Arbeitslose: Statistik-Wirrwarr um Hartz IV

KommentarArbeitslose: Statistik-Wirrwarr um Hartz IV

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Zwar haben die Arbeitsagenturen im vergangenen Jahr deutlich mehr Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt, die reinen Missbrauchs- und Betrugsfälle stiegen allerdings nicht an.

von Cornelia Schmergal

Wieder mal eine neues Zahlenwerk zur Schummelei mit der Stütze. Gibt es tatsächlich mehr Missbrauch?

Wie passt das eigentlich zusammen? Vor knapp drei Wochen erst hatte die Bundesagentur für Arbeit gejubelt, die Zahl der Hartz-IV-Schummelfälle gehe zurück. Heute melden die Zeitungen, die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger steige, was einigermaßen verwirrend klingt. Hat da jemand die Statistik nicht verstanden? Handelt es sich um „Stimmungsmache“, wie die Sozialverbände poltern? Oder gibt es tatsächlich ein neues Zahlenwerk und einen brandaktuellen Trend zu mehr Sozialbetrug?

Krimineller Missbrauch prozentual gestiegen
Die Antwort lautet: Den Trend zu kriminellem Missbrauch gibt es nicht, zumindest nicht in dem Ausmaß, den der oberflächliche Blick auf die Zahlen nahelegt. Tatsächlich sind die Strafen, die alle Jobcenter verhängt haben, von 829.375 im Jahr 2010 auf 912.377 im Jahr 2011 angestiegen. Macht eine Steigerung von immerhin rund zehn Prozent.

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Allerdings haben die Fallmanager den Großteil der Sanktionen nicht etwa verhängt, weil sich Hartz IV-Empfänger böswillig Leistungen erschlichen. Leider muss man sagen: Dazu wären viele Sanktions-Betroffene vermutlich zu träge gewesen. Sie hielten sich schlicht nicht an ihre Meldepflichten und erschienen nicht zu Terminen im Amt. Vergessen, verschlafen, versäumt: 582.253mal wurden deshalb die Leistungen gekürzt.

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