Werner knallhart: Schmückt den Weihnachtsbaum schwarz-rot-gold!

kolumneWerner knallhart: Schmückt den Weihnachtsbaum schwarz-rot-gold!

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Ein Gartenzwerg mit Flagge.

Kolumne von Marcus Werner

Warum überlassen wir unsere Nationalflagge eigentlich den Ewiggestrigen und Fremdenfeinden? Die deutsche Fahne gehört uns allen. Wir sollten sie ganz gelassen und mit Freude zeigen.

Ach, was war das für ein Sommer dieses Jahr. Die jungen Grünen posteten: "Zur Fußballeuropameisterschaft fordern wir alle Fans dazu auf, nationalistischem Gedankengut keinen Raum zu lassen! Fußballfans Fahnen runter!"

Diese Haltung ist nicht nur sehr grün, sie ist sehr deutsch. Stellen wir uns mal folgendes Experiment vor: Einhundert Menschen wird irgendwo in Deutschland an einem Tag ohne Fußball-Großereignis eine Deutschlandfahne in die Hand gedrückt mit der Aufgabe: "Überqueren Sie mit der wehenden Fahne in der Hand den belebten Marktplatz Ihrer Stadt."

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Ich sage Ihnen, mindestens neunzig Leute würden sich dabei ziemlich bekloppt vorkommen. Ich käme mir auch komisch vor und hätte das Gefühl, die Passanten würden denken: "Wann schreit der Nazi wohl 'Sieg Heil'?"Und selbst Pegida-Anhänger dürften sich unbehaglich fühlen - außerhalb der wohligen Wärme des schützenden Mobs der Gleichgesinnten.

Boris Palmer "Gegen Sprachzensur wehre ich mich vehement"

Tübingens Oberbürgermeister Palmer eckte mit flüchtlingspolitischen Aussagen an. Er fordert eine sachliche Diskussion über Ausländerkriminalität und warnt vor der Schere in den Köpfen durch mediale Drangsalierung.

Grünen-Politiker und Tübingens OB Boris Palmer im Interview. Quelle: dpa Picture-Alliance

Und schuld daran sind Leute wie die verkrampften jungen Grünen. Die die Identifikation mit ihrem eigenen Land automatisch als feindliche Gesinnung brandmarken.

Die Konsequenz ist: Die deutsche Flagge wird alleine von jenen gehisst, die sie tatsächlich als Ausdruck von dumpfem Deutschtum hochhalten, um allem, das nicht deutsch ist, zu zeigen: Du gehörst nicht dazu. Damit legen all die, die Schwarz-Rot-Gold als beschämend empfinden, unsere Fahne freiwillig in die Hände derer, die unser Land wirklich beschämen.

Und all das nur, weil die symbolische Identifikation mit dem eigenen Land per se als Ausgrenzung empfunden wird. Das gilt aber doch nur, wenn "typisch deutsch" für "fremdenfeindlich" steht.

Aber wenn man sich aktuelle Umfragen anguckt, die zeigen, dass die Mehrheit der Deutschen es auch heute noch für richtig hält, dass wir damals die vielen Flüchtlinge bei uns aufgenommen haben, dann steht "typisch deutsch" eben gerade nicht für Ausgrenzung. Es kommt einem aber so vor: Denn "Deutschland!" wird voller Inbrunst und fahnenschwenkend eben nur von jenen gebrüllt, die die Ausländer loswerden wollen.

Oder eben von Fußball-Fans. Denen zu sagen "Fahnen runter" ist gleich doppelt bescheuert. Denn es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder man unterstellt abwegigerweise: Alle Fußballfans sind fremdenfeindliche Nationalisten. Dann bleiben sie es auch, wenn man ihnen die Fahnen wegnimmt. Nur dass man ihre Gesinnung nicht mehr erkennt.

Oder man unterstellt: Die Fußballfans demonstrieren mit der Fahne überwiegend ihre Zuneigung zur deutschen Mannschaft. Dann ist die Fahne Fan-Symbol im Wettstreit der Nationen. Wer "Nation gegen Nation" nicht will, muss internationale Sportturniere mit Länderwertung wie die Olympischen Spiele nach aktuellem Schema abschaffen. Viel Spaß!

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