Philadelphia : Hunderte Gräber auf jüdischem Friedhof geschändet

Philadelphia : Hunderte Gräber auf jüdischem Friedhof geschändet

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Philadelphia: Hunderte Gräber auf jüdischem Friedhof geschändet

Zerschlagene und umgeworfene Grabsteine auf einem jüdischen Friedhof: Die Polizei in der US-Stadt Philadelphia ermittelt wegen der Schändung. Politiker und jüdische Organisationen bezeichnen den Vorfall als feigen Akt.

Zahlreiche Politiker und jüdische Organisationen haben die Schändung eines jüdischen Friedhofs in der US-Ostküstenmetropole Philadelphia scharf verurteilt. Dabei handele es sich um einen „verachtenswerten und feigen Akt des Hasses“, sagte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, am Montag in New York. „Das ist nicht nur ein Angriff auf die jüdische Gemeinschaft, sondern auf die Werte der Freiheit und Brüderlichkeit, für die Amerika steht.“ Der Jüdische Weltkongress hat es sich zur Aufgabe gemacht, die nicht in Israel lebenden Juden zu vertreten.

Unbekannte hatten auf dem Mount Carmel Friedhof in Philadelphia 460 Grabsteine zerschlagen oder umgestürzt, wie US-Medien unter Berufung auf einen Rabbiner berichteten, der den Schaden begutachtet hatte. Die Polizei in der US-Ostküstenstadt sprach von mehr als 100 umgestoßenen Grabsteinen.

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„Das ist keine zufällige Tat“, sagte Rabbi Shawn Zevit. Um viele Grabsteine umzuwerfen, brauche es Absicht und ein gemeinsames Vorgehen mehrerer Täter. Mehrere Organisationen, darunter die Anti-Defamation League, die sich gegen Antisemitismus einsetzt, versprachen eine Belohnung von insgesamt 13 000 Dollar (12 240 Euro) für Hinweise auf die Täter.

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„Das ist kriminell, das ist schon mehr als Vandalismus“, sagte der Polizist Shawn Thrush dem „Inquirer“. „Es ist unfassbar.“ Ein Friedhofsbesucher hatte die Polizei am Sonntagmorgen über die Zerstörung vieler Grabsteine in dem Friedhof informiert. Über die Hintergründe der Tat lagen zunächst keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Polizei geht davon aus, dass der Friedhof in der Nacht von Samstag auf Sonntag geschändet wurde.
Pennsylvanias Gouverneur Tom Wolf nannte die Tat einen „feigen, beunruhigenden Akt“. Die Verantwortlichen müssten gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden, twitterte Wolf. Der Bürgermeister von Philadelphia, Jim Kenney, versprach, alles in seiner Macht Stehende für die Ergreifung und Bestrafung der Täter zu tun. Das Anne-Frank-Zentrum und das israelische Außenministerium verurteilten ebenfalls die Tat. Erst vor knapp einer Woche war ein jüdischer Friedhof in St. Louis im Bundesstaat Missouri geschändet worden. Dort hatten Unbekannte über 150 Grabsteine beschädigt. Wenige Tage später beteiligte sich US-Vizepräsident Mike Pence an den Aufräumarbeiten.

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