NS-Vergangenheit von Ex-Audi-Chef: Ingolstadt benennt Straße um

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von Harald Schumacher und Martin Seiwert

Die Bruhnstraße in der Audi-Hochburg Ingolstadt, benannt nach dem früheren Audi-Chef Richard Bruhn, wird am 1. Juli 2016 in Ferdinand-Braun-Straße umbenannt. Das hat der Kulturausschuss der Stadt beschlossen, wie die WirtschaftsWoche erfuhr. Der 1918 verstorbene Braun ist ein deutscher Physik-Nobelpreisträger.

Auslöser der Umbenennung waren Enthüllungen der WirtschaftsWoche über die Verstrickung Bruhns in die NS-Zwangsarbeit.

Unter Bruhns Führung wurden 3700 KZ-Häftlinge und rund 16.500 weitere Zwangsarbeiter beim Audi-Vorgängerunternehmen Auto Union ausgebeutet. Für weitere 18.000 KZ-Häftlinge sehen Historiker Auto Union moralisch in der Verantwortung. 4500 der KZ-Zwangsarbeiter starben 1944 und 1945.

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Die Umbenennung ist in Ingolstadt ein Politikum. Der frühere VW-Chef Carl Hahn hatte bei der Stadt interveniert, um den neuen Straßennamen zu verhindern.

Der 88-Jährige nahm im November an einer Sitzung des Ältestenrates von Ingolstadt teil, begleitet von Bruhns ehemaliger Sekretärin. „Unter Tränen plädierte Herr Hahn für die Beibehaltung des Straßennamens“, sagte ein Stadtrat der WirtschaftsWoche. Hahns Vater Carl Hahn senior gehörte dem Auto-Union-Vorstand an und war Bruhn eng verbunden.

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