Terrorverdacht: Bisher keine Festnahmen nach Razzien

Terrorverdacht: Bisher keine Festnahmen nach Razzien

, aktualisiert 25. Oktober 2016, 15:38 Uhr
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Anti-Terror-Einsatz vor einem Haus in Suhl (Thüringen).

Einsatzkommandos durchsuchen in fünf Bundesländern Wohnungen. Es geht um den bewaffneten Kampf in Syrien und Terrorismusfinanzierung. Festnahmen gibt es bisher keine.

In fünf Bundesländern haben Spezialeinheiten der Polizei am Dienstag Anti-Terror-Durchsuchungen vorgenommen. Einsatzkommandos gingen nach Angaben des Landeskriminalamtes in Erfurt zeitgleich in zwölf Wohnungen und einer Gemeinschaftsunterkunft in Thüringen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern vor. Anlass der Ermittlungen war nach den Angaben der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Eine konkrete Anschlagsgefahr gab es nach den bisherigen Ermittlungen nicht. Bei den Einsätzen hat es am Dienstag keine Festnahmen gegeben. „Es gibt keinen Haftbefehl“, sagte eine Sprecherin des Thüringer Landeskriminalamtes am Nachmittag in Erfurt.

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 28-jähriger Tschetschene mit russischer Staatsbürgerschaft. Er soll geplant haben, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum bewaffneten Kampf in Syrien anzuschließen.

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Im Blick der Ermittler sind den Angaben zufolge weitere zehn Männer und drei Frauen, alle ebenfalls russische Tschetschenen. Die Männer und Frauen zwischen 21 und 31 Jahren leben in Thüringen, Hamburg und Dortmund. Es bestehe der Verdacht der Terrorismusfinanzierung, hieß es. Bei allen Beschuldigten handelt es sich nach Polizeiangaben um Asylsuchende, deren Aufenthaltsstatus in Deutschland bisher nicht abschließend geklärt ist.

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ging es bei den Anti-Terror-Einsätzen auch um Geldtransfers ins Ausland. „Wir untersuchen, ob Gelder ins Ausland geleitet wurden, um terroristische Vereinigungen zu finanzieren“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Jens Wörmann, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Zur Höhe der Beträge machte er mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Angaben.

Bislang hat die Polizei keine chemischen Stoffe zum Bau von Bomben entdeckt. „Es wurde eine weiße Substanz gefunden, die ist ungefährlich“, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts Thüringen am Dienstag in Erfurt. Worum es sich dabei genau handelt, werde noch untersucht.

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In Thüringen fanden die Polizeiaktionen nach Informationen des Senders MDR in Jena, Suhl, Schmalkalden und Hildburghausen statt. In Nordrhein-Westfalen sei Dortmund betroffen gewesen.

Das Landeskriminalamt LKA Thüringen kündigte weitere Informationen zu ersten Ergebnissen der Durchsuchungen an.

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