftwaffe hat eine Militärbasis des Assad-Regimes angegriffen, ein Vergeltungsschlag nachdem der Machthaber Giftgas gegen seine Bevölkerung eingesetzt haben soll. War die Militärintervention gerechtfertigt?
Stephan Bierling: Absolut. Die amerikanische Antwort auf Assads Verbrechen in Syrien kommt viel zu spät. Das hätte schon Präsident Obama 2012 machen müssen, als er damals seine berühmte rote Linie ankündigte.

Zur Person

  • Stephan Bierling

    Stephan Bierling ist Professor für Internationale Politik und transatlantische Beziehungen an der Universität Regensburg. 2010 veröffentlichte er das Buch "Geschichte des Irakkriegs".

Auch damals ging es darum, dass Assad Chemiewaffen eingesetzt hatte. Obama reagierte aber nie.
Obama ist in der Syrienfrage durch Zögern und Zaudern aufgefallen. Trump reagiert jetzt. Damit zeigt er, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, die Dynamik dieses Bürgerkrieges verändern zu wollen.

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Treten die USA damit in einen Krieg gegen Baschar al Assad ein?
Soweit würde ich nicht gehen. Das ist eine Strafaktion und es sind erstmal keine weiteren geplant. Trump signalisiert damit, dass Amerika wieder in den Syrienkonflikt eingreift, nachdem das Land ihn über Jahre vernachlässigt hat. Trump rückt von seiner Politik ab, dass Assad an der Macht bleiben könne. Und er nimmt nicht länger Rücksicht auf Russland in der Syrien-Frage.

Welches Ziel verfolgt Trump?
Vor allem geht es darum, den Giftgasangriff vom Wochenbeginn nicht ungestraft zu lassen. Das ist eine humanitäre Strafaktion, um internationale Normen aufrecht zu erhalten, nachdem sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wieder einmal als völlig handlungsunfähig gezeigt hat.

Im Wahlkampf sagte Donald Trump noch, er wolle in Syrien nicht militärisch intervenieren. Hillary Clinton kritisierte er scharf, weil sie genau das gefordert hatte.
Trump hat seine Position um 180 Grad gedreht. Im Wahlkampf sagte er, humanitäre Interventionen interessieren ihn nicht, es gehe nur um America First. Aber amerikanische Interessen stehen in Syrien nicht unmittelbar auf dem Spiel. Jetzt verfolgt Trump einen ähnlichen Kurs, den auch Clinton verfolgt hätte. Ein bemerkenswerter Wandel seiner Außenpolitik.

Syrien US-Angriff belastet Beziehung zu Russland schwer

Mit Marschflugkörpern lässt US-Präsident Trump auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt feuern. Es soll eine Bestrafung sein für den mutmaßlichen Giftgasangriff. Syriens Verbündeter Russland reagiert scharf.

Quelle: REUTERS

Was ist der Grund dafür?
Es gibt mehrere Gründe. Erstens: Trump hat seinem Amtsvorgänger Obama immer wieder vorgeworfen, in der Außenpolitik schwach zu handeln. Er hat sich damit selbst unter Druck gesetzt. Wenn etwas in diesem Ausmaß passieren würde – dass Assad beispielsweise Giftgas einsetzt – musste Trump handeln.

Zweitens: Es kehrt mehr Professionalität in den Entscheidungsprozess im Weißen Haus ein. Unter dem neuen Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster ist die Intervention präzise mit unterschiedlichen Optionen geplant worden. Trump hat dann den Auftrag gegeben, einen großen und einen kleinen Militärschlag vorzubereiten und sich letztlich für den kleinen Militärschlag auf das syrische Flugfeld entschieden.

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