Donald Trumps Telefonate mit Staatschefs

Trumps Telefonate mit Staatschefs: „Das dürfen Sie aber nicht den Medien sagen“

Bild vergrößern

Telefonprotokolle bringen Donald Trump in Bedrängnis.

Neue Mitschriften von vertraulichen Telefonaten zwischen US-Präsident Donald Trump und Regierungschefs sorgen für Irritationen und Angst um einen Vertrauensverlust.

Neu aufgetauchte Protokolle vertraulicher Telefonate Donald Trumps mit Regierungschefs anderer Staaten haben Irritationen und Besorgnis ausgelöst. Die „Washington Post“ veröffentlichte am Donnerstag die kompletten Mitschriften der Gespräche des US-Präsidenten mit Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto und dem australischen Premier Malcolm Turnbull aus dem Januar. Sie lösten die Sorge aus, dass niemand mehr offen am Telefon mit Trump sprechen würde, wenn man sich der Vertraulichkeit nicht sicher sein könne.

PremiumKommunikation Warum sich einmischen lohnen kann

US-Manager wie Apple-Chef Tim Cook mischen sich gerne mal in politische Themen ein. In Deutschland fehlt dieser Mut – bis auf wenige Ausnahmen.

ARCHIV - Apple-Chef Tim Cook winkt am 09.02.2017 in London (Großbritannien) zu Pressevertretern, als er 10 Downing Street verlässt. Cook hat erstmals bestätigt, dass der iPhone-Konzern sein Autoprojekt auf die Entwicklung von Roboterwagen-Technologie ausgerichtet hat. (zu dpa «Apple-Chef bestätigt Fokus auf Roboterauto-Systeme in Autoprojekt» vom 13.06.2017) Foto: Matt Dunham/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Das Magazin „The Atlantic“ schrieb, die Konsequenzen dieser Leaks hätten das Potenzial, internationale Beziehungen über Trumps Präsidentschaft hinaus zu belasten: „Wenn solche Gespräche durchgestochen werden, gilt das für jedes Gespräch. Kein Staatschef wird sich mehr trauen, etwas zum Präsidenten der USA zu sagen, wovon er danach lieber nichts zuhause in den Nachrichten lesen möchte.“

Anzeige

Über den nachrichtlichen Gehalt beider Gespräche war jeweils kurz darauf berichtet worden. Die Wortprotokolle offenbarten nun, dass Trump mehrfach die Unwahrheit gesagt hatte, als er diese Berichterstattung als „Fake News“ abgetan hatte. Sie zeigen Trump prahlerisch, drohend und ungeduldig.

Chaos im Weißen Haus "Das Problem ist Donald Trump"

Ständige Personalwechsel, Streitigkeiten mit der Öffentlichkeit, kein Vorankommen mit der eigenen Agenda: Die US-Regierung steckt in der Krise. Elaine Kamarck, Ex-Mitarbeiterin im Weißen Haus, über Gründe und Auswege.

US-Präsident Donald Trump Quelle: REUTERS

Trump räumte in seinem Gespräch mit Pena Nieto ein, dass der Bau einer Mauer zu Mexiko - nach außen eines seiner wichtigsten Projekte - ihm politische Probleme bereite. „Das dürfen Sie aber nicht den Medien sagen“, bat Trump. Er sagte auch, die Mauer sei „das am wenigsten wichtige Ding überhaupt“.

Im Gespräch mit Turnbull sagte Trump: „Ich bin die wichtigste Person der Welt, die keine Leute in ihr Land lassen will.“ Er brach das Gespräch erbost ab, als es um Flüchtlinge ging. Das Gespräch mit Wladimir Putin sei dagegen höflich gewesen, dieses sei das mit Abstand unfreundlichste. „Ich habe genug“, sagte Trump.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%