Gadgets: Gestensteuerung: Mit einem Wink ist alles weg

Gadgets: Gestensteuerung: Mit einem Wink ist alles weg

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Minority-Report lässt grüßen: Mit seinem neuen Flagschiff Galaxy S4 wird Samsung vermutlich besonders auf Gestensteuerung setzen

von Meike Lorenzen

Ein Winken oder ein Schnipsen und schon lassen sich Gegenstände kontrollieren. Große wie kleine Unternehmen investieren in die Gestensteuerung, während kritische Stimmen mehr Hype als Innovation fürchten.

Mit schnellen Bewegungen fliegen die Arme des Mannes durch die Luft. Er zieht Dokumente ins Bild, zoomt sie mit den Fingern heran und sortiert in rasantem Tempo die Bilder, Briefe und Lebensläufe vor sich auf der Wand. Die Rede ist von dem futuristischen Charakter John Anderton aus Steven Spielbergs Film "Minority Report". Wie ein Dirigent mit dem Taktstock sei Orchester beherrscht, scheint er die digitalen Unterlagen um sich herum im Griff zu haben. Mit ganz natürlichen Bewegungen. Der Wunsch, geradezu spielend mit den Gegenständen in unserer Umgebung interagieren zu können, lässt dank der Forschung und der Innovationsfreude kleiner wie großer Unternehmen die Welt der Fiktion hinter sich.

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Technik als Erweiterung des Körpers

Eines der aktuellsten Beispiele, das die Gestensteuerung technisch schon umsetzt, ist das MYO-Armband. Wer das breite, graue Kunststoffband um den Arm trägt, kann mit einem Schnipsen die Musik-Playlist am Computer anspringen lassen. Die Spielekonsole erkennt die Schießbewegungen der Hand und mit simplen Armdrehungen lässt sich ein kleines Modellflugobjekt steuern. Die Präsentation auf der Leinwand zoomt der Dozent heran, in dem er die Hand zur Faust ballt und den Arm zu sich heranzieht. „Das MYO schafft mit einfachen Bewegungen eine direkte Verbindung zur Technologie, als würde man nach etwas greifen oder echte Gegenstände bewegen“, erklärt Stephen Lake, Unternehmensmitbegründer der Firma Thalmic Labs aus Ontario in Kanada, die das Armband erfunden hat. „Wir finden, dass Technik eine natürliche Erweiterung unseres Körpers sein sollte.“

Er ist fest davon überzeugt, dass die Technik unseren Alltag verändern wird. „Mit dieser Schnittstelle lässt sich Gebärdensprache in Worte übersetzen oder eine direkte Kommunikation mit neuen Geräten wie Google Glass wird möglich“, sagt Lake. Er ist fest davon überzeugt, dass die Technik unseren Alltag verändern wird. „Mit dieser Schnittstelle lässt sich Gebärdensprache in Worte übersetzen oder eine direkte Kommunikation mit neuen Geräten wie Google Glass wird möglich“, sagt der Unternehmer.

Die Technik hinter dem Armband analysiert die Armmuskulatur. Mit jeder Bewegung werden andere Muskelpartien angespannt, wieder andere bleiben passiv. Diese Kontraktionen erkennt das Armband über Sensoren, die Thalmic Labs erfunden und patentiert haben. Die Daten, die über die Sensoren erfasst werden, fließen in einen komplexen Algorithmus, der dafür sorgt, dass die Bewegungen und Gesten wiedererkannt werden. Das MYO-Armband soll Ende 2013 erstmals an Kunden versendet werden und etwa 150 US-Dollar (umgerechnet 115 Euro) kosten.

So spannend das Gadget klingt, die Gestensteuerung kommt nur langsam im Markt an. Wie die Sprachsteuerung wird sie von Experten seit Jahren als der ultimative und brandneue Weg, Geräte zu kontrollieren, vorher gesagt. Doch noch tut sich die Ablöse der Touch-Technologie schwer auf dem Markt.

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