Frank-Jürgen Weise: Ein-Euro-Jobs als berufliche Starthilfe für Flüchtlinge

Frank-Jürgen Weise: Ein-Euro-Jobs als berufliche Starthilfe für Flüchtlinge

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Frank-Jürgen Weise: Ein-Euro-Jobs als berufliche Starthilfe für Flüchtlinge

Nicht jeder Flüchtling wird sofort einen regulären Arbeitsplatz finden: 100.000 Ein-Euro-Jobs sollen die Zeit überbrücken. BA-Chef Weise lässt aber keinen Zweifel: Die Jobs sollten für die Betroffenen Sinn machen.

Die von der Bundesregierung beschlossenen 100.000 Euro-Jobs für Flüchtlinge sollten nach Ansicht von Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise nicht nur als Überbrückung dienen. Vielmehr sollten sie auch als Instrument zur beruflichen Förderung von Migranten genutzt werden. „Wir achten zusammen mir den Kommunen darauf, dass das eine sinnvolle Beschäftigung ist, die im besten Fall später bei einer Qualifizierung der Menschen, die in Deutschland bleiben dürfen, auch einen Wert hat“, sagte Weise der Deutschen Presse-Agentur.

Die Arbeitsgelegenheiten müssten lokal sinnvoll und vertretbar sein. Es sollte dabei auch berücksichtigt werden, welche Ausbildung oder welchen Beruf der Flüchtling später anstrebe. Denkbar sei zudem, dass Flüchtlinge Aufgaben im Flüchtlingsumfeld übernehmen, sagte der Bundesagentur-Chef. Sie sollten auf jeden Fall eine Stelle bekommen, „bei der man später im Jobcenter sagen kann: „Er hat schon mal Aufgaben übernommen, er war pünktlich, fleißig, er war zuverlässig“.

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An wie viele Flüchtlinge bereits Ein-Euro-Jobs vermittelt worden sind, darüber lägen derzeit noch keine offiziellen Daten vor. Derzeit liefen noch die Ausschreibungen. Grundsätzlich stehe die Bundesagentur dem 100 000-Stellen-Programm von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) wohlwollend gegenüber. „Ich finde es gut, das mal auszuprobieren. Und dann muss man das Programm auswerten und schauen: hat's geholfen oder nicht“, sagte Weise.

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Angela Merkel und Frank-Jürgen Weise. Quelle: dpa Picture-Alliance

Neben der frühzeitigen beruflichen Förderung böten die 100 000 Euro-Jobs auch die Möglichkeit, Flüchtlinge bis zur Entscheidung über ihre Asylanträge sinnvoll zu beschäftigen - „zu ihrem Nutzen und dem der Kommunen“, die sie einsetzten. „Wir sollten Menschen nach dem Stress der Flucht angemessen beschäftigen und nicht lange warten lassen“, unterstrich Weise. Andererseits sollte aber auch der Fehler der früheren ABM-Maßnahmen nicht wiederholt werden, „zementierte, künstliche Beschäftigungsmöglichkeiten“ zu schaffen, machte Weise deutlich.

Das Bundeskabinett hatte im Juli ein Programm zum Aufbau von 100 000 Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge verabschiedet. Zudem soll der Etat von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) 2017 um fast 8,8 Milliarden Euro (plus 6,8 Prozent) auf 138,6 Milliarden Euro steigen. Grund dafür sind unter anderem höhere Ausgaben für Sozialleistungen und Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge, die bald zunehmend als Hartz-IV-Empfänger geführt werden dürften, hieß es im März zu den Eckwerten des Finanzministeriums.

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