Papierfresser Büro: Deutsche drucken mehr als einen halben Baum pro Jahr

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Papierfresser Büro: Deutsche drucken mehr als einen halben Baum pro Jahr

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Packungen mit Papier liegen vor einem Drucker. Das papierlose Büro setzt sich bislang nicht durch.

Visionäre sehen im papierlosen Büro die Zukunft, doch die Deutschen tun sich damit schwer - laut einer neuen Studie druckt jeder Arbeitnehmer mehr als einen halben Baum pro Jahr.

In deutschen Büros wird gedruckt - und zwar viel und gerne. Genauer gesagt: Arbeitnehmer drucken 0,68 Bäume pro Jahr. Das behauptet zumindest das Unternehmen Viadesk. Für eine Studie hat es untersucht, ob das papierlose Büro eine gleichwertige oder sogar bessere Alternative zu dem klassischen Papier-Alltag darstellt. Dafür wurden in Deutschland und in den Niederlanden Arbeitnehmer befragt, die in Büros arbeiten.

Das Ergebnis: Für die Deutschen hat Papier einen hohen emotionalen Stellenwert. Nur 38 Prozent der Befragten halten deshalb das papierlose Büro für realistisch. Zum Vergleich, in den Niederlanden können sich 85 Prozent der Befragten vorstellen, in einem Büro ohne Papier zu arbeiten.

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Ein Selbstversuch Der holprige Weg zum papierlosen Büro

244 Kilogramm Papier verbraucht ein Deutscher im Jahr. Damit sind wir Weltspitze. Trotz Laptops und Smartphones ist das zettelfreie Büro kaum irgendwo Realität geworden. Warum eigentlich?

Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche

Nur etwas mehr als die Hälfte aller Befragten aus Deutschland findet die Vorstellung eines papierlosen Büros positiv. Trotzdem sind sich die Arbeitnehmer einig, dass das papierlose Büro die Arbeit deutlich vereinfacht. Vollkommen ersetzen kann das neue Konzept die alte Gewohnheiten aber nicht. 67 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass das Drucken von Dokumenten weiterhin nötig sein wird.

Emotionaler Wert

Hierzulande hat Drucken eine große Bedeutung. 25 Seiten laufen pro Person und pro Tag durch den Drucker. Damit wird in Deutschland drei Mal mehr gedruckt als im Nachbarland. Grund für die große Druckleidenschaft ist der emotionale Stellenwert. 46 Prozent der deutschen Befragten stimmten der Aussage zu, dass man an den Dokumenten auf dem Schreibtisch sehen kann, was man (noch) zu tun hat. 12 Prozent fühlen sich sogar produktiver, wenn sie Papier in der Tasche haben.

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"Die Deutschen sind mehr mit dem psychologischen Aspekt beschäftigt. Der emotionale Wert der tastbaren Unterlagen in Form von Papier ist in Deutschland schlichtweg größer", erklärt Mujibor de Graaf, Geschäftsführer von Viadesk.

Trotz der Liebe zum Papier sind sich beide Länder einig - durch papierloses Arbeiten ist es einfacher, Dokumente zu sichern und diese mit anderen zu teilen. Klingt nach einer umweltbewussten Zukunft, in der bald vielleicht nur noch ein viertel Baum pro Jahr verdruckt wird.

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