Serie Nobelpreis, Teil I: So gewinnen Sie den Nobelpreis für Ökonomie

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Serie Nobelpreis, Teil I: So gewinnen Sie den Nobelpreis für Ökonomie

, aktualisiert 10. Oktober 2016, 07:37 Uhr
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Talent, Wissen, Glück: Wer den Nobelpreis gewinnen will, braucht all das. Doch trotz sensationeller Entdeckungen bleibt die Auszeichnung vielen Forschern verwehrt.

Am Montag wird der diesjährige Nobelpreisträger für Wirtschaft verkündet. Wer einen Anruf aus Stockholm erhalten will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Eine Anleitung für preishungrige Ökonomen in sechs Schritten.

Steven Levitt braucht seinen Kollegen nur auf den Kopf zu schauen, um zu wissen, wer sich Chancen auf den Nobelpreis ausrechnet. „Wenn plötzlich alle mit akkurat gestutzten Haaren zur Arbeit kommen, weiß ich: Es ist wieder Zeit für den Nobelpreis.“ So erzählte es der Ökonom von der Universität Chicago vor der Vergabe des Auszeichnung 2015 in einem Radio- Interview.

Vermutlich sind die Friseure gerade wieder gut beschäftigt, denn am 10. Oktober wird der diesjährige Ökonomie-Nobelpreis verliehen. Wobei der Nobelpreis, genau genommen, kein Nobelpreis ist, da er nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen Alfred Nobel zurückgeht, sondern erst 1969 von der Schwedischen Zentralbank gestiftet wurde. Geschenkt. Der Alfred-Nobel- Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften hat sich seinen festen Platz neben den Preisen für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden längst verdient und wird ebenfalls von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften verliehen.

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Unter Ökonomen gilt die Auszeichnung als größte Ehre, die man in seinem Forscherleben erhalten kann. Und auch darüber hinaus bringt der Preis einige Annehmlichkeiten: Man wird zu internationalen Konferenzen eingeladen und zum Schreiben von Aufsätzen aufgefordert, und eigene Bücher verkaufen sich nun beinahe von selbst. Und nicht zuletzt landen acht Millionen Schwedische Kronen (umgerechnet rund 840.000 Euro) als Preisgeld auf dem Konto. Es sei denn, man muss sich den Preis mit Kollegen teilen, was gar nicht so selten vorkommt.

Bis dahin ist es ein weiter, aber berechenbarer Weg. Wer seine Chancen auf den Preis erhöhen will, muss sechs Voraussetzungen erfüllen.

Regel 1: Forschen Sie zu makroökonomischen Phänomenen und entwickeln Sie neue Modelle

Makroökonomie ist das Lieblingsthema des Preiskomitees: Ökonomen mit diesem Spezialgebiet stellen die größte Gruppe unter den bisherigen Preisträgern. Besonders gute Karten hat, wer komplexe Modelle entwirft, die simulieren, wie Konsum, Zinsen und Preise die Wirtschaftsentwicklung beeinflussen. Vor allem die „General Equilibrium Theory“ hat es dem Preiskomitee angetan. Das im 19. Jahrhundert vom französischen Ökonomen Léon Walras entwickelte Modell versucht, die Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft abzubilden anstatt lediglich einzelne Märkte zu beschreiben. Schon fünf Ökonomen haben für : Wer einen Anruf aus Stockholm erhalten will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Eine Anleitung für VWL-Sieger in sechs Schritten. Weiterentwicklungen des Konzepts einen Nobelpreis gewonnen: Paul Samuelson, John Hicks, Kenneth Arrow, Gerard Debreu und Maurice Allais.

Auch Handel und Außenwirtschaft sind ein vielversprechendes Feld, das Preisträger wie Bertil Ohlin, James Meade, Robert Mundell und Paul Krugman hervorgebracht hat. In einer Zeit, in der intensiv über Gewinner und Verlierer der Globalisierung diskutiert wird, macht man sich damit besonders interessant.

Yoshinori Ohsumi Mit Rotwein zum Medizin-Nobelpreis

Der japanische Wissenschaftler Yoshinori Ohsumi erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin. Ein Forschungskollege erklärt, warum er die richtige Wahl ist und was seine Forschung ausmacht.

Yoshinori Ohsumi, Professor am Tokyo Institute of Technology wird in diesem Jahr mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Quelle: REUTERS

Regel 2: Beschäftigen Sie sich nicht mit Wirtschaftsgeschichte

Wirtschaftsgeschichte hat innerhalb der Volkswirtschaftslehre seit Langem einen schweren Stand – und das sieht man auch beim Nobelpreis. Nur ein Preis wurde bisher an ausgewiesene Wirtschaftshistoriker vergeben: 1993 an Robert Fogel und Douglass North für ihre Forschung zur wirtschaftlichen Entwicklung in den USA und Europa während der industriellen Revolution. Offenbar liebt das Komitee überzeitliche Gesetze, nicht historische Analysen. Als eigene Disziplin jedenfalls wurde die Wirtschaftsgeschichte lange nicht ernst genommen. Sie sollte lediglich die Daten liefern, mit denen sich Modelle überprüfen lassen. Reine wirtschaftshistorische Lehrstühle gibt es daher nur noch an wenigen Universitäten. Allerdings könnte sich das bald ändern, denn inzwischen fordern viele VWL-Studenten, mehr über Dogmen- und Wirtschaftsgeschichte zu erfahren.

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