VDA: Autoproduktion in Deutschland sinkt

VDA: Autoproduktion in Deutschland sinkt

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Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Obwohl in Deutschland mehr Autos zugelassen werden, können die deutschen Autobauer kaum profitieren. Auch vom Weltmarkt kommt Gegenwind. Und dann ist da noch das Sorgenkind - der Diesel.

Zum ersten Mal seit fünf Jahren sind in Deutschland im ersten Halbjahr 2017 weniger Autos gebaut worden. Trotzdem wurden bundesweit mehr Wagen als im Vorjahreszeitraum zugelassen. Der Zuwachs ging fast nur auf das Konto ausländischer Marken. Außerdem sank bei den Neuwagen der Anteil der Autos mit Dieselmotoren. Alle deutschen Autobauer wollen nun ältere Dieselautos umrüsten - auch, um Fahrverboten zu entgehen.

Die Autoproduktion im Inland sank um drei Prozent auf rund 2,9 Millionen Autos, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Berlin bekanntgab. Ebenso ging der Export von Autos zurück - und zwar um zwei Prozent. Beide Werte sanken zum ersten Mal seit fünf Jahren. Der VDA begründete dies damit, dass deutsche Hersteller ihre Autos zunehmend im Ausland bauten. Außerdem schwäche sich der britische Markt nach dem Brexit-Beschluss bereits ab.

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Auch für andere Märkte der Welt erwartet der VDA weniger Wachstum: Der chinesische Markt soll nach einem Rekordwachstum von 18 Prozent im vergangenen Jahr nur noch um zwei Prozent im laufenden Jahr wachsen. Da fast acht von zehn in Deutschland gebauten Autos exportiert werden, sind das schlechte Nachrichten für die deutschen Autobauer. „Der Wind wird rauer“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann.

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Ob Dieselskandal oder drohender US-Protektionismus - so wirklich Grund zur Freude hatte manch Automanager zuletzt nicht. Doch die Absatzzahlen der Branche waren insgesamt gut. 2017 dürfte es weiter aufwärts gehen.

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) Matthias Wissmann. Quelle: dpa

Zugleich wurden aber in Deutschland mehr Autos zugelassen. Die Zahl der Neuzulassungen stieg laut VDA und Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) um rund drei Prozent auf gut 1,7 Millionen Autos. Das Wachstum ging allerdings fast nur auf das Konto ausländischer Marken: Während der Anteil der deutschen Hersteller an den Neuzulassungen bei 1,2 Millionen Stück stagnierte, steigerten diese ihren Anteil um 11 Prozent auf 548 600 Autos.

Bei den Neuzulassungen schlägt sich auch die Diesel-Debatte nieder: Nach Angaben des KBA lag der Diesel-Anteil bei den Neuzulassungen nur noch bei 41,3 Prozent - im ersten Halbjahr 2016 waren es noch 46,9 Prozent. Davon profitierten Benziner, aber - auf geringem Niveau - auch Elektro- und Hybrid-Autos.

Angesichts drohender Fahrverbote in mehreren deutschen Städten kündigte Wissmann eine gemeinsame Initiative der deutschen Autobauer an, um die Stickoxid-Emissionen älterer Diesel auf den Straßen zu verringern. Alle deutschen Hersteller planten, ein Software-Update für Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 5 anzubieten. „Dann können wir Fahrverbote genereller Natur vermeiden“, sagte Wissmann.

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Das Update soll Teil eines gemeinsamen Maßnahmenpakets sein, das die Autobauer zum Diesel-Gipfel im Umweltministerium am 2. August vorlegen wollen, wie Wissmann sagte. Die Branche folgt damit BMW und Audi, die in der vergangenen Woche bei einem Gespräch mit der bayerischen Landesregierung in München angekündigt hatten, mehrere Hunderttausend ältere Diesel umrüsten zu wollen.

Dazu, wer die Kosten für das Software-Update tragen werde, machte Wissmann keine Angaben. Das werde bei dem Diesel-Gipfel besprochen werden, sagte er.

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