Türkei: Attentäter von Ankara hat wohl nicht alleine gehandelt

Türkei: Attentäter von Ankara hat wohl nicht alleine gehandelt

Bild vergrößern

Türkische Soldaten tragen den Sarg des russischen Botschafters in der Türkei.

Hinter dem tödlichen Anschlag auf den russischen Botschafter in Ankara vermuten die Behörden mehr als nur einen Täter. Russland und die Türkei bezeichnen die Tat als offene Provokation. Ihre jüngst normalisierten Beziehungen wollen sie nicht torpedieren lassen.

Das tödliche Attentat auf den russischen Botschafter in Ankara geht nach Einschätzung der Behörden nicht nur auf das Konto eines Einzeltäters. Es sei gut und professionell geplant gewesen, sagte ein ranghoher türkischer Beamter am Dienstag. Informationen zu möglichen Hintermännern oder dem Motiv des Täters gab es nicht. Russische Experten waren am Morgen in Ankara eingetroffen, um bei der Aufklärung zu helfen. Die Leiche von Andrej Karlow wurde nach einer Zeremonie am Flughafen nach Moskau überführt.

Der 62-jährige russische Diplomat war am Montagnachmittag während einer Rede in einer Kunstgalerie der türkischen Hauptstadt erschossen worden. Der Täter, ein 22-jähriger türkischer Polizist, wurde nach dem Attentat und einem 15-minütigen Schusswechsel mit der Polizei in dem Ausstellungsgebäude erschossen.

Anzeige

Türkische Regierungsvertreter und Diplomaten nahmen an der emotional aufgeladenen Trauerfeier am Nachmittag im Flughafen teil. Karlows Frau Marina Karlowa weinte, als eine türkische Ehrengarde den mit einer Flagge drapierten Sarg ihres Mannes Richtung Flugzeug trug. Sie legte zwei rote Nelken auf den Sarg, bevor dieser verladen wurde.

Nach Mord an Botschafter Russland warnt vor Türkei-Reisen

Nach dem Mord an dem russischen Botschafter in Ankara hat das Außenministerium in Moskau vor Türkei-Reisen gewarnt. Der Kreml hat ein 18-köpfiges Ermittlerteam entsandt.

Blumen sind vor einem Porträt des getöteten russischen Botschafters Andrej Karlow zu sehen. Quelle: AP

Der Angreifer hatte während seiner Tat „Allahu Akbar“ gerufen und auch auf die Lage im syrischen Aleppo mit Sprüchen wie „Vergesst Aleppo nicht, vergesst Syrien nicht“ aufmerksam gemacht. In der Türkei waren in den vergangenen Tagen die Proteste gegen Russlands Rolle in Aleppo und seinem Anteil an den Zerstörungen der Stadt immer größer geworden. Die Türkei und Russland haben im Syrien-Konflikt bisher entgegengesetzte Seiten unterstützt. Der Abzug der Rebellen aus Ost-Aleppo hatte aber erst nach einer von beiden Ländern vermittelten Waffenruhe beginnen können.

Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan bewerteten das Attentat als offene Provokation, wie Erdogan nach einem Telefonat sagte. Beide Länder beschworen aber, sich dadurch nicht entzweien zu lassen. Sie hätten der Welt gezeigt, was sie mit Zusammenarbeit erreichen können, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau.

Russland, Türkei und Iran Mord belastet Syrien-Treffen

Die Außenminister Russlands, der Türkei und des Irans kommen zu Syrien-Gesprächen in Moskau zusammen. Das erste Treffen in diesem Format steht im Schatten des Attentats auf den russischen Botschafter in Ankara.

Der bei einem Anschlag erschossene russische Botschafter Andrei Karlov. Quelle: Sputnik

Der Angreifer, den die türkischen Behörden als Mevlüt Mert Altintas identifizierten, war in Anzug und Krawatte gekleidet, als er das Attentat verübte. Er habe am 14. Dezember ein Hotel in der Nähe der Galerie gebucht und sei dort am Montag eingetroffen. Das Zimmer wurde mittlerweile versiegelt. Dies sei höchstwahrscheinlich nicht die Tat eines Einzelnen, wie der ranghohe Beamte sagte.

Nach dem Anschlag vom Montag wurden vier Familienmitglieder des Attentäters festgenommen, am Dienstag erfolgten nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu drei weitere Festnahmen. Unter den sieben Menschen in Polizeigewahrsam sind neben seinen Eltern und seiner Schwester drei weitere Verwandte sowie der Mitbewohner des Mannes in Ankara.

Anschlag in der Türkei Russischer Botschafter erliegt seinen Verletzungen

Am Dienstag wollen die Außenminister Russlands, der Türkei und des Irans in Moskau zusammenkommen. Am Vorabend wird ein Attentat auf den russischen Botschafter in Ankara verübt - der an seinen Verletzungen stirbt.

Andrej Karlow, russischer Botschafter in der Türkei, ist seinen Schussverletzungen erlegen. Quelle: Sputnik

Das Treffen am Dienstag zwischen Lawrow, Cavusoglu und Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif war bereits vor dem Attentat vereinbart worden. Die Minister berieten über die Lage in Syrien, wo alle drei Länder Hauptakteure sind. Erst vor kurzem hatten Russland und die Türkei begonnen, ihre Beziehungen nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch die Türkei im syrischen Grenzgebiet 2015 wieder zu normalisieren.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%